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Pressegespräch und gemeinsame Konferenz "EcoFair rules!" von der Heinrich-Böll-Stiftung und MISEREOR
12. Januar 2010
Mehr als 300 deutsche und internationale Fachleute und zivilgesellschaftliche Akteure versammelten sich am 12. Januar 2010 um über die künftige Rolle des Agrarhandels im Spannungsfeld der Klima-, Ernährungs- und Wirtschaftskrise zu diskutieren.

Die  Konferenz "EcoFair rules!" bot all denjenigen ein Forum, die über sozial und ökologisch nachhaltige Wege aus der Hungerkrise diskutieren möchten. Die Teilnehmer betonten, dass das Menschenrecht auf Nahrung endlich zu einer wichtigen Messlatte globaler Verhandlungen zum Klimaschutz und Welthandel werden müsse. Experten wie Olivier De Schutter, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, und Rajeswari Raina, Mitautorin des Internationalen Agrarberichts (IAASTD), lieferten dazu wichtige Impulse.


Weitere Informationen zur Konferenz:

Olivier De Schutter, UN-Sonderbeauftragter für das Recht auf Ernährung, Brüssel
Rajeswari Raina, Mitglied des Weltagrarberichts (IAASTD), Neu-Delhi

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Josef Sayer, Hauptgeschäftsführer MISEREOR
Reaktionen (1)
1_ Peter Wilhelm
13. Januar 2010, 00:53 Uhr

Ich war heute Konferenz-Teilnehmer und habe leider meinen Fragebogen nicht abgegeben. Hier kurz mein Kommentar zum Ganzen: Die geladenen Gäste waren kompetent und hochrangig - tolle Besetzung. Ich fand vor Allem Herrn de Schutter analytisch klar und intellektuell dicht! Leider entwickelte sich die (vor Allem Abschluss-) Diskussion zu sehr in die Richtung der generellen Problematik von Global Governance und wurde zu einem Expertengespräch über Politikimplementation, was somit das Thema der Tagung am Ende verfehlte. Ich war Teilnehmer des Forums 2 und fand die Zusammenfassung unserer Ergebnisse vor dem Abschlussforum sehr gelungen. Sehr gestört hat micht trotzdem während der Diskussion im Forum 2 eine Art grünkonsensualer, intellektueller Selbstgenügsamkeit des Podiums, das keine große Lust zeigte, sich zu sehr mit den inneren Widersprüchen auseinanderzusetzen . Man beruhigt sich, indem man die Schlagworte Zivilgesellschaft, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit am normativen Aufwärmfeuer beschwört und zu einer durch Zauberhand harmonierenden Soße verrührt und überspielt dabei beflissen die vermeintlich kleinen Ungereimtheiten. Es mag gegenüber den dagewesenen, verdienstvollen und erfahrenen Politprofis vermessen sein, doch als Politologe und Ideengeschichtler sag ich: die analytische - vor Allem selbstreflexive - Arbeit fängt da erst an. Ansonsten entsteht die Gefahr, bei schwindender Argumentationsqualität allein zum Sachverwalter der eigenen ideologischen Biographie zu werden. Trotz dieser analytischen Kritik verbleibe ich selbstverständlich ein solidarischer Begleiter des grünen Zukunftsprojektes und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.
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