Einführung
Meinungsfreiheit und Medienvielfalt im Nahen und Mittleren Osten
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Eine demokratische Entwicklung in der Region ist ohne freie Presse und Medien nicht möglich. Für die wirtschaftliche Entwicklung der Region wird von entscheidender  Bedeutung sein, ob es gelingt, technologisch den Anschluss an die moderne Informationsgesellschaft zu schaffen.

Meinungsfreiheit und Medienvielfalt

Die Frage nach Meinungsfreiheit und Medienvielfalt wurde im Zusammenhang mit der Debatte über Demokratisierung und Reformen in der arabischen Welt noch einmal besonders aktuell, denn in vielen arabischen Staaten ist Meinungsfreiheit unbekannt und die Medienvielfalt erheblich eingeschränkt. Auf der anderen Seite sind in den letzten Jahren in der arabischen Welt eine ganze Reihe von privaten Satellitensendern entstanden, die die Zensur einer staatlich kontrollierten Presse in vielen arabischen Ländern ebenso in Frage stellen wie das westliche Informationsmonopol: Der arabische Satellitensender Al-Jazeera hat sich regional zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für den amerikanischen Nachrichtenkanal CNN entwickelt.

Doch nicht nur der Mangel an Meinungsfreiheit behinderte bislang eine demokratische Entwicklung. Der Zugang zu Medien ist in der arabischen Welt erheblich eingeschränkt: Der Arab Human Development Report 2003 beklagt, dass in den arabischen Staaten auf tausend Einwohner lediglich 53 Zeitungen kommen, während es in den Industriestaaten 258 sind. Auch die Ausstattung der Haushalte mit Radios und Fernsehern liegt unterhalb des globalen Durchschnitts. Lediglich 1,6 % der Haushalte haben Zugang zum Internet. Zwar haben sich die Verhältniss sicherlich in den letzten Jahren rapide verändert, doch der verbesserte Zugang zu den Medien und zur modernen Informationstechnologie wird die wirtschaftliche und politische Zukunft der Region entscheidend beeinflussen.

Projekte und Büros

Seit Jahren widmet sich das Büro in Ramallah dem Thema Medien. So wird seit Jahren die Ausbildung von jungen RundfunkjournalistInnen an der Birzeit Universität in Palästina unterstützt. Für berufstätige JournalistInnen wird ein Fortbildungsangebot entwickelt, das sowohl der themenspezifischen Qualifizierung dient – zum Beispiel zur Berichterstattung über Umweltprobleme – als auch auf die handwerkliche Qualifizierung zielt. Im Kontext der Weltgipfel zur Zukunft der Informationsgesellschaft (Genf 2003, Tunis 2005) hat das Stiftungsbüro auf nationaler und regionaler Ebene vor allem für zivilgesellschaftliche Gruppen und Akteure die mit der Entwicklung einer Informationsgesellschaft entstehenden Probleme in Seminaren, Workshops und Konferenzen thematisiert, um Chancen dieser neuen Technologien zu nutzen und den Risiken entgegenzuwirken.

Das Büro in Beirut bearbeitet ähnliche Schwerpunkte in diesem Bereich. Auch hier geht es um die Förderung der Meinungsfreiheit und die Qualifizierung zivilgesellschaftlicher Organisationen für die Herausforderungen des neuen Medienzeitalters. Auf einer Konferenz wurden z.B.  medienethische Fragen thematisiert, und in Kooperation mit dem Büro in Ramallah wurde ein Report zur Situation der Medien in den arabischen Ländern veröffentlicht.

In Israel bietet die Medienlandschaft ein völlig anderes Bild. Eine vielfältige – und vielsprachige - Presse sorgt für Meinungsvielfalt. Mit dem Anschluss an das informationstechnologische Zeitalter haben die Israelis grundsätzlich keine Probleme. Deshalb unterstützt das Büro in Tel Aviv im Medienbereich vor allem Projekte, die Minderheitengruppen eine Stimme verleiht.

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