Editorial

Editorial

Weltweit steht der Umbau der Energie- und Verkehrs­in­fra­strukturen an. Der Bedarf an kritischen und strate­gischen Rohstoffen, unter anderem an Kupfer, Kobalt, Lithium, Seltenen Erden, wird stark wachsen.

In diesem Heft informieren wir über neue Dynamiken im Rohstoff­abbau, Schäden und vor allem Chancen auf Veränderung. Denn es muss sich etwas verändern: Die Konkurrenz um den Zugang zu rohstoffreichen Ländern zwischen den USA, China und der EU, auch Russland, ist härter geworden. Gleichzeitig kämpfen Menschen und zivilgesell­schaft­liche Organisationen vielerorts gegen den Rohstoffabbau und für fairere Regeln, weil ihre Lebensgrundlagen zerstört werden und ihre Zukunft bedroht ist, und wir – die Stiftung und ihre Partnerorganisationen – unterstützen sie dabei, zum Beispiel durch Rechtsbeistand und Öffent­lichkeitsarbeit. Dieses Heft soll darüber informieren. 

Für die Rohstoff­partnerschaften der EU und Deutschlands ist klar: Sie müssen vor Ort Umweltschäden vermeiden und einen höheren sozialen Nutzen erzielen, zum Beispiel durch neue Abbauverfahren, mehr Beschäftigung, Weiterverarbeitung und Umverteilung, durch die Achtung der Rechte der Menschen. Dem Bergbau müssen aber auch weiterhin Grenzen gesetzt werden: In der Tiefsee darf er nicht stattfinden; auch nicht in Quellgebieten oder artenreichen Regionen. Und die lokale Bevölkerung muss in die Prospektion und die Genehmigung von Vorhaben einbezogen werden. Wesentlich ist aber auch, unseren Rohstoffkonsum zu senken – über langlebigere und reparierbare Produkte, das Recycling und neue Nutzungsmuster wie das Sharing. Auch dafür setzen wir uns ein – hoffentlich auch mit Euch und Ihnen!

Ihre Imme Scholz

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