Studie

Erstes Genderranking Deutscher Mittelstädte

Cover: Erstes Genderranking deutscher Mittelstädte

12. Dezember 2011
Prof. Dr. Lars Holtkamp
Dr. Elke Wiechmann
Monya Schnittke
FernUniversität in Hagen, Institut für Politikwissenschaft
Oktober 2011
Studie im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung

 

Ergebnisse des Genderrankings für die Kommunen

In diesem Genderranking verwenden wir eine ähnliche Methodik, wie in unserem Großstadt-Genderranking zuvor. Wir haben hierfür in einem ersten Schritt die Internetseiten aller 212 Mittelstädte zwischen 30.000 und 50.000 Einwohner/innen in Deutschland erfasst, statistisch ausgewertet, fehlende Daten durch Vor-Ort-Recherchen ergänzt und zusätzlich statistische Publikationen herangezogen. Aus den erhobenen Frauenanteilen in den einzelnen politischen Positionen der Mittelstädte lässt sich ein Genderindex bilden, der die Grundlage unseres Genderrankings bildet, das detaillierte Angaben über die Repräsentation von Frauen im Städtevergleich präsentiert.

Folgende politische Positionen gingen als Indikator in den Genderindex ein: Ratsmandate, Ausschussvorsitze, Fraktionsvorsitze und das Bürgermeisteramt.

Für die ersten drei Positionen wurden die Gemeinden jeweils gesondert gerankt und in Quartile eingeteilt. Entsprechend der Quartilszugehörigkeit der Städte bei den einzelnen Positionen wurde der Wert 4, 3, 2 oder 1 zugewiesen, d. h. Mittelstädte, die im ersten Viertel mit der höchsten Frauenrepräsentanz sind, beispielsweise bei den Ratsmandaten, bekommen für diese Position dann den Wert 4 zugewiesen. Für die Position der Bürgermeister(/innen) als Variable mit nur zwei möglichen Ausprägungen wurde dagegen bei männlicher Besetzung der Wert 1 und bei weiblicher Amtsausübung der Wert 2 vergeben. Diese Werte für die betrachteten 4 Positionen werden zum Genderindex addiert. Der Höchstwert des Genderindex liegt bei 14 und der niedrigste mögliche Wert für außerordentlich niedrige Frauenrepräsentanz ist 4. Haben Kommunen schließlich in einigen Fällen die gleiche Punktzahl auf dem Genderindex, ist der weibliche Ratsanteil entscheidend für die letztendliche Platzierung.

Unter den 212 deutschlandweit analysierten Mittelstädten liegt die Stadt Ettlingen (BW) hinsichtlich der Frauenrepräsentanz auf Platz 1. Ettlingen wird regiert von einer Bürgermeisterin, die zugleich den Ausschüssen noch bis Oktober 2011 vorsitzt. Der Rat hat einen Frauenanteil von immerhin 37,5 Prozent und zwei der fünf Fraktionsvorsitze sind weiblich.

Das Schlusslicht bildet deutschlandweit Merzig im Saarland. Die Stadt wird ausschließlich von Männern geführt. Hier sind nur Männer Vorsitzende der vielen Ausschüsse und Fraktionen und die Verwaltung wird ebenfalls von einem Mann geführt. Dazu passt der bemerkenswert niedrige Frauenanteil im Rat der Stadt Merzig von 13,3 Prozent.

Im NRW-Vergleich liegen Frechen und Kamen vorne und hinten finden sich Gronau und Gevelsberg wieder. Beide Städte haben im Stadtrat einen Frauenanteil von nur 16,7 Prozent und ausschließlich männliche Fraktionsvorsitzende.

Die Ergebnisse der einzelnen Kommunen können der folgenden Tabelle entnommen werden. Neben der deutschlandweiten Platzierung der Kommunen haben wir zudem anhand der Auswertung der 212 Kommunen auch die sich hieraus ergebende Platzierung in NRW, Baden-Württemberg und Ostdeutschland angegeben, um auch einen Vergleich innerhalb einzelner Bundesländer zu ermöglichen. Anschließend an das Genderranking werden im zweiten Kapitel noch allgemeine Aussagen zur Frauenrepräsentanz in Mittelstädten im Vergleich zu den Großstädten und im Parteienvergleich getroffen.


Reaktionen (1)

1_ Marion Friedrich-Metzler
17. Januar 2013, 16:49 Uhr

Guten Tag,
die Studie ist sehr interessant. Gibt es eine ähnliche Untersuchung auf Kreisebene ?

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