Kreativwirtschaft
Einführung
Kulturindustrie und creative industries
Heute sind Kunst und Wirtschaft nicht mehr als polare Gegensätze zu denken, so wie dies die kritische Analyse der „Kulturindustrie“ (Adorno/Horkheimer) noch vorsah. Stattdessen stehen die „creative industries“ für die Verschmelzung von Kunst und Wirtschaft in spezifischen Produktions- und Konsumptionsprozessen. Durch die verstärkte Nachfrage nach symbolischen Gütern und wissensbasierten Dienstleistungen rücken kreative Tätigkeiten ins Zentrum der Wertschöpfung.Der gegenwärtige Kult der Kreativität darf jedoch nicht gänzlich von der Empirie absehen. So macht etwa die Buntscheckigkeit der Beschäftigungsverhältnisse in den Kulturberufen den genauen Blick auf Organisations- und Arbeitsweisen erforderlich: Wie ist die soziale Lage von Alleinselbständigen? Was bedeutet Autorschaft im digitalen Zeitalter? Vor jedem Versuch einer politischen Regulierung der Kreativwirtschaft steht die dichte Beschreibung ihres Ist-Zustands.
