Einführung

Kulturdialog im Nahen und Mittleren Osten

Dudelsackbläser in Jordanien
Dudelsackbläser in Jordanien

Die Geschichte der Beziehungen zwischen der islamischen Welt und dem Westen ist eine Geschichte militärischer Auseinandersetzungen mit religiösem und kolonialem Hintergrund. Aber ebenso gab es Zeiten des friedlichen Zusammenlebens, der geistigen und wissenschaftlichen Kooperation sowie des kulturellen Austauschs. Das Bewusstsein vieler Menschen beider Seiten scheint jedoch hauptsächlich von den Zeiten der Konfrontation geprägt zu sein. Den negativen Bildern von den Kreuzzügen auf der einen entsprechen die von der muslimischen Gefahr für Europa auf der anderen Seite.

Nach dem 11. September

Die Terroranschläge des 11. September 2001 in den USA haben zu einer dramatischen Verschlechterung der Beziehungen zwischen islamischer und der westlicher Welt und zu einer Dichotomisierung der Weltsicht im Westen und in der arabischen Welt geführt. Die Kluft der Konflikte und der Missverständnisse ist größer, die eines friedlichen Austauschs kleiner geworden.

Die Rekonstruktion guter politischer, gesellschaftlicher und kultureller Beziehungen ist keine Angelegenheit schneller Lösungen, sondern bedarf dauerhafter geduldiger Anstrengung beider Seiten. Dazu ist es notwendig, auf allen Ebenen der Politik, der Gesellschaft, der Wissenschaften und der Kultur Möglichkeiten der Kooperation, des Austauschs und der Debatte zu schaffen, um gegenseitiges Verstehen, Toleranz und eine Kultur des Friedens zu fördern. Die Verbesserung der Medienberichterstattung über die andere Seite und der Austausch unter Medien und JournalistInnen können ebenso einen gewichtigen Beitrag leisten wie eine Grenzen übergreifende Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher Akteure.

Austausch und Dialog

Regionaler und internationaler Austausch und Dialog als Potenzial für eine selbstbestimmte gesellschaftliche und kulturelle Weiterentwicklung müssen gestärkt werden. Die Debatte gesellschaftlicher und kultureller Annäherung und Zusammenarbeit muss grenzüberschreitend gefördert werden, um der Kooperation fundamentalistischer und reaktionärer Kreise erfolgreich entgegen zu wirken. Angesichts des in fast allen arabischen Staaten zu beobachtenden Vordringens islamistischer Kräfte gewinnt die innergesellschaftliche kritische Auseinandersetzung mit dem Fundamentalismus an Bedeutung.

Projekte und Büros

Die Stiftung unterstützt den Austausch und die Vernetzung nationaler und regionaler Akteure und Organisationen mit ihren Partnern in der EU als ein wirksames Mittel gegen die zunehmende Polarisierung zwischen „dem Westen“ und den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens. In diesem Rahmen bildet das Programm Kulturelle Globalisierung des Stiftungsbüros in Beirut einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit in und mit der Region.

Von ganz anderen Überlegungen ist der kulturelle Dialog mit Israel geprägt. Das Stiftungsbüro in Tel Aviv versucht dabei sowohl den Hypotheken der deutsch-jüdischen Vergangenheit gerecht zu werden - z.B. mit der Publikation einer Anthologie über „Czernowitz“, einem Zeugnis von Zeitzeugen von der Existenz jüdischer Gemeinden in Europa vor der Zerstörung durch die Nazis - als auch gegenwartsbezogen den kulturellen Austausch zu unterstützen durch die Förderung von israelischen Literaturtagen in Berlin.

>> Qantara. Portal für den Dialog mit der islamischen Welt

 

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