Editorial

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Gerade jetzt

Viele Krisen lasten gleichzeitig auf uns: Kriege, einer davon auf dem europäischen Kontinent; eine globale wirtschaftliche Rezession; Ängste vor gesellschaftlicher Spaltung und eine Pandemie in den Knochen – dazu die ökologischen Megakrisen Klimawandel und Artensterben. Die Politik darf sie jetzt nicht gegeneinander ausspielen und nach dem Entweder-oder-Prinzip angehen: Die Ursachen und Treiber der Erderwärmung würden verheerend lange unangetastet bleiben, zu viele würden den Glauben verlieren an die sozial-ökonomische Transformation. 

Dabei wäre es möglich, bereits jetzt und gerade jetzt große Schritte zu machen. Russlands Krieg gegen die Ukraine hat auch gezeigt: Schnelle strukturelle Veränderungen hin zu einer Strom- und Wärmeversorgung mit den Erneuerbaren sind machbar. Davon braucht es jetzt noch viel mehr: zum Beispiel unbürokratische Investitionen für Vorhabenträger*innen und Kommunen und die Weiterbildung von Fachkräften, auch über die Schuldenbremse hinaus. Die Zumutungen der Transformation gehören dabei ehrlich beziffert und beim Aufbau neuer grüner Infrastrukturen mitgedacht, die Einsparungen und Gewinne an die Gesellschaft zurückgegeben. Die Transformation muss das Versprechen einlösen, dass alle von ihr profitieren und der Zusammenhalt auch in der Zukunft gewahrt bleibt. 

Statt Ängsten und Bremsern das Feld zu überlassen – lasst uns mit der großen Mehrheit, die weiß, um was es geht, eine neue sozial-ökologische Marktwirtschaft bauen. Gerade jetzt.

Ihr Jan Philipp Albrecht

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