Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung: Geförderte Projekte
In den vergangenen Jahren haben die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung zahlreiche MenschenrechtsaktivistInnen, KünstlerInnen und Kunstprojekte unterstützt. Der Freundeskreis kann unbürokratisch und schnell Projekte fördern, die nicht aus den öffentlichen Mitteln der Stiftung finanziert werden dürfen.
Eine Auswahl der geförderten Projekte:
Stipendienprogramm Heinrich-Böll-Haus Langenbroich e.V.
Weltweit beziehen Künstlerinnen und Künstler Positionen zu politischen und gesellschaftlichen Themen. Dies geschieht zumeist im bewussten Widerspruch zur herrschenden Meinung und trotz der Gefahr, sich dadurch Repressalien auszusetzen. Durch ihren Einsatz für die Freiheit des Geistes leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung und zum Erhalt von Demokratie und Menschenrechten. Die Heinrich-Böll-Stiftung und ihre Freundinnen und Freunde unterstützten dieses Engagement im Sinne ihres Namensgebers durch das Stipendienprogramm Heinrich-Böll-Haus Langenbroich e.V.
AiRossini: Griechisch-deutsche Zusammenarbeit in der Neuköllner Oper
Nach einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung 2012 (bei Yasou Aida, das nach einer vielbeachteten Berlin-Premiere in Thessaloniki für Aufsehen sorgte und darauf hin zum Athen-Epidaurus Festival nach Athen eingeladen wurde) entstand mit Unterstützung des Freundeskreises ein neues „griechisch-deutsches Joint Venture“mit dem Team der Beggars‘ Operas Athen: „AiRossini“ , eine „Opéra oligarchique“ zu einer Flughafeneröffnung.Schon Rossini scheint vor fast 200 Jahren das Spektakel in Schönefeld vorausgesehen zu haben. In seiner komischen Oper Il viaggio a Reims zeigen Männern und Frauen unter Druck, was da alles möglich ist, wenn die Kutschen nicht kommen und die große Fahrt zum König platzt. Ein willkommener Anlass für die Neuköllner Oper und das Team der Beggars‘ Operas Athen, die naheliegende Parallele zum Flughafenspektakel in Berlin mit einer drastischen Neubearbeitung zu ziehen. Da aber ein ganzer Abend über deutsche Spitzenkräfte aus Politik und Baubranche zu viel der Ehre und eher ein Fall fürs Kabarett wäre, geht es in AiRossini um das schwierige Leben der Wirtschaftsführer aus der ganzen Welt (also jener, die wirklich was bewegen). Ausgerechnet von BERlin aus starten sie zur Weltkonferenz zur Lösung der globalen Probleme. Starten? … Wenn sie nur könnten! Weil BER nicht los geht, trotz seiner 15. Verschiebung.
- Weitere Informationen zum Projekt: Neuköllner Oper
Filmemachen Myanmar-Deutschland: "Greener Pastures"
Tin Win Naing ist einer der ersten Student/innen der bahnbrechenden ersten und einzigen Filmschule in Myanmar, der Yangon Film School (YFS). Nun bekam er die Chance, seinen ersten Film in Eigenregie mit dem Arbeitstitel „Greener Pastures“ zu drehen."Greener Pastures" ("Im Schatten der Hoffnung") erzählt die Geschichte dreier Myanmarischer Familien, wie sie als Arbeitsmigrant/innen vergeblich eine bessere Zukunft im Nachbarland Thailand suchen, während sich ihre Heimat im politischen Wandel befindet. Tin Win Naing, zur Drehzeit selbst politischer Flüchtling, ist im Film durch seine persönliche Narration präsent. Das Publikum erfährt, wie sich durch das Erlebte seine Perspektive auf seine Heimat und seine Landsleute grundlegend verändert. In den Geschichten der Protagonist/innen kondensiert sich die Gesamtlage Myanmars und seiner Einwohner: Die Kolonialzeit, das Missmanagement der Regierung, Korruption und jahrzehntelange Sanktionen. Für die Mehrheit der Bevölkerung geht es nur noch um das tägliche Überleben. Es bleibt wenig Zeit für Schulbildung oder gar politisches Interesse.
Unterstützt von den Freundinnen und Freunden kommt Tin Win Naing für den Feinschnitt ca. einen Monat lang nach Deutschland. Dieser Besuch ermöglicht ihm zudem professionelle Treffen und Kontakte mit der internationalen/deutschen Filmindustrie, um sich ein Netzwerk aufzubauen - ein wichtiger Punkt für die berufliche Entwicklung von Tin Win Naing, einem der großen Nachwuchstalente der Myanmarischen Filmwelt, die sich nach jahrzehntelanger Abschottung derzeit auf steilem Weg nach Oben befindet.
www.greenerpastures-film.com
Dokumentarfilm: Anna und Saihou – eine Liebesgeschichte
Saihou stammt aus Gambia und ist Asylbewerber, er darf das Bundesland Baden-Württemberg nur mit einer Genehmigung verlassen. Seine Freundin Anna wohnt in Berlin. Die beiden träumen von einer gemeinsamen Zukunft – doch um zusammen leben zu können, müssten sie heiraten. Die Behörden weigern sich, das dafür notwendige Ehefähigkeitszeugnis auszustellen. Dann der Schock: Saihou muss Deutschland binnen vier Wochen verlassen, sonst wird er abgeschoben...Ein Dokumentarfilm von Denise Dismer über die Lebensbedingungen von Asylbewerberinnen und -bewerbern in Deutschland, über die Benachteiligung von binationalen Paaren – und über die Liebe. Die Freundinnen und Freunde fördern jetzt die Postproduktion des Films, nachdem sie im Jahr 2011 bereits die Produktionsphase unterstützt haben.
Buchprojekt: „Die ufo-Universität. Kritisch-praktische Utopieversuche zwischen Kunst, Wissenschaft und Alltag“
Das interdisziplinäre Kunstprojekt "ufo-Universität" ist angetreten, in Reaktion auf die sich wandelnde und zuspitzende politische und ökonomische Agenda und deren Konsequenzen für die praktischen Lebens- und Arbeitsverhältnisse Kunst und (Geistes-) Wissenschaft als Werkzeuge neuer utopischer Entwürfe zusammenzubringen. Denen, die ihr Wohlergehen nicht im ‚unternehmerischen Selbst‘ suchten, sondern in einer Reflexion und Veränderung der Verhältnisse, galt unser Angebot. Die 'ufo-Universität' wollte in neuen Formen des gemeinsamen Engagements sowohl in den politischen Diskurs als auch im Stadtraum intervenieren - und dabei kritisch sein, ernst und praktisch werden.In der von den Freundinnen und Freunden geförderten Veröffentlichung soll auf verschiedenen Wegen die Arbeit (und Erträge) der ufo-Universität vorgestellt werden: zum Ersten als Chronik der Gruppenarbeit und zum Zweiten mit Materialien aus dem Begleitprogramm, die nochmals inhaltlich aufgearbeitet, mit aktuellen Debatten kontextualisiert und für die Lektüre ediert wurden. Zum Dritten mit der theoretischen Reflexion des auch für die Arbeit der 'ufo-Universität' grundlegenden, aber bei weitem nicht auf sie beschränkten Verhältnisses von Kunst, Theorie und Politik. In der Publikation werden die drei Themenbereiche ‚Wissensproduktion‘, ‚Selbstorganisation‘ und ‚Partizipation‘ bearbeitet, die gleichsam in der zeitgenössischen Kunst-/theorie aktuell stark debattiert werden.
Weitere Informationen zum Projekt: www.ufo-universitaet.de
Spielfilmprojekt - "Banditen" (At)
„When I came here, I was Cyril. Now I am Cyril Solala. But soon, soon I’m gonna be Herr Cyril.“Banditen erzählt die Liebesgeschichte der 45 Jährigen Kunstvermittlerin Sunny aus Frankfurt am Main und Cyril, einem zwischen 32 und 37 Jährigen Kongolesen. Cyril behauptet, ”by accident” in Deutschland gestrandet zu sein und lehnt die Stigmatisierung als Asylbewerber grundlegend ab. Sunny, die mit großem Widerstand auf gesellschaftliche Normen reagiert und immer auf der Suche nach neuen Impulsen ist, ist beeindruckt von Cyrils ungebrochenem Willen, es gegen alle gesellschaftlichen Erwartungen schaffen zu wollen und von seiner unermüdlichen Energie.
Seine Illegalität und unbekanntes Terrain wird zu ihrem persönlichen Abenteuer: Beide glauben, sie seien stärker als das System und strotzen vor Kraft. Doch nach und nach weicht der rauschhafte Zustand und der Glaube an den gemeinsamen Aufstieg einem Zustand der Erschöpfung. Ihre Unterschiedlichkeiten und das anfängliche Potential der Beziehung werden zunehmend zur Hürde. Trotzdem weigern sie sich aufzugeben.
Ausgehend von einer spezifischen Geschichte, die sich im nächsten Umfeld der beiden Filmemacher abgespielt hat, stellen Hannes Held und Lisa Bierwirth die Frage, was es heißt, in Deutschland illegal zu sein. Zwei Figuren, die sich gesellschaftlichen Erwartungen nicht beugen wollen, führen in eine ungewöhnliche Beziehungsgeschichte, die abseits der gängigen Klischees einen anderen Blick auf gesellschaftliche Strukturen wagt.
Film: Days Of Cannibalisim
Der Freundeskreis unterstützt die Entwicklung des Filmprojekts „Days Of Cannibalism“ von Teboho Edkins. Der Western „Days of Cannibalism“ spielt im heutigen Afrika und ist eine Mischform aus Dokumentar- und fiktionalem Film.Der Film handelt von Globalisierung - von einem Hotel in Südchina, einer Schmugglerbande in Lesotho, die in der Bar Days of Cannibalism Karten spielt, bis hin zum gewalttätigen Viehdiebstahl tief in den Lesotho Bergen. Der Film entwickelt sich zu einer realen zeitgenössischen Geschichte des Kannibalismus unserer Tage, zu einer Geschichte über die Beziehung zwischen China und Afrika, über Machtstrukturen und über die, die von diesen betroffen sind.
„Access to Justice“ (Dokumentarfilm)
Rechtsfreie Räume mitten in Deutschland? Diplomaten genießen Immunität, doch ihren Angestellten bleibt der Zugang zum Rechtsstaat Deutschland verwehrt, selbst wenn es in ihren persönlichen Geschichten um Freiheitsberaubung, moderne Sklaverei und Körperverletzung geht. Der Film erzählt diese Geschichten und berichtet über einen beispiellosen juristischen Kampf der Betroffenen, endlich vor einem deutschen Gericht Gehör zu finden.Buch / Regie: S. Zimmer und S. Budesheim; Produktion: Crossendfilm
Gefördert von den Freundinnen und Freunden der Heinrich-Böll-Stiftung
Folgeunterstützung: Erzählcafé für Frauen in der Nähe Kabuls
„Ich freue mich sehr, dass wir damals auf so eine gute Idee wie dem Erzählcafe gekommen sind“, schreibt die Initiatorin des Projekts, Shaima Ghafury: „Und ich bin Ihnen sehr dankbar für die Unterstützung des Projektes, die die Umsetzung dieser Idee ermöglicht hat. Ich habe einen großen Unterschied bei den Frauen und jungen Mädchen als vor einem Jahr gesehen. Sie sind viel wacher und selbstbewusster geworden. Sie sagten, dass sie jetzt mehr Mut haben zu sprechen. Vor allem haben sie viel Spaß dabei. Für die Hausfrauen ist das Erzählcafe der einzige Spaß.
Eine Frau hat ihre Burka schon abgelegt. Die jungen Mädchen tragen jetzt alle Hosen mit längeren Blusen, anstatt der "Panjabis". Damit sind sie mehr wie städtische Frauen geworden. Dafür mussten sie den Wiederstand ihrer Verwandtschaft brechen.
Diesmal habe ich den Frauen „Terra Bänder“ zum Sport und ein Puzzel mitgebracht. Sie freuen sich auf den Sport und leichte Gemeinschaftsspielen sehr. Sie saugen einfach alles auf, was man ihnen sagt und empfiehlt. Natürlich gibt es dort immer noch viele Probleme. Zum Beispiel liegt eins von den großen Problemen bei einer Frau, die keine Kinder bekommen kann. Deshalb ist ihre Beziehung mit ihrem Mann nicht gut. Außerdem sind einige Hausfrauen immer noch Analphabeten, aber sie möchten das lesen und schreiben lernen.“
Für das Fortsetzen des Erzählcafes und Frauentreffpunktes fehlt seit einigen Monaten die Finanzierung. Hier haben die Freundinnen und Freunde mit ihrer Förderung geholfen.
Buchprojekt: "Erzählen, um zu verstehen"
Die türkischen Intellektuellen, die mit dem Militärputsch 1980 nach Deutschland gekommen sind, bilden eine der drei großen Generationen türkischer Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Viele von ihnen fanden in Deutschland ein Exil, das sie teilweise bis heute nicht verlassen können.Auch die Autorin Oya Baydar lebte nach dem Putsch 12 Jahre lang im deutschen Exil. Beide Autorinnen waren engagiert in der türkischen Demokratiebewegung der 1980er Jahre bis heute. In ihrem Buch „Erzählen, um zu verstehen“ (original: Bir Dönem Iki Kadın. Birbirimizin Aynasında) sprechen sie über die Jahre des eigenen politischen Widerstands, vom Leben im Untergrund, von Gefängnis und Exil. Ulagay und Baydar eröffnen in ihren Gesprächen über den Kampf für ein Leben in Freiheit einen persönlichen und ergreifend ehrlichen Blick auf die Welt und besonders die Türkei der letzten Jahrzehnte.
Die Freundinnen und Freunde beteiligen sich an der Finanzierung der Übersetzung ins Deutsche, die voraussichtlich im Sommer 2013 erscheinen wird.
Medizinische Versorgung für einen nigerianischen Aktivisten
Der Aktivist Zahradeen Gambo arbeitet schon seit Jahren zu Menschenrechts-Themen in Nigeria, in einem sehr schwierigen Umfeld. Er hat der Heinrich-Böll-Stiftung in Nigeria für die diesjährige Arbeit, besonders für die aktuelle Besuchstour nach Berlin, als Partner zur Seite gestanden und effektive Unterstützung geleistet. Zahradeen ist in der gesamten deutschen Gemeinde in Nigeria für seine Arbeit bekannt: Die Deutsche Botschaft hat ihn vor einiger Zeit zu einem Besuch nach Berlin eingeladen, wo er auch den Abgeordneten Volker Beck traf.Derzeit aber ist er arbeitsunfähig: Bei einem Verkehrsunfall hat sich Zahradeen Gambo einen Fuß so gebrochen, dass eine Knochen- und Hautoperation nötig wurde. Unsere Büroleiterin in Nigeria hat eine Behandlung außerhalb Nigerias für unerlässlich gehalten, und sich gemeinsam mit der Deutschen Botschaft, dem Leiter der Deutsche Welle Haus Abteilung und anderen für eine Behandlung in Deutschland stark gemacht.
Die Freundinnen und Freunde finanzieren Zahradeen Gambo den Flug nach Deutschland, wo er im September behandelt werden kann.
Mit SOS for Human Rights nach Brüssel
Die Kampagne SOS for Human Rights richtet sich gegen Verletzungen der Kinder- und Menschenrechte an den Außengrenzen und innerhalb der der EU. Sie wurde im Herbst 2010 von acht Organisationen ins Leben gerufen: dem GRIPS Theater Berlin, den Flüchtlingsräten Berlin und Brandenburg, den Jugendlichen ohne Grenzen (JoG), PRO ASYL, GEW, Borderline Europe sowie WeGe ins Leben. Gemeinsam fordern sie: Fluchtwege freihalten! Den unerklärten Krieg gegen die Flüchtlinge beenden! Kinder- und Menschenrechte umsetzen!SOS for Human Rights besteht aus einem gleichnamigen Theaterstück vom GRIPS Theater, einem Appell von JoG sowie Aktionen des Bündnisses. Seit November 2010 tourt das Stück (ab 12 J.) bundesweit. Die Geschichte der jugendlichen Flüchtlinge Jamila, Naisha und Kerim ermöglicht, über die Fluchtgründe, die lebensgefährlichen Reisebedingungen der Flüchtlinge und die Festung Europa aufzuklären.
Im Dezember 2012 plant SOS for Human Rights eine Fahrt nach Brüssel, um das Thema der Kampagne an zentrale Stelle zu tragen und dort ein Forum für Diskussion und Auseinandersetzung zu schaffen. Durch Aufführungen des Stücks sowie Aktionen, wie bspw. die Übergabe der Unterschriften, soll Aufmerksamkeit auf das Thema der Kampagne gelenkt werden und unter den Abgeordneten des EU-Parlaments eine größere Sensibilität für das Problem der Menschenrechtsverletzungen im EU-Kontext geschaffen werden. Die Freundinnen und Freunde finanzieren die Fotobegleitung und Filmdokumentation der Reise nach Brüssel.
Weitere Informationen unter:
www.sos-for-human-rights.eu
www.en.sos-for-human-rights.eu (engl.)
GLADT QPoC- Summerschool
In der deutschen Gesellschaft sind (queere) People of Color, Schwarze (queere) Menschen und (queere) Menschen mit Migrationshintergrund noch immer in den verschiedensten Bereichen unterrepräsentiert. Ihre Erfahrungen werden in der von weißen Menschen dominierten Gesellschaft immer wieder negiert, nicht beachtet, übergangen. Mehrfachzugehörigkeit und Mehrfachdiskriminierungen werden gesellschaftlich zu wenig thematisiert und Lebensrealitäten von QPoC somit im Alltag zu wenig Beachtung geschenkt.Dem will die die Berliner Organisation GLADT eine Veranstaltungsreihe entgegensetzen, die ihre Teilnehmer empowert und die Möglichkeit gibt, sich auszutauschen, zu stärken und Handlungsstrategien zu entwickeln. Im Projekt "GLADT – QPoC Summer School" werden im Sommer 2012 verschiedene theoretische und praktische Veranstaltungen von und für Queers of Color, Queers mit Migrationshintergrund und Schwarze Queers angeboten.
- Programm GLADT – QPoC Summer School (pdf, 9 Seiten, 6.2MB).
Folgeantrag: Mit Geschichten die Gegenwart verändern
Bosnien und Herzegowina wird sowohl aus der Innen- als auch aus der Außenperspektive oft in sehr düsteren Farben gezeichnet. Mit diesem gesellschaftpolitischen Literaturprojekt ist für Schreibende aus Bosnien und Herzegowina eine Plattform gestaltet worden, auf der sie künstlerisch aus einer persönlichen Perspektive Erlebnisse ihres Alltags darstellen, sich mit Belastendem und Hoffnungsvollen auseinander setzen und für den Betrachter greifbar machen konnten. Gleichzeitig soll das Nebeneinanderstellen von verschiedenen Perspektiven zu einem gemeinsamen Thema sowohl den Autor/innen als auch den Leser/innen ein komplexeres Bild von Bosnien und Herzegowina zeichnen als das oft (medial) transportierte Bild. Als Ergebnis der Arbeit ist ein Buch entstanden, das auch auf Deutsch übersetzt und von bosnischen Künstlern illustriert wird.Das Projekt wurde bereits im vergangenen Jahr von den Freundinnen und Freunden gefördert – jetzt soll die fertige Arbeit lektoriert und layoutet und gemeinsam mit allen Beteiligten auf einer großen Vernissage vorgestellt werden.
Demonstration für freie Wahlen, Demokratie und Menschenrechte in Russland
Die Heinrich-Böll-Stiftung setzt sich schon seit langem für freie Wahlen und für die Freilassung von politischen Gegangenen in Russland ein – sowohl in Berlin als auch vor Ort.Am 4. Februar 2012 fand in Berlin eine von vielen Demonstrationen für freie Wahlen, Demokratie und Menschenrechte in Russland statt, zeitgleich mit Moskau und anderen Städten. Dabei wurde auf die deutsche Tradition der karnevalistischen politischen Satire zurückgegriffen. Zur Unterstützung dieses "politischen Karnevals" haben die Freundinnen und Freunde dafür gesorgt, dass das Organisationsteam einen Karnevalswagen nach rheinischer Tradition mieten, schmücken, beschallen und mit Karnevalspuppen bestücken konnte.
Dokumentarfilm: K 143 – Zur Stärkung der lokalen Selbstverwaltung in Bosnien
Der Film soll die Koalition 143 porträtieren. Diese Gruppe in der NGO-Landschaft Bosnien und Herzegowinas (BiH) zeichnet sich nicht durch eine inhaltliche Agenda aus, sondern steht für eine institutionelle Forderung, die sie an das politische System BiHs richtet: Die Stärkung der lokalen Selbstverwaltung.
Die K 143 ist ein Zusammenschluss vieler Organisationen mit unterschiedlichen Zielen. Sie alle eint die Entschlossenheit, dem in der Bevölkerung vorherrschenden Gefühl der politischen Machtlosigkeit etwas Konstruktives entgegenzusetzen. Dazu tritt die Koalition 143 für eine Reform der Entscheidungsprozesse ein. Ein wichtiger Bestandteil der geforderten Reformen ist der Machttransfer von der nationalen bzw. der Entitätsebene auf die kommunale Ebene, um sowohl die Fragen und Probleme als auch ihre unterschiedlichen Lösungen näher an die Bürger/innen zu tragen. In Gesprächen mit den Akteur/innen wollen die Filmemacher/innen erfahren, wie sie ihre Idee verbreiten und ihre Umsetzung erreichen wollen. Gleichzeitig interessieren sie auch Positionen der Bevölkerung: Wie wird die Idee der Koalition 143 aufgenommen? Trifft sie auf ein real bestehendes Bedürfnis?
Durch das Zusammenschneiden dieser unterschiedlichen Perspektiven soll eine Diskussion innerhalb des Filmes entstehen. Der der Koalition 143 immanente und handlungsleitende Gedanke der Dezentralisierung kommt dadurch symbolisch zum Ausdruck, dass die beteiligten NGOs in unterschiedlichen Städten angesiedelt sind (Sarajevo, Trebinje, Tuzla, Mostar, Banja Luka, Livno) und im Rahmen des Projekts besucht werden sollen.
Irgendwie Anders: Multimediales Tanz-Theater für Menschen ab vier Jahren
Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung fördern diese Inszenierung von disdance project nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Kathryn Cave und Chris Riddell, ausgezeichnet mit dem UNESCO-Preis für Kinder- und Jugendliteratur im Dienst der Toleranz.Kinder leben in unserer multikulturellen Gesellschaft mit ihren unterschiedlichsten Sozialisationen und müssen sich darin zurecht finden. Die Geschichte knüpft an die persönliche Auseinandersetzung an, die unsere Kinder tagtäglich mit sich selbst und anderen führen. Sie behandelt Themen wie Wahrnehmung, Identitätsfindung, Abgrenzung und Ausgrenzung, Verschiedenartigkeit, Akzeptanz und Toleranz. Die Probleme und Herausforderungen des Protagonisten "Irgendwie Anders" sind ein Synonym für das, was wir als gesamte Menschheit zu bewältigen haben.
Aus Choreographie, Musik und Video entwickelt sich eine universell verständliche Bildersprache. Ein Stück voll Übermut und Sinnlichkeit, Sinn und Unsinn, lustig, rührend und irgendwie anders...
Das Projekt schafft eine Verbindung zwischen kultur- pädagogischer Arbeit mit Kindern und dem künstlerischen Schaffensprozess. Kinder aus fünf kölner Grundschulklassen gestalten in Projektwochen mit ihrer Kreativität und ihrem Erfahrungsschatz die künstlerischen Mittel der Inszenierung, und erhalten so einen intensiven Einblick in die künstlerische Arbeit. Diese Arbeitsweise hat Modellcharakter. Das Stück soll auf eine internationale Gastspielreise gehen.
"Irgendwie Anders" findet tatkräftige Kooperationspartner in der UNESCO und der Initiative Tanz in Schulen des NRW Landesbüro Tanz.
Dokumentarfilm: Heimathafen
Heimathafen ist Portrait eines einfachen Mannes mit einem außergewöhnlichen Leben. Dieses wurde von mehreren globalen Konflikten beeinflusst – sowohl vom Genozid armenischen Volk, dem Palästina-Israel-Konflikt, dem I. + II. Weltkrieg als auch vom Libanesischen Bürgerkrieg.In der Geschichte geht es um Verluste und Errungenschaften, Identitätswechsel, Integrationsfragen und um wiederholte Heimatsuche in der Fremde.
Das Projekt befindet sich in Entwicklung/Vorproduktion. Die Freundinnen und Freunde haben die junge Filmemacherin Helen Walter-Kurkjian bereits in der Projektentwicklung unterstützt, mit einer Reise nach Damaskus. Dort war sie mit ihrem Dokumentarfilmprojekt zum Campus des Dox-Box-Festivals eingeladen.
Dokumentarfilm: Anna und Saihou - eine Liebesgeschichte
Anna ist deutsche Staatsangehörige, Saihou Asylbewerber aus Gambia. Die beiden wünschen sich nichts mehr, als zusammen in Berlin leben zu dürfen. Voraussetzung dafür ist eine Eheschließung. Denn der Asylantrag von Saihou wurde abgelehnt, er kann jederzeit nach Afrika ausgewiesen werden. Doch wegen der bürokratischen Hindernisse ist eine Hochzeit in Deutschland so gut wie unmöglich. Jetzt will das Paar in Gambia heiraten, aber ob Saihou anschließend zurück nach Deutschland kommen darf, ist ungewiss. Die Filmemacherin Denise Dismer dokumentiert die schwierigen Lebensbedingungen von Asylbewerbern, die Ungleichbehandlung von binationalen Paaren und den Kampf eines Liebespaares für seine gemeinsame Zukunft.
Dokumentarfilm: No One Is Illegal
Die Situation der Flüchtlinge in Griechenland ist immer wieder Thema auch in den deutschen Medien. Hier wird über die unzureichende Betreuung der Flüchtlinge, das Dranglasieren durch die Polizei und nicht zuletzt auch unerlaubte Rückstellungen in die Türkei berichtet. Immer wieder ist die Sprache von „illegalen“ Flüchtlingen. In keinem der Artikel, Reportagen und Filme wird über die persönliche Situation der Flüchtlinge gesprochen. Anna Brass und Hamon Tanin halten die Geschichten und Schicksale der jungen Flüchtlinge in Griechenland in einem Dokumentarfilm fest. Dadurch soll das eher marginalisierte Thema in die Öffentlichkeit gerückt und über die Bedingungen und Lebensumstände von jungen Flüchtlingen aufgeklärt werden.
Erzählcafe: Treffpunkt für Frauen - Kabul
Frauen in Afghanistan sind seit mehr als 30 Jahren dem Krieg und dessen Folgen ausgesetzt. Viele sind traumatisiert, viele sind Analphabetinnen. Diese Frauen haben keine Möglichkeit, sich über ihr Leiden schriftlich zu äußern und meistens auch nicht darüber zu sprechen, geschweige denn sich selbst und ihren Leidensgenossinnen zu helfen. Alles, was sie erlebt haben, bleibt in ihrem Innern verborgen, ohne dass jemand davon erfährt. Deshalb sind diese Frauen fast immer sehr traurig, ohne den Grund genau zu kennen. Außerdem haben fast alle Frauen so dramatische und oft grausame Erfahrungen in ihrem Leben gemacht, dass sie deswegen auch kaum oder keine Zuhörer für ihre Leiden und Sorgen finden. Ihre Leidensgeschichte begleitet die Frauen lebenslang, ohne dass sie jemals Gehör finden und sich jemandem anvertrauen könnten, um sich das Leid „von der Seele zu reden“. So sind sie gezwungen, alles mit sich ins Grab zu nehmen. Dem soll das Erzählcafé entgegenwirken.Der Stadtteil Waselabad befindet sich südöstlich der Stadt Kabul. Die meisten Bewohner gehören der ärmeren Schicht der Bevölkerung an. Der überwiegende Anteil der Frauen dort sind Hausfrauen. Somit sind sie nur mit dem familiären Leben beschäftigt, soziale Kontakte sind eine Seltenheit.
Mit diesem Projekt können wir Frauen der sozial schwachen Schichten der Gesellschaft Afghanistans erreichen, die sonst von Fördergeldern für Afghanistan nie profitieren. Im Stadtteil wird das Projekt eine neue Tür für Frauen öffnen. Die Frauen werden lernen zu „erzählen“. Gerade junge Frauen werden mit Management und Organisation von Frauenarbeit zum ersten Mal in Berührung kommen. Der Treffpunkt kann für weitere gemeinschaftliche und individuelle Entwicklungen der Frauen (Computerkurse, Entspannungskurse, u.ä. …) dienen. Somit kann dieses Projekt als ein Sprungbrett gesehen werden, indem sich allmählich Grundstrukturen für die zukünftige Gemeinwesenarbeit entwickeln und etablieren werden.
Künstleraustausch: Beauty through my eyes
„Beauty through my eyes“ ist ein Austauschprojekt von sudanesischen und deutschen Künstler/innen, das Fragen der Zusammenarbeit, Vorstellungen und dem Kunstverständnis in beiden Ländern künstlerisch untersuchen möchte.Die Pole, die in diesem Projekt aufeinander treffen, sind unterschiedlichste Auffassungen von Politik, Kultur, Religion, Ethnien und Geschlechterrolle, die jeweiligen familiären und persönlichen Hintergründe.
Das Projekt fragt, ob sich vor dem Hintergrund globaler und grenzüberschreitender Probleme des 21. Jahrhunderts Wege finden lassen, gemeinsam durch den künstlerischen Prozess menschliche Umgangsweisen zu visualisieren und zu erproben.
In einem ersten Teil reisten drei deutsche Künstler nach Khartum zur Zusammenarbeit mit den Künstlern der Sudanese Plastic Artists Union (SPAU). Im zweiten Teil reisten drei der sieben eingeladenen afrikanischen Künstler nach Deutschland. Diejenigen Künstler, die kein Visum erhalten hatten, wurden mittels Internet und Reproduktionen in den Prozess und die Ausstellung eingebunden und blieben weiter beteiligt.
Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung finanzieren die Dokumentation des Austausches für eine künstlerische Nachhaltigkeit des Projektes.
Buch: Mit Geschichten die Gegenwart verändern
Bosnien und Herzegowina wird sowohl aus der Innen- als auch aus der Außenperspektive oft in sehr düsteren Farben gezeichnet. Mit diesem gesellschaftpolitischen Literaturprojekt soll für Schreibende aus Bosnien und Herzegowina eine Plattform gestaltet werden, auf der sie künstlerisch aus einer persönlichen Perspektive Erlebnisse ihres Alltags darstellen, sich mit Belastendem und Hoffnungsvollen auseinander setzen und für den Betrachter greifbar machen können.Gleichzeitig soll das Nebeneinanderstellen von verschiedenen Perspektiven zu einem gemeinsamen Thema sowohl den Autor/innen als auch den Leser/innen ein komplexeres Bild von Bosnien und Herzegowina zeichnen als das oft (medial) transportierte Bild. Als Ergebnis der Arbeit soll ein Buch entstehen, das auch auf Deutsch übersetzt und von bosnischen Künstlern illustriert wird.
Film: Erhobenen Hauptes
Gegenstand des Dokumentarfilmprojekts „Erhobenen Hauptes – (Über)Leben im Kibbuz Ma'abarot“ sind die Biographien von im nationalsozialistischen Deutschland verfolgten Menschen, die heute im Kibbuz Ma'abarot in Israel leben. Grundlage für den Film sind Interviews mit fünf Personen, die auf ganz unterschiedlichen Wegen von Deutschland nach Israel bzw. Palästina kamen, um sich dort ein neues Leben aufzubauen.Die Filmemacher sind dabei sowohl an der Verfolgungsgeschichte als am Weiterleben der Menschen im Kibbuz und in Israel interessiert.
Der Film von DocView, einer Gruppe aus acht jungen Leuten, von denen die meisten noch studieren, richtet sich insbesondere an junge Menschen. Ohne das Projekt hätten die Filmemacher und all diejenigen, die den Film sehen werden, vermutlich keine Chance mehr, von den Lebensgeschichten der Protagonist/innen zu erfahren und umgekehrt hätten diese vielleicht keine Möglichkeit, ihre Geschichte anderen zugänglich zu machen – eine weitere Motivation für die Gruppe, sich mit dem Thema zu befassen.
Die Projektidee wurde von ihnen gemeinsam entwickelt und wird auch gemeinsam umgesetzt. Die Gruppe versucht, hierarchiefrei zu arbeiten und hat beispielsweise – für ein Filmprojekt ungewöhnlich – keinen Regisseur, sondern entscheidet in der Gruppe gemeinsam, welche Schwerpunkte im Film gelegt werden sollen.
Roman: Halbierte Hoffnungen - Pınar Selek
Istanbul, 1980: Nach dem Militärputsch kämpfen die jungen Istanbuler Hasan, Sema, Salih und Elif gegen die bedrückende Perspektivlosigkeit und die schmerzlichen Verluste dieser Jahre. Von ihren Wurzeln gewaltsam losgelöst, begeben sie sich auf die bewegende Suche nach sozialer und politischer Zugehörigkeit - und dem eigenen Ich.Die Lebensreisen der vier sind geprägt vom Kampf gegen die bedrückende Perspektivlosigkeit und die schmerzlichen Verluste dieser Jahre. Die Freunde müssen sich entscheiden: der illegale, bewaffnete Kampf oder das unbescholtene Leben, die Heimat oder das Exil.
Erstmalig schildert Pınar Selek jene Zeiten durch die Augen Jugendlicher. Sie erzählt von Lebensmut und Träumen, von Menschen, die zueinander finden, und von der Fähigkeit, zu verzeihen. „Halbierte Hoffnungen“ ist aber nicht nur die Geschichte einer Generation. Pınar Selek entwirft in ihrem Romandebüt ein packendes Porträt Istanbuls - eine Liebeserklärung an „ihre“ Stadt, die wie kaum eine andere ihre Vielfältigkeit lebt.
Ein hoffnungsvolles Buch – heute aktueller denn je. Es erscheint im Oktober 2011.
Pınar Selek ist Soziologin, Autorin und Feministin, und sie versteht sich als politische Aktivistin. Seit 1998 von der türkischen Justiz als Terroristin verfolgt, lebt sie seit einigen Jahren im deutschen Exil, unterstützt u.a. von der Heinrich-Böll-Stiftung. Zurzeit lebt sie als Stipendiatin des P.E.N. Deutschland in Berlin.
Campus: Dox-Box-Festival in Damaskus
Die Freundinnen und Freunde haben der Musikerin und Filmemacherin Helen Walter-Kurkjian (Berlin/Moskau) die Teilnahme am Campus des Dox-Box-Festivals 2011 in Damaskus ermöglicht. Dox-Box ist das erste öffentliche, non-profit Dokumentarfilm-Festival in Syrien. Es wurde 2007 von unabhängigen Filmemachern in Damaskus initiiert und so eine Plattform für arabische, aber auch internationale Filmschaffende etabliert, die den kulturellen Austausch fördern soll. Da in erster Linie junge Filmschaffende und –interessierte angesprochen werden sollen, sind alle öffentlichen Veranstaltungen und Filmvorführungen kostenfrei.Der Dox-Box-Campus ist eine Werkstatt auf Einladung. Gemeinsam mit 14 weiteren jungen Filmschaffenden hatte Helen Walter-Kurkjian dort die Möglichkeit, unter der Leitung von internationalen Mentoren aus der Dokfilmbranche (Kirsten Johnson/USA, Mikael Ostrup & Tue Stehen Muller/Dänemark, Rada Sesic/Serbien/Niederlande, u.a.) an ihrem Filmprojekt „Heimathafen“ weiter zu arbeiten und dieses Vertretern internationaler Stiftungen vorzustellen.
„Heimathafen“ spielt in Teilen in Beirut und Haifa und behandelt am Beispiel der Lebensgeschichte ihres Vaters die großen Themen Heimat und Identität. Helen über ihre Erfahrungen in Damaskus: „Besonders dankbar bin ich für die vielen konkreten Ratschläge der Mentoren zu meinem Filmprojekt. Das Zusammentreffen mit jungen arabischen Filmemachern war inspirierend und hat meinen Horizont erweitert – ich war überrascht, dass 70% der Eingeladenen junge, selbstbewusste Frauen waren.“
Kunstprojekt: FRAGILE-global performance chain journey
In einer globalen Kunstinitiative geht eine Glasscheibe durch die Hände von Hunderten Künstlern einmal um die ganze Welt. Kann ein zerbrechliches Objekt in Zeiten von Emails, Chat und Mobilität sicher um die Welt reisen, von Hand zu Hand gereicht, sich aufladend mit Geschichten und Gesichtern? Mehr als 750 Künstler aus 62 Ländern nehmen an der Kunstaktion teil. Jeder Künstler wird, wenn er oder sie im temporären Besitz des Objektes ist, damit ein unbeständiges Kunstwerk schaffen: Performance Künstlerinnen lassen Live Events entstehen, Musiker komponieren Stücke, Bildende Künstlerinnen erarbeiten das Thema der Zerbrechlichkeit in Bildern, Skulpturen oder Installationen. Die Besonderheit des Projektes liegt jedoch nicht nur im Bereich der Kunst in all ihrer Vielfalt, es untersucht in seinem internationalen Anspruch auch Phänomene wie Globalisierung und Ökologie und stellt die Frage, was Toleranz und Völkerverständigung heute für uns bedeuten. Die Reise des Objektes und der Künstler/innen wird auf der Webseite fragile-global-performance.net dokumentiert.Film: Ankunft - Aya Kouamé
Sie kommen aus Griechenland, Spanien, Italien, dem ehemaligen Jugoslawien, Portugal, Marokko, Tunesien, Vietnam, aus der Türkei, aus Kuba, Mosambik, Polen, und Angola. Einige haben ihr Land aus wirtschaftlichen Gründen verlassen, andere wegen politischer Unruhen. Manche kommen zum Studieren, aus Liebe zum Partner oder einfach nur aus Neugierde. Einige sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt, die meisten sind geblieben. Sie haben Deutschlands Entwicklung miterlebt. Sie haben sich eingelebt - manche so gut, dass sie sich jetzt in ihrer eigenen Heimat fremd fühlen. Einige haben sich einen höheren Lebensstandard schwer erarbeitet, andere kämpfen um das Existenzminimum. Dennoch haben alle etwas gemeinsam: Sie erinnern sich ganz genau an ihre Ankunft, an ihre ersten Tage in Deutschland. Der Dokumentarfilm von Aya Kouamé zeigt die ersten Eindrücke von Migrantinnen und Migranten, ihre Erinnerungen an den Tag ihrer Ankunft.
Film: Die wundersame Arithmetik der Unterschiedlichkeiten
Der Film von Dagmar Schultz und Zara Zandieh dokumentiert die Aufenthalte der afro-amerikanischen Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde in Berlin und vermittelt, welchen politischen und künstlerischen Einfluss sie in Deutschland auf die schwarzen und feministischen Gemeinschaften in einer Zeit des intensiven politischen Wandels hatte und weiterhin hat. Ein konstruktiver Umgang mit Unterschieden war eines der wichtigsten Anliegen von Audre Lorde. Mit dieser Botschaft soll der Film auch heute Diskussionen und Reflexionen in einer Vielzahl unterschiedlicher Gruppen anregen und durch den Einsatz bei Veranstaltungen zu nachhaltiger Antidiskriminierungs- und Integrationsarbeit beitragen.Stadtteilprojekt: So nah, so fern
Das Sonderprojekt der Jugendarbeit des Deutschen Schauspielhauses bringt Kinder und Jugendliche mit deutschem und afrikanischem Hintergrund für ein interkulturelles Theaterprojekt zusammen. Gemeinsam werden sie Geschichten über Flucht, Migration und das Leben in Hamburg aufspüren und unter der Anleitung des Regisseurs und Schauspielers Patrick Abozen ein Theaterstück erarbeiten. Sie erzählen Geschichten, die manchmal aus Scheu, Fremdheit, Furcht oder Unsicherheit nicht erzählt werden, beschreiben ihr Familienleben, berichten über ihre Erfahrungen und Träume, ihre Wurzeln und ihre Traditionen. Das erarbeitete Stück wird mobil in Schulen und Stadtteilzentren auf der Veddel in Hamburg gezeigt werden. Der Regisseur Patrick Abozen arbeitet regelmäßig mit Jugendlichen verschiedener Nationen zum Thema Migration und setzt dies in Dance, Hip-Hop und Theaterperformances um. Der Freundeskreis unterstützt die Realisierung des Projekts.
Reis‑Saatenbank: Vrihi - West-Bengalen
Der indische Biologe Dr. Debal Deb gründete 1997 die erste nichtstaatliche Reis‑Saatenbank in West-Bengalen namens Vrihi (Sanskrit für “Reis”). Seitdem gelang es Dr. Deb und seinen Kollegen am Centre For Interdisciplinary Studies (CIS) dem Verlust der genetischen Diversität der Reispflanze Einhalt zu gebieten, sowie die zunehmend in Vergessenheit geratene Praxis des Saagut‑Tausches in West‑Bengalen wieder aufleben zu lassen.Mit über 600 kultivierten, traditionellen Reissorten, die kostenlos an Bauern aus 18 Bundesstaaten ausgegeben werden, ist Vrihi heute der größte nichtkommerzielle Umschlagplatz für Reissaaten im Osten Indiens. Der Erfolg zeigt, dass sich nachhaltige Landbewirtschaftung mit traditionellen Kulturpflanzen dauerhaft gegenüber den modernen Hochleistungssorten behaupten kann, die von internationalen Agrarunternehmen aggressiv vermarktet werden. Durch die Unterstützung des Freundeskreises konnte ein Interview mit dem Gründer Dr. Deb aufgenommen werden, in dem er die Prinzipien und Visionen von Vrihi darlegt. Der Film dient der Kampagnenunterstützung des Projekts.
Film: Jalda und Anna
Das dokumentarische Porträt zweier jüdischer Frauen rückt unkonventionelles jüdisches Leben im heutigen Berlin in den Blick und zeigt, wie vielfältig jüdische Identitäten und Lebensweisen sind. Die Filmemacher Katinka Zeuner und Benjamin Laser porträtieren Jalda Rebling und Anna Adam, zwei Künstlerinnen, die in einer gleichgeschlechtlichen Ehe mit 3 Söhnen leben und sich auf vielfältige Art und Weise einsetzen, um Menschen ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu ermöglichen. Sie bieten mit Ohel Hachidusch – dem von ihnen gegründeten „Zelt der Erneuerung“ - Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen keinen Platz für sich in der großen Jüdischen Gemeinde sehen, einen Ort, um jüdisches Leben nach ihrer Fasson zu leben. Jalda und Annas Einsatz und ihre konstanten Kämpfe zur Verwirklichung ihrer Träume sind wegweisend und beispielhaft für die Suche nach Lebenskonzepten jenseits von sozialen, religiösen und kulturellen Schranken. Das filmische Porträt dieser beiden Persönlichkeiten wird in der Bildungsarbeit zu Antisemitismus sowie in Projekten für Vielfalt und Toleranz Verwendung finden.
Medizinische Versorgung für Menschen ohne Papiere: MediNetz
MediNetz Rhein-Neckar e.V. ist ein Verein von Medizinstudent/inn/en aus Heidelberg und Mannheim, die sich für die medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere einsetzen. In Deutschland haben Menschen ohne Papiere faktisch keinen Zugang zum Gesundheitssystem und scheuen oft selbst bei schweren Krankheiten den Weg zum Arzt oder zur Ärztin aus Furcht vor der Abschiebung. MediNetz hat eine wöchentliche Sprechstunde für kranke Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung eingerichtet. Weiterhin können sich die Menschen ohne Papiere telefonisch an den Verein wenden. Die Patienten werden an kooperierende Ärzt/inn/en vermittelt und unentgeltlich behandelt, während anfällige Laborkosten vom Verein übernommen werden. 2009 ist die Anzahl der betreuten Schwangeren beträchtlich gestiegen, was zu einer hohen finanziellen Belastung des kleinen Vereins geführt hat. Die Unterstützung durch den Freundeskreis ermöglicht weiterhin eine adäquate Betreuung dieser Frauen.
Ausstellung: Kleinbäuerinnen in Bangladesch
Das Projekt besteht aus einer Foto/Textausstellung über "Nayakrishi Andolon - Die Bewegung Neue Landwirtschaft" in Bangladesch. Diese überwiegend von Frauen getragene Bauernbewegung besteht aus etwa 65.000 Familien und hat sich zum Ziel gesetzt, gesunde Nahrung nachhaltig, ohne den Einsatz von Chemie herzustellen sowie die Umwelt zu schützen. Im angeschlossenen "Nayakrishi Seed Network", dem Saatgutnetzwerk, sammeln Frauen traditionelles Wissen über tausende Reissorten und entwickeln dieses in wissenschaftlichen Versuchsreihen weiter. Traditionell ist die Bewahrung, Pflege und Weiterentwicklung der Saat in Bangladesch Aufgabe der Frauen und so wird das wiederentdeckte Wissen unter dem Motto Keep seeds in our hands - sisters! nur von Frauen an Frauen weitergegeben. Das Ausstellungsprojekt ist Teil des Zyklus "Gelebte Alternativen - Wege in eine nachhaltige, global gerechte Zukunft". Der Werkzyklus stellt sechs Städte, Dörfer, Gemeinschaften und Netzwerke aus aller Welt vor, die der ökonomischen Globalisierung und der aktuellen Nahrungsmittelkrise auf ganz eigene Art und Weise begegnen und alternative Konzepte des nachhaltigen Wirtschaftens sowie zum Erhalt ihrer Lebensgrundlagen und der Umwelt entwickelt haben und diese umsetzen. Zur Realisierung des Projektes wird die Fotografin Katharina Mouratidi im Februar 2010 vier Wochen lang Bangladesch bereisen und die Arbeit von "Nayakrishi Andolon" sowie des "Nayakrishi Seed Network" dokumentieren.Tschetschenisches Kulturzentrum - Berlin
Das von Migrant_innen geleitete Zentrum in Berlin bietet Beratung in Asylfragen und der sozialen Integration, organisiert Vorträge zu Menschenrechtsthemen und vermittelt kaukasische Kultur und Religionsunterricht. Besucht wird es vor allem von Kindern und Jugendlichen, die in Tschetschenien eine Atmosphäre von Krieg und Gewalt erlebten und Gewalt als einzige Methode der Konfliktbewältigung kennen lernten. Wichtige Aspekte der Arbeit des Zentrums sind die Vermittlung von Gewaltfreiheit und der gemäßigten Sufti-Tradition des Islam, die für Tschetschenien charakteristisch ist. Die tschetschenischen Jugendlichen müssen mit Heimat- und Sprachverlust und mit dem Verlust sozialer Bindungen zurechtkommen. Auf der Suche nach Lebenssinn und Identität sind radikale Formen des Islam oft nicht unattraktiv. Das Zentrum versucht diesen Prozessen und Negativerfahrungen gegenzusteuern. Die Freundinnen und Freunde unterstützen es bei dieser Arbeit mit einem Förderbeitrag, um eine kurzfristig ausgefallene Finanzierung auszugleichen.
Dokumentarfilm: The ugly kid
Der Dokumentarfilm von Lena Zimmer beschreibt die Lebenssituation jugendlicher Migranten aus Myanmar und zeigt die politische und soziale Situation im „Goldenen Dreieck“, dem Grenzgebiet von Mynmar, Thailand und Laos. Drogen- und Menschenhandel gehören zum Alltag dieser Jugendlichen, die nur schwer aus dem Zirkel von Verbrechen und Gewalt ausbrechen können. Der filmische Blick auf die Lebenszusammenhänge der jugendlichen Grenzakteure zeichnet sich durch seine vielschichtige Perspektive aus und leistet damit einen Beitrag zum Diskurs über die bisher wenig thematisierte Krisenregion des myanmarisch-thailändischen Grenzgebiets. Die Freundinnen und Freunde unterstützen die Fertigstellung des Films, der in der Bildungsarbeit zum Einsatz kommen soll.
Film: Boarderspeaking
Boarderspeaking ist ein europäisches Filmprojekt, das einmal von der Adria bis zum Baltikum gereist ist und das die „innere“ Grenze zwischen den alten und neuen EU-Mitgliedstaaten thematisiert. Es setzt sich mit Fragen von Grenzen in der Landschaft, vor allem aber auch in der Gesellschaft und in den Köpfen der Menschen auseinander. Die psychische Grenze trennt die alten Mitgliedsstaaten von den neuen. Als äußerliche Trennlinie verliert sie immer mehr an Sichtbarkeit, doch als innere Grenze bleibt sie bestehen. Sieben Europäer/innen erzählen in dem Film, wie sie „ihre“ Grenze erlebt haben: im Spannungsfeld zwischen dem Wunsch zu vergessen, dem Bedürfnis nach Erinnerungen und der Notwendigkeit, sich zwischen den Relikten aus Zeiten des Kommunismus und der rasantem Globalisierung neu zu orientieren. Kern des Projektes ist die Präsentation und Diskussion des Filmes in 40 Orten entlang der ehemaligen EU-Grenzen in Zusammenarbeit mit etwa 60 lokalen Partnern in 8 Ländern. Bei den Filmvorführungen begegnen sich Bewohner/innen von beiden Seiten der Grenze, um ihre Eindrücke rund um diesen Film zu diskutieren, der direkt an sie gerichtet ist.
Ausstellung: Iran - Parastou Forouhar
Die iranische Künstlerin Parastou Forouhar stellt in der Arbeit "Dokumentation" Presseartikel, Interviews und Briefe in einen künstlerischen Kontext und geht der Inszenierung des Ritualmordes an oppositionellen PolitikerInnen durch Irans staatlichen Geheimdienst nach. Durch die Ästhetik des Ornamentalen entfaltet sich das von Gewalt und Freiheitseinschränkungen geprägte Leben im Iran. Parastou Forouhar bindet in Anlehnung an persische Miniaturmalerei Figurengruppen in ornamentale Strukturen ein. Diese entpuppen sich als Folterszenen, die sich zu pittoresken Mustern verweben, sich auflösen, um sich in immer neuen Konfigurationen wiederzufinden. Die Ausstellungseröffnung in Anwesenheit der Künstlerin in Karlsruhe durch Mir Mohammedi Stiftung Menschenrechtszentrum Karlsruhe e.V. wurde durch den Freundeskreis unterstützt.Spiel: Quizzarabesque
Mit einem Zuschuss zur Entwicklung des Spiels Quizzarabesque unterstützt der Freundeskreis den eurient e.V. Verein für transmediterranen Kulturdialog in Leipzig. Das Quizz soll einen Anreiz schaffen, sich mit den Lebenswelten arabischer Länder und den kulturellen Hintergründen von MigrantInnen auseinanderzusetzen. Es soll Wissen über den Nahen und Mittleren Osten, Religionen, Sitten und Bräuche vermitteln, dabei Ressentiments auflösen und durch ein anderes Format in der Bildungsarbeit die Neugierde auf die Lebenswelten von MigrantInnen wecken.
Gesundheit: Koami Atcha - Stipendiant
Der Germanistikstudent Koami Atcha kam mit einem Stipendium nach Deutschland, um im Heinrich-Böll-Archiv in Köln für seine Arbeit zu Heinrich Bölls Roman "Frauen vor Flusslandschaft" zu recherchieren. Als ihn eine schwere Krankheit ereilte, musste er im Krankenhaus behandelt werden, was aufgrund einer Vorerkrankung nicht durch die Krankenkasse gedeckt war. Um diese Rechnung zu begleichen, hätte er sein Studium in Togo abbrechen müssen. Der Freundeskreis sprang ein und beglich die Rechnung für den jungen Böll-Forscher, der jetzt wieder gesund ist und sein Studium fortsetzt.
Film: Zu wissen, dass du noch lebst
Der Filmemacher Savaz Ceviz entwickelt auf der Basis des 2006 von der Heinrich-Böll-Stiftung und Memorial herausgegebenen Buches "Zu wissen, dass du noch lebst" einen Dokumentarfilm, den der Freundeskreis mit einem kleinen Beitrag unterstützt. Das Buch sammelt die Erzählungen von Kindern aus Tschetschenien über ihre Erfahrungen von Krieg, Angst, Verlust und Gewalt. Diese ergreifenden Zeitdokumente werden in dem Film von Kindern aus Deutschland vorgetragen, die in einer behüteten Umgebung aufwachsen und in dieser gezeigt werden. Durch den Kontrast will der Film für das Leid der Kinder sensibilisieren, die der Erfahrung von Krieg und Gewalt ausgesetzt sind.
Karawane 2009: Zum Glück geht es anders
Seit 1985 ist der Verein eine Anlaufstelle für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung und fördert die Selbstbestimmung von psychiatrisch Kranken und das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen. Im Juli 2009 machen sich das Blaue Kamel und seine Karawane erneut auf den Weg, um auf den Wasserstraßen von Berlin über Brandenburg und Wolfsburg nach Bremen zu ziehen. Die Karawane 2009 tritt mit Veranstaltungen und Aktionen für Gleichberechtigung und Teilhabe psychisch Kranker am gesellschaftlichen Leben ein. Als Reisegesellschaft sind mit dabei: Alte und Junge, Behinderte und Nichtbehinderte, Gerade und Ungerade, Künstler, Musiker, Profis und Laien. Die Karawane 2009 hat zum Ziel, an den Karawanenstationen Aufklärungsarbeit über das Phänomen „psychische Krankheit" zu betreiben - mit Experten und allen Mitreisenden - entsprechend ihrer Fähigkeiten - als Experte in eigener Sache sich zu Wort zu melden und in das Geschehen einzubringen. Dadurch wird die Karawane 2009 ein Ort des politischen Probehandelns, des Übens, sich zu engagieren, eine Gelegenheit, krankmachende Verhältnisse und deren Verantwortliche zu kritisieren, um einen Platz in der Mitte der Gesellschaft einzufordern.
Behandlung und Seminar: Aishat Magomedova
1994 entstand das Frauenkrankenhaus Dagestan, wesentlich getragen von Dr.med. Aishat Magomedova und dem Verein „Liga zum Schutz von Mutter und Kind". Behandelt werden - für wenig oder ohne Geld - insbesondere mittellose Frauen aus den Bergen, wo kaum oder keine medizinische Infrastruktur vorhanden ist. Für ihr gesellschaftspolitisches Engagement wurde Frau Magomedova - zusammen mit anderen 1000 Frauen aus der ganzen Welt - 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert. Seit gut einem Jahr gibt es Probleme mit der Staatsgewalt, die auf eine Liquidierung des ganzen Projektes zielt. Im Mai 2008 erging ein Rechtsbescheid, der die Räumung des Hauses zum 31.12.2008 anwies. Die Vereinsmitglieder und UnterstützerInnen organisierten daraufhin eine Protestversammlung. Deren TeilnehmerInnen wurden seitdem staatlich und publizistisch verfolgt und behelligt. Aishat Magomedova ist mittlerweile körperlich und psychisch stark angegriffen. Der Freundeskreis ermöglicht ihr, mit Unterstützung des Vereins OWEN im Oktober 2008 in Berlin medizinisch untersucht und betreut zu werden und im selben Zeitraum am Netzwerk-Seminar kaukasischer und deutscher FriedensaktivistInnen teilzunehmen.Trainings- und Mentoringprogramme: NGO No Legal Frontiers
Aus der israelischen NGO Machsom Watch, die seit sieben Jahren Menschenrechtsverletzungen an Grenzübergängen zum Westjordanland beobachtet und an die Öffentlichkeit bringt, hat sich eine neue NGO entwickelt mit dem Namen „No Legal Frontiers", die stärker eingreifen will. Da Palästinenser aus dem Westjordanland vor israelischen Militärgerichten stehen, deren Gerichtsbarkeit sich von dem in Israel praktizierten zivilen Recht unterscheidet und die Angeklagten nur unzureichende Unterstützung durch Anwälte erhalten, entwickelt „No Legal Frontiers" Workshops, die palästinensische Anwälte im israelischen Militärrecht schulen. Daneben ist eine umfangreiche Quellensammlung zum israelischen Militärrecht entstanden, die ins Arabische und Englische übersetzt wird und den Anwälten als wichtige Grundlage dient. Der Freundeskreis unterstützt „No Legal Frontiers" bei der Weiterentwicklung der Trainings- und Mentoringprogramme.
Neuauflage Roman: Ansichten eines Clowns - Albanien
Der Übersetzung des Romans „Ansichten eines Clowns" von Heinrich Böll ins Albanische fielen 1985 etliche Passagen der Zensur zum Opfer. Der Roman ist in Albanien auf großes Interesse gestoßen, doch seit langem vergriffen. Mit einem Druckkostenzuschuss fördert der Freundeskreis die Neuauflage des Romans mit der Übersetzung der zuvor zensierten Passagen durch einen kleinen albanischen Verlag.Film: Strömungen - Judentum in Deutschland
Die Janusch Kozminski Filmproduktion produziert nun den dritten Teil einer Trilogie über das Judentum in Deutschland. Nachdem die ersten beiden Teile sich der Geschichte und Lebenswelt der Juden im 20. Jahrhundert widmeten, beschäftigt sich die neue Dokumentation mit jüdisch-religiösen Strömungen in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert. Die Produzenten beabsichtigen, angesichts der vielen neuen jüdischen Gemeinden in Deutschland die jüdische Religion anschaulich der nichtjüdischen und jüdischen Bevölkerung - insbesondere der Jugend - zu vermitteln. Mit einem kleinen Beitrag unterstützt der Freundeskreis das groß angelegte Filmprojekt.
Videoinstallation: Benzin - Nigeria
Benzin ist ein Projekt, bei dem eine Mehrkanal-Videoinstallation über Tauschsysteme in Lagos/Nigeria entsteht, die mit dokumentarischen und fiktionalen Mitteln realisiert wird. Benzin untersucht Funktionsweisen verschiedener Tauschsysteme am Beispiel von Lagos, einer Mega-Stadt, in der gegenläufige moderne und traditionelle Rationalitäts- und Kommunikationsformen ineinander verschränkt existieren. Das Projekt wird realisiert von Constanze Fischbeck und Daniel Kötter, die mit nigerianischen Künstlern zusammenarbeiten.
Buch: Perspektiven auf die Türkei
„Perspektiven auf die Türkei – Ökonomische und gesellschaftliche (Dis-)Kontinuitäten im Kontext der Europäisierung“ lautet der Titel eines Buchprojektes über die Türkei, das kurz vor der diesjährigen Frankfurter Buchmesse erscheinen soll. Der geplante Sammelband hat vor, die gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Transformationsprozesse in der Türkei in den letzten zehn Jahren im Hinblick auf die dominanten diskursiven sowie politischen Projekte mit einem kritischen interdisziplinären Blick zu analysieren.Übersetzung: Poem - Jizchak Katzenelson
Zoltán Halasi ist ehemaliger Stipendiat des Heinrich-Böll-Hauses in Langenbroich. Er ist ungarischer Lyriker und Übersetzer und arbeitet zurzeit an der Übersetzung von Jizchak Katzenelsons Poem „Dos lid funem ojsgehargetn jidisn folkból“. Katzenelson, in Auschwitz ermordeter jüdischer Dichter, kennt in Ungarn niemand und selbst in Deutschland ist er lediglich dank der Übersetzung von Wolf Biermann bekannt geworden. Das ins Ungarische übersetzte Poem wird im April anlässlich des Gedenktags des Warschauer Ghettoaufstandes und einer Fotoausstellung über ihn im Holocaust Zentrum Budapest vorgelesen.
FIlm: Zärtlichkeiten
Der Freundeskreis förderte die Realisierung des Films „Zärtlichkeiten“. Der Film handelt von schwierigen Beziehungen zwischen Männern und Frauen sowie von Generationskonflikten im heutigen Polen und greift Tabuthemen wie Homosexualität, Abtreibung und AIDS auf. Als eine Mischung von Interviewszenen und inszenierten Spielfilmsequenzen wurde der Film von Curtis Burz als Ensemble-Film mit polnischen SchauspielerInnen in Krakau und Warschau gedreht. mehr»Veranstaltungsreihe: Monday Monday - Literatur und Musik
Mit der Veranstaltungsreihe Monday Monday unterstützte der Freundeskreis eine neuartige Reihe von Komposition aus Literatur und Musik, von Lesungen und Konzerten, die in der Kulturfabrik Sachsenhausen in Frankfurt am Main durchgeführt wurden. Einmal im Monat, an einem Montagabend, präsentierten Schriftsteller und Musiker - gleichberechtigt nebeneinander - ein „Welt-Programm“, bei dem unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen. Organisatoren waren die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Asien, Afrika und Lateinamerika und musikglobal frankfurt. mehr»Nachlass: Wolfgang Ullmann
Der Freundeskreis unterstützte 2006/ 2007 die Robert-Havemann-Gesellschaft e. V. bei ihrem Vorhaben, den Nachlass von Dr. Ullmann, der am 30. Juli 2004 verstarb, zu archivieren. Neben den lebensgeschichtlichen und den akademischen, theologischen Dokumenten werden auch die Unterlagen seiner publizistischen politischen Tätigkeit geordnet und öffentlich zugänglich gemacht. mehr»Übersetzung: sprachgebunden - arabische Künstler
Der Freundeskreis unterstützte die Übersetzung von Texten für die Ausgabe „sprachgebunden“ mit dem Schwerpunktthema Arabische Literatur und Kunst, die im Dezember 2007 erscheint. Drei arabischsprachige Autorinnen und Autoren werden auf jeweils ca. 10 Seiten mit Lyrik oder Kurzprosa in Übersetzung vorgestellt. Zwei arabische Künstler übernehmen die Gestaltung des Thementeils. Mit kurzen redaktionellen Texten wird den Lesern zudem ein Einblick in das derzeitige Literatur- und Kunstgeschehen der jeweiligen Heimatländer der Beteiligten ermöglicht. mehr»Performance: HÄMATOM - Köln
Im Rahmen der Veranstaltung anlässlich des 90. Geburtstag von Heinrich Böll und des 20.Jahrestags der Heinrich-Böll-Stiftung am 2. Dezember im Kunsthaus Rhenania in Köln wird eine Performance im Spannungsfeld von zeitgenössischem Tanz und Visual Arts aufgeführt, die Freundeskreis finanziert hat. Darin setzen sich die Künstler in Anlehnung an den Text „Mit diesen Händen“ von Heinrich Böll inhaltlich damit auseinander, wie Bölls Texte in der heutigen Zeit umgesetzt werden können.Liegen Bölls Erinnerungen und Eindrücke aus dem 2.Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit zugrunde, bezieht sich die Arbeit des mehrspartigen Künstlerensembles mit EXECUTION GROUND auf den Kontext aktueller Hinrichtungsstätten: den Gefangenenlagern, Auffanglagern und den in ihnen internierten Tätern und Opfern. HÄMATOM ist ein Exzerpt daraus und eine Adaption von Bölls Text.
Stipendium: From the Interior - Kamal Aljafari
Dem Künstler und ehemaligen Stipendiat des Studienwerkes der Heinrich-Böll-Stiftung, Kamal Aljafari, gewährte der Freundeskreis ein Arbeitsstipendium. Aljafari arbeitet für einige Monate in seiner Heimatstadt Ramle an der Realisierung seines Projektes „From the Interior“. Ramle ist eine kleine Stadt in Israel mit einer palästinensischen Minderheit. Mit Hilfe von Fotographie, Text und Film will Aljafari das Leben, die persönliche Haltung, Gedanken und Ängste der Menschen dort zum Ausdruck bringen. Er will den Zusammenhang zwischen den Menschen und ihren Orten, an denen sie leben, deutlich machen. Seine Arbeit wird er in einer Ausstellung präsentieren.
Dokumentarfilm: Die Vergangenheit ist ein fremdes Land
Der Freundeskreis förderte einen Dokumentarfilm der Janusch Kozminski Filmproduktion mit dem Titel "Die Vergangenheit ist ein fremdes Land – Juden in Deutschland im 21. Jahrhundert“. Der Dokumentarfilm zeigt die Hintergründe der massiven Einwanderung russischsprachiger Juden aus der ehemaligen Sowjetunion seit der Wiedervereinigung. Dieser in der europäischen Nachkriegsgeschichte einmalige Prozess hat dem jüdischen Leben in Deutschland zu einer neuen Blüte verholfen. Der Film reflektiert die Chancen dieser Einwanderungswelle wie auch die daraus resultierenden Integrationsprobleme.
Chor: Apsora - kleine Träne
Der Freundeskreis förderte das 2003 in Prag unter Leitung von Ida Kelarová ins Leben gerufene APSORA-Projekt. (Apsora ist ein Wort der Roma-Sprache und bedeutet kleine Träne.) Es besteht aus einem Chor mit über 60 ehrenamtlichen Mitgliedern und Roma-Musikern, die durch die Tschechische Republik touren. Mit den Einnahmen wird ein Roma-Projekt finanziert, dessen Ziel es ist, die Roma-Minderheit in die tschechische Gesellschaft zu integrieren und ein besseres Verständnis für ihre Kultur zu schaffen. Inzwischen wurde ein zweiter Chor in Berlin gegründet, dem der Freundeskreis bei seiner Entstehung half. mehr»
Ausstellung: Werke von Ludwig Meidner
Im Oktober 2005 richtete die Ludwig Meidner Gesellschaft e.V. zusammen mit dem städtischen Museum in Wroclaw eine Ausstellung mit Werken von Ludwig Meidner aus. Ludwig Meidner, der nach langer Vergessenheit als ein bedeutender Vertreter religiös-jüdischer Kultur auch kunsthistorisch wieder eine angemessene Wertschätzung erworben hat, wurde 1884 in der Nähe von Breslau geboren. Er besuchte in Breslau die Kunstakademie. Die Ausstellung sollte auch einen Beitrag zum deutsch-polnischen Kulturaustausch leisten. mehr»
Plakataktion im Bundestag: 10 Jahre Srebrenica
Mit der Hilfe des Freundeskreises konnte eine Gruppe bosnischer PraktikantInnen im Bundestag eine Plakataktion zum 10. Jahrestag des Massakers in Srebrenica realisieren. Am 11. August 2005 überreichten sie allen Bundestagsabgeordneten das Plakat mit der Aufschrift "Srebrenica - 11. Juli 1995 - Erinnerung für die Zukunft – 10 Jahre nach dem Genocid".
Buch: Das Vermächtnis - Wir können die Natur nicht verbessern
Der Freundeskreis unterstützte die Herausgabe des Buches “Das Vermächtnis – Wir können die Natur nicht verbessern” mit Reden und Aufsätzen von José Lutzenberger. José Lutzenberger, international als Kämpfer für Ökologie und soziale Gerechtigkeit bekannt, ist 2002 gestorben. 1926 im südbrasilianischen Porto Alegre geboren, arbeitete Lutzenberger über zehn Jahre als Agraringenieur bei BASF Deutschland, bevor er in den 70er Jahren die brasilianische Umweltbewegung mit begründete. 1988 wurde er mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet und war von 1990 bis 1992 brasilianischer Umweltminister.Medizinische Behandlung: Andrej Mironow
Mit einem finanziellen Beitrag beteiligte sich der Freundeskreis an einer Aktion für den Menschenrechtler Andrej Mironow, um ihm eine medizinische stationäre Behandlung in Deutschland zu ermöglichen. Als Mitglied der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ dokumentiert Mironow seit Jahren Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen in Tschetschenien und setzt sich für die Freilassung von Geiseln und Kriegsgefangenen ein. Im letzten Jahr war er von Sicherheitskräften brutal zusammengeschlagen worden. Dabei erlitt er eine schwere Verletzung am Kopf, die zu einer Hirnschädigung führte. Ohne medizinische Behandlung wäre er behindert geblieben.Videoinstallation: Glücksgott – Berlin/Sarajewo
Das Projekt „Glücksgott – Berlin/ Sarajewo“, eine 3-Kanal-Videoinstallation von Constanze Fischbeck, förderte der Freundeskreis durch die Übernahme der Reisekosten für die beteiligten KünstlerInnen. Als interdisziplinäres Projekt im Theaterkontext wurden Portraits von BürgerInnen, Polizisten und Kriminellen der beiden Städte Berlin und Sarajewo gemacht und Geschichten über das zivile Zusammenleben in beiden Städten erzählt. Aufführungsort war in Berlin das Hebbeltheater am Ufer und in Sarajewo das Goethe-Institut InterNationes.Foto-Ausstellung: come togehter - Israel/Palästina
Der Freundeskreis unterstützte das Zustandekommen des Fotoprojekts Israel-Palästina „come togehter“ von Dieter Schönrock. Schönrock plant eine Ausstellung mit Großfotos, die über das Leben einer Familie aus Israel und einer aus Palästina erzählen. Die Fotos sollen auf öffentlichen Plätzen in Israel und Palästina sowie in europäischen Großstädten gezeigt werden. Beide Seiten des Nahost-Konflikt sollen ein Gesicht bekommen und sich annähern können.Stipendium: Apti Bisultanov - tschetschenischer Dichter
Dem tschetschenischen Dichter Apti Bisultanov gewährte der Freundeskreis im Januar 2003 ein Übergangsstipendium. Eine Rückkehr nach Tschetschenien wäre für ihn lebensgefährlich gewesen. Zudem konnte dadurch nach seiner Teilnahme am Internationalen Literaturfest in Berlin mit seiner Mithilfe einige seiner Texte ins Deutsche übersetzt werden.
Bild-Kauf: Grün - Projekt für Amazonien
Mit dem Kauf eines der 100 Bilder, die der Maler Michael Müller geschaffen und zu einem Bilderteppich zusammen gefügt hat, leistete der Freundeskreis einen Beitrag zur Unterstützung des Projekts GRÜN – ein Projekt für Amazonien. GRÜN, vor drei Jahren anlässlich 500 Jahre Brasilien initiiert, finanziert mit dem Verkauf der 100 Bilder sozialmedizinische Projekte, die die kulturelle Eigenständigkeit der indigenen Völker Amazoniens bewahren und weiter entwickeln helfen.mehr»
Stipendium: Said-Khassan Abumuslimov - Tschetschenischer Abgeordneter
Dr. Said-Khassan Abumuslimov, ein bekannter und bedeutender tschetschenischer Historiker, sah sich gezwungen, nach einer Vortragsreise in Deutschland, seinen Aufenthalt hier zu verlängern. Wegen seiner politischen Tätigkeit als Abgeordneter des tschetschenischen Parlaments und als Leiter der Verhandlungen mit Russland nach dem ersten Tschetschenienkrieg bestand die Gefahr, dass er bei einer Rückkehr nach Russland verhaftet werden würde. Um die Zeit bis zur Bewilligung eines Forschungsstipendiums zu überbrücken, gewährte ihm der Freundeskreis ein Übergangsstipendium für zwei Monate.Aushilfskraft: Frank Lu - Information Center for Human Rights & Democracy
Frank Lu baute das Information Center for Human Rights & Democracy in Hong Kong auf. Dieses Informationszentrum war praktisch ein Ein-Mann-Unternehmen. Tagtäglich lieferte Frank Lu wertvolle Informationen über Menschenrechtsfragen und – verletzungen, über Arbeitskämpfe, Streiks und Unruhen in China an die Journalisten ausländischer Medien. Auch Korrespondenten deutscher Zeitungen stützten sich in ihren Berichten und Reportagen auf seine Recherchen. Bis an seine physische Grenze arbeitete er Tag und Nacht; ein Herzleiden hatte ihn ein ans Krankenbett gefesselt. Mittels unserer finanziellen Unterstützung konnte er während seines Krankenhausaufenthaltes eine Aushilfskraft einstellen und das Informationszentrum am Laufen halten.Unterstützung: Koalition gegen Straflosigkeit - Verschwundene in Argentinien
Die Koalition gegen Straflosigkeit hatte sich mit intensiver Bildungs-, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit dafür eingesetzt, dass den deutschen und deutschstämmigen „Verschwundenen“ in Argentinien Gerechtigkeit widerfährt. Aufgrund ihrer Arbeit wurden bei der deutschen Justiz über 30 Strafanzeigen eingereicht, die sich u. a. gegen die ehemaligen Junta-Mitglieder von Argentinien richteten. Der größte Erfolg bisher ist ein internationaler Haftbefehl gegen den Ex-General Carlos Guillermo Suarez Mason. Die Koalition schaffte es auch, dass deutsche Familienangehörige endlich nach zwanzig Jahren bei der deutschen Botschaft in Buenos Aires in die Akten über „Verschwundene“ einsehen können.
Sonderpreis für Zivilcourage auf dem Balkan: Flora Brovina
Der Sonderpreis für Zivilcourage auf dem Balkan wurde am 10. Dezember 2000 zum Tag der Menschenrechte an die Ärztin und Autorin Flora Brovina aus dem Kosovo verliehen.Damit wurde ihr langjähriger, mutiger Einsatz für die Menschenrechte, für Völkerverständigung und gewaltlose Konfliktlösungen gewürdigt. Die Kinderärztin Dr. Flora Brovina arbeitete von 1973 bis 1981 als Journalistin bei der Tageszeitung Rilindja in Prishtina. Sie war Redaktionsmitglied zweier kosovo-albanischer Frauenzeitschriften und veröffentlichte mehrere Gedichtbände. Zum Zeitpunkt der Preisverleihung saß sie noch in einem serbischen Gefängnis, verurteilt zu 12 Jahren Haft wegen „Terrorismus“.

