Zwischenruf zur Aussenpolitik

Türkische Wahrnehmungsweisen: Zwischen Apologie und Wirklichkeitssinn

Das Statement von Ministerpräsident Erdogan, dass die Türkei bereit sei sich ihrer „Geschichte zu stellen“, wenn „nach der historischen Aufarbeitung etwas Ernsthaftes ans Licht kommt“ klingt so als lägen die Vorfälle von 1915 völlig im Dunkeln. Foto: WEF. Dieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

19. April 2010
Von Joscha Schmierer
Von Joscha Schmierer

Mit Urteil vom 5. Juli 1919 verfügte in Istanbul der Kriegsgerichtshof des geschlagenen osmanischen Reiches das Todesurteil gegen die vier führenden Vertreter des Komitees der jungtürkischen Partei, die als Großwesir, Kriegsminister, Marine- und Bildungsminister vor und während des Ersten Weltkrieges die Leitung des osmanischen Reiches in Händen hielten. Da die Angeklagten mit deutscher Hilfe bei Kriegsende die Flucht ergriffen hatten, konnten die Hinrichtungen nicht vollzogen werden. Mit dem Leben kamen die Verurteilten dennoch nicht davon. Sie wurden durch armenische Attentate liquidiert.

Das Istanbuler Urteil stützte sich auf fünf Anklagepunkte, die im Kern alle darauf hinausliefen, die Verurteilten hätten als jungtürkische Verschwörer die Exekutive widerrechtlich ihren parteipolitischen Entscheidungen unterworfen. So sei auch die Entscheidung, sich am Krieg zu beteiligen, nicht in den zuständigen Regierungsgremien, sondern durch diese Nebenregierung getroffen worden.

Im ersten Punkt des Urteils wurde auf die Gräuel gegen die Armenier Bezug genommen:
„Die Massaker-Verbrechen in Trabzon, Yozgad und Bogazliyan, die in Verfahren vor dem Kriegsgericht nachgewiesen wurden, wurden von den führenden Mitgliedern der Ittihad ve Terakki organisiert und ausgeführt; selbst wenn man, wie es von der Verteidigung vorgebracht wurde, annähme, dass es unter ihnen Personen gab, die von den Verbrechen erst im Nachhinein erfuhren, so wurde nichts unternommen, um eine Wiederholung zu verhindern oder gegen die Täter der vorhergehenden (Verbrechen) vorzugehen.“

Das Argument der jungtürkischen Verschwörung und Usurpation hatte natürlich Entlastungsfunktion für den Staat, der sich in schwierigen Friedensverhandlungen befand, in denen nach dem militärischen Zusammenbruch die politische Katastrophe drohte: nicht nur das Ende des osmanischen Reiches, sondern zugleich der Verlust jeder Aussicht auf eine zukünftige souveräne türkische Staatlichkeit.


Die Tatsachen waren bekannt

Jedenfalls wurden Kriegsverbrechen der osmanischen Seite offen eingestanden. Auch wurde die Verantwortung für die Verschärfung der Nationalitätenkonflikte nicht den Minderheiten in die Schuhe geschoben. Die „willkürliche Administration und die Tyrannei“ der Komiteemitglieder habe dazu geführt, „dass man die absolutistische Periode vermisste, und vor allem die nicht muslimischen Elemente eine noch größere Unzufriedenheit äußerten, und insbesondere die armenische Millet erkannte, dass ihre Überzeugung, unsere ehrbare konstitutionelle Herrschaft werde Ruhe und Gerechtigkeit gewährleisten, unzutreffend war, und sie gemäß ihrer vorherigen Überzeugung eine günstige Gelegenheit suchten, ihre nationalen Ziele zu verwirklichen. Die Angelegenheit der Nationalität zwischen den Elementen und sogar zwischen den Muslimen, hat Abkühlung und Absonderung bewirkt und der osmanischen Einheit Schaden zugefügt.“ (1)

Mit dem Urteil des Kriegsgerichts erkannte das Überbleibsel des osmanischen Reiches Willkür, Tyrannei und Kriegsverbrechen zwar als Tatsachen an, unterstellte aber zugleich, Administration und Regierung seien selbst Opfer einer illegalen Okkupation gewesen.
Auch Kemal Mustafa, der 1919 am Beginn des Kampfes um die anatolischen Kerngebiete eines neuen türkischen Staates stand, machte zunächst kein Hehl aus den Kriegsverbrechen gegen die Armenier. Gegenüber General Harbord, dem Leiter der amerikanischen Delegation, sprach er im Oktober 1919 von 800 000 getöteten Armeniern und verurteilte diese Tat. Die Verantwortung sah er bei den Ittihadisten. In einem anderen Gespräch meinte er: „Sollen wir auf die Alliierten warten, um all die Schurken zu ergreifen?“ In der Eröffnungsrede des Parlaments am 24. April 1920 in Ankara sprach er von einer „Schandtat der Vergangenheit“ und wies zugleich den britischen Vorwurf zurück, „solche Katastrophen“ würden immer noch stattfinden. (2)

Auf der Seite des entstehenden neuen türkischen Staates wie von Seiten des alten osmanischen wurde die Tatsache der Kriegsverbrechen an den Armeniern also nicht geleugnet, die Verantwortung jedoch abgeschoben. Die Massaker und Kriegsverbrechen, so die damalige Begrifflichkeit, wurden Kräften zugeschrieben, die irgendwo zwischen dem osmanischen Reich und der Türkei, in einem Zwischenreich politischer Verantwortungslosigkeit agiert hatten.



Der Streit um die Bewertung


Wie in den letzten Jahren regelmäßig kommt es auch dieses Jahr im Vorfeld des 24. April, dem Gedenktag den Armenier an die „Katastrophe“, zur Auseinandersetzung um die Anerkennung der Verbrechen aus den Kriegsjahren als türkischem Genozid. Parlamentarier und Regierungen müssen sich entscheiden, ob sie mehr Angst vor den innenpolitischen Folgen einer Ablehnung der Forderungen der armenischen community oder vor den außenpolitischen Folgen einer Verärgerung der türkischen Regierung haben sollen.

Parlamentsgremien verhalten sich nicht selten anders als Regierungen. Regierungschefs verhalten sich oft anders als sie als Wahlkämpfer geredet haben. Barack Obama hat sich so erneut den Vorwurf des Opportunismus eingehandelt. Menschenrechtliche Prinzipien scheinen realpolitischen Interessen geopfert zu werden, wenn von der Forderung einer „Anerkennung“ des Genozids an den Armeniern durch die Türkei abgeraten wird. Es macht einen Unterschied, ob ein Parlament seiner Meinung und Wertung Ausdruck verleiht, oder ob es verlangt, diese Meinung müsse von der Türkei als Urteil anerkannt werden.

Deshalb hatten die Grünen im Europäischen Parlament recht, als sie aus der einschlägigen Resolution auf die Streichung einer Passage drangen, die diese Anerkennung zur Vorbedingung eines EU-Beitritts erklärte (3). Die türkische Gesellschaft und die Regierung der Türkei müssen keine Wertung durch Organe anderer Staaten wie das Urteil eines internationalen Strafgerichtshofes akzeptieren, dürfen aber die Tatsachen nicht verleugnen. Doch schlägt die Ablehnung einer Wertung der Tatsachen durch andere auf Seiten der offiziellen Türkei immer wieder in die verbissene Verleugnung der Tatsachen selbst um.



Tatsachen gelten nichts mehr


Nach Meinung von Ministerpräsident Erdogan ist die Türkei bereit, sich ihrer „Geschichte zu stellen“, wenn „nach der historischen Aufarbeitung etwas Ernsthaftes ans Licht kommt“ (4). Das klingt als lägen die Ereignisse von 1915 und danach noch völlig im Dunkeln und sei „Ernsthaftes“ nicht schon längst ans Licht gekommen. Wie die Urteile des Istanbuler Kriegsgerichtshofes und die Äußerungen von Mustafa Kemal zeigen, waren die Verbrechen kurz nach dem Krieg und zur Zeit der Entstehung der türkischen Republik im zeitgenössischen Bewusstsein völlig präsent. Zu viele hatten zu viel gesehen.

Im Unabhängigkeitskrieg der neuen Türkei und in den politischen und kulturellen Umwälzungen nach Gründung der türkischen Republik, beim schwierigen Manövrieren zwischen den Mächten vor und im Zweiten Weltkrieg geriet dieses Wissen in den Hintergrund und wurde verdrängt. Im Unterschied zu den deutschen und russischen Verlierern des Ersten Weltkrieges, die sich in neuer Form, nationalsozialistisch oder sowjetimperial um die Wiederherstellung und Ausweitung ihrer alten Herrschaftsbereiche schlugen, versuchte die Türkei sich in den geltenden Grenzen zu konsolidieren und sich aus dem Krieg herauszuhalten. Sie erlag nicht der imperialen Versuchung, die der neue Krieg für sie durchaus bedeutete.

Man kann die türkische Umsicht als Konsequenz aus dem gescheiterten jungtürkischen Versuch interpretieren, im Ersten Weltkrieg die Niederlagen aus den russisch-türkischen Kriegen und den Balkankriegen zu revidieren. Lessons learned, heißt das heutzutage. Außenpolitisch ist die türkische Republik ein Musterschüler. In Sachen der eigenen Geschichte ist sie vielleicht gerade deshalb auf die Hinterbank geraten.


Ein neuer Begriff im Deutungskampf

Wenn die Türkei sich heute dem Vorwurf des Genozids an den Armeniern im ersten Weltkrieg stellen muss, sehen sich ihre Regierung aber auch große Teile der Bevölkerung einer doppelten, wie sie meinen, ungerechtfertigten „Singularisierung“ ihrer Geschichte unterzogen: Wird mit diesem Vorwurf nicht der gesamte Kontext der russisch-türkischen Kriege und der Balkankriege ausgeblendet? Werden die Türken nicht prinzipiell in eine Täterrolle gedrängt, während sie längst auch zu Opfern geworden waren, vertrieben im Nordosten, wie im Südwesten des Reiches? In dieser Sicht ist der Genozidvorwurf eine Abstraktion vom Kontext der Auseinandersetzungen vor und im ersten Weltkrieg. Die zweite Form einer diffamierenden Singularisierung kann darin gesehen werden, dass allein die türkischen Kriegsverbrechen während des Ersten Weltkrieges in der internationalen Diskussion in den Rang des Genozids erhoben werden und damit in den Kategorien der Judenvernichtung durch die Deutschen beurteilt werden.

Erdogan sagt: „Es handelte sich nicht um massenhaften Mord der einen an der anderen Seite, sondern um eine Schlacht. Dabei sind Türken gestorben ebenso wie Armenier, die treue Bürger des Osmanischen Reiches waren“ (5). Doch gerade in diesem Fall handelte es sich um massenhaften Mord der einen an der anderen Seite. Aber es war gleichzeitig eine Schlacht in dem jahrzehntelangen brutalen Krieg um die Umwandlung des osmanischen Reiches in eine Reihe von neuen (National-)Staaten. Ethnische Säuberungen, einseitig brutal oder nicht weniger brutal aber wechselseitig vereinbart als „Bevölkerungsaustausch“ waren Teil der staatlichen Neuordnung. Bei der Bewertung der Vertreibungs- und Vernichtungsaktionen gegen die Armenier im Ersten Weltkrieg darf weder von diesem Kontext abstrahiert werden, noch dürfen diese Verbrechen zu einer Episode unter anderen in der gewaltigen und höchst gewalttätigen Auseinandersetzung erklärt werden. Hier bleibt für Historiker, auch wenn an den Verbrechen an den Armeniern kein Zweifel besteht, noch viel Arbeit zu tun. In den meisten Geschichten des Ersten Weltkrieges wird die zeitgenössisch so zentrale „orientalische Frage“ sträflich vernachlässigt.


Eine neue Wahrnehmungsweise suchen

Der Vorschlag einer armenisch-türkischen Historikerkommission mag ein bloßes Ablenkungsmanöver der türkischen Regierung sein, um unleugbare Tatsachen auf unbestimmte Zeit unter der Decke zu halten, er könnte aber auch einen neuen Abschnitt in der Aufklärung eines entscheidenden Abschnitts in der europäischen Geschichte eröffnen. Der Erste Weltkrieg entzündete sich schließlich an einem Folgekonflikt der Auflösung des osmanischen Reiches und hatte dessen definitive Aufteilung als ein Hauptergebnis.

Der Vernichtung der europäischen Juden durch die Deutschen unter Hitler diente der Zweite Weltkrieg nur als Anlass, Gelegenheit und Deckung. Bei den Verbrechen an den Armeniern sind die jahrzehntelangen Kriege gegen das osmanische Reich und der Erste Weltkrieg nicht wegzudenkender Kontext. Ohne seine Aufklärung wird es nicht gelingen, die Einsicht in die türkische Verantwortung an den Verbrechen gegen die Armenier unter den Türken zu fördern.

Der ermordete „Türkei-Armenier“ Hrant Dink fürchtete, dass die armenische Welt sich bis zur Erschöpfung an den Türken als Feindbild aufhalte und ihre gesamte gemeinsame Kraft darauf verwende, „auf die Türkei Druck auszuüben bzw. darauf, dass andere Länder auf die Türkei einwirken, den Völkermord anzuerkennen. Das ist nichts anderes als ein großer Zeitverlust und verschiebt das Erwachen der armenischen Identität.“(6) Umgekehrt halten die Abwehrschlachten der offiziellen Türkei in diplomatischen Noten, Filmen und Schulbüchern davon ab, ein aufgeklärtes Verständnis der eigenen Geschichte im Übergang des untergehenden osmanischen Reiches zu der sich neu konstituierenden Türkei zu entwickeln. Sie verleiten immer wieder dazu, die vielfältig geprägte und komplex zusammengesetzte moderne Türkei über den Leisten des einen großen Türken zu schlagen. Das panzert das Land gegen offene Debatten, verschärft die inneren Konflikte und macht es allen allzu leicht, die der Türkei den Weg in die EU verbauen wollen.


Fußnoten:

  • (1) Die Zitate stammen aus Taner Akcam, Armenien und der Völkermord. Die Istanbuler Prozesse und die türkische Nationalbewegung, Hamburg 2004, wo das Urteil auf den Seiten 353 – 364 dokumentiert ist.
  • (2) Die Hinweise finden sich bei Taner Akcam, a.a.O auf S.124
  • (3) S. dagegen Perry Anderson, Nach Atatürk. Die Türken, ihr Staat und Europa, Berlin 2009, S. 109, wo der Verfasser durch das Verhalten der grünen Fraktion die „allgemeine Regel“ bestätigt sieht: „Je mehr eine politische Gruppe von Menschenrechten redet, desto weniger wird sie sie achten."
  • (4) Spiegel 13/2010, S. 101
  • (5) Ebd.
  • (6) In der Broschüre Wenn man die Armenierfrage diskutiert… , die die Türkeivertretung der Heinrich Böll-Stiftung 2006 herausgab, findet sich ein längerer, sehr lesenswerter Artikel von Hrant Dink. Hier wird aus S. 64 f. zitiert. Vgl. auch Sibylle Thelen, Die Armenierfrage in der Türkei, soeben bei Wagenbach erschienen.

Artikel von Gastautoren spiegeln nicht zwangsläufig die Haltung der Heinrich-Böll-Stiftung wider.

Portrait: Joscha Schmierer

Joscha Schmierer

Jeden Monat kommentiert Joscha Schmierer aktuelle außenpolitische Themen. Der Autor, freier Publizist, war von 1999 – 2007 Mitarbeiter im Planungsstab des Auswärtigen Amts.

 

Reaktionen (6)

1_ Levent Özdemir
19. April 2010, 22:55 Uhr

Es gibt viele Gründe, warum die westliche Welt diese Genozidlüge
aufrecht erhält. Der wichtigste ist wohl der, dass die Wahrheit ans
Licht kommt. Nämlich, dass zum einen Länder und zum anderen
Kirchen die Armenier gegen die Türken aufgestachelt haben und mit
verantwortlich für die Massaker der Armenier an den Türken und die
darauf folgende Deportation seitens der Türken sind. Die
Westmächte dachten, der kranke Mann am Bosporus würde bald
sterben, sie hatten die Beute schon verteilt. Engländer, Griechen,
Franzosen, Italiener, Russen und die Armenier. Alle sollten ihren
Anteil am antolischen Boden bekommen. Aber der kranke Mann ist
nicht gestorben, er hat sich gewehrt und gesiegt.
Wobei man klarstellen muss, dass die Deportation der Armenier
nichts mit der Deportation der Juden in Deutschland zu tun hat, wie
manche Kreise das gern unterstellen. Die Juden wurden in
Vernichtungslager und in Gaskammern deportiert, während man die
Armenier nur aus Anatolien raus haben wollte, wo sie 530000 bis
570000 moslemische Landsleute bestialisch abgeschlachtet haben.
Von den abgeschlachteten Muslimen gibt es Fotos, Zahlen und
Daten. Und noch heute werden Massengräber entdeckt.

Warum werden diese Opfer ignoriert ?????

Wer gedenkt diesen Toten ?????

Was ist mit der Würde dieser Menschen ?

Diese Menschen werden in der westlichen Welt nicht bedacht,
vielleicht deshalb, weil sie nur Muslime und keine Christen waren,
sozusagen Menschen zweiter Klasse.
Ein weiterer Grund besteht darin, dass man die Türkei aus
rassistischen und religiösen Gründen nicht in die EU aufnehmen will.
Dazu baut man sich künstliche Hindernisse auf. Sei es die
Zypernfrage (Zypern war und ist ein schwelender Konfliktherd und
hätte niemals in die EU aufgenommen werden dürfen, laut
Richtlinien der EU, ach ja für die Geografiekenner: Zypern ist ja auch
nicht Europa sondern eindeutig Asien) oder eben diese Genozidlüge.
Die Europäer wissen genau, dass die Türken niemals Zypern
aufgeben werden oder einen nicht existierenden Genozid zugeben
werden. Diese Tatsachen benutzt man als Waffe zur
Distanzbewahrung.
Seit 1000 Tausend Jahren werden die Türken in der westlichen Welt
verteufelt, wen verwundert es da, wenn mal wieder solch ein Hass- und
Propaganda Film wie "AGHET" ins Fernsehen kommt. Das zeigt doch nur,
dass die christliche Welt immer noch in religiösen Fragen im
dunkelsten Mittelalter lebt. Das ist die modern mediale Fortsetzung
der Kreuzzüge. Die Taliban Christen wüten noch heute unter uns !

Der verantwortliche Redakteur Thomas Richter (NDR) schreibt auf
seiner Seite, der so genannte Genozid an den Armeniern hätte als
Blaupause für alle anderen Genozide insbesondere an den Juden
gedient. Das ist der Gipfel der Unverfrorenheit ! Auf diese Art
versuchen sich Deutsche ihrer Verantwortung und ihrer teuflischen
Taten zu entledigen. Mir wird schlecht, wenn ich so was lese.
Kotzübel !!!
Er scheint wohl nicht zu wissen, dass wir Türken keinen industriellen
Genozid geplant und durchgeführt haben. Er scheint auch nicht zu
wissen, dass die Juden nicht ihre eigenen Landsleute in einer Zeit,
wo das Land von Grossmächten besetzt war, zu Hunderttausenden
abgeschlachtet haben.
Friedliche Juden und mordende Daschnaks in einen Topf zu werfen
grenzt an Volksverhetzung !!! Das ist Nazi Ideologie.
Solche Vergleiche sind durchsichtig und daher einfach nur extrem
dumm. Deswegen verbitte ich sie mir auch.
Und da gibt es ja noch die abendländische Kultur mit der
Rechtsstaatlichkeit. Passt es in diese Rechtsstaatlichkeit, dass man
ein ganzes Volk des schlimmsten Mordes beschuldigt, ohne diesem
Volk die Möglichkeit zu geben, zu diesem Vorwurf Stellung zu
nehmen ?
Jeder Angeschuldigte hat das Recht Stellung zu nehmen, solange er
nicht Türke oder Moslem ist. Eine schöne, zivilisierte Kultur haben
Sie sich da zurecht gebastelt.
Wir Türken haben im Gegensatz zu bestimmten Ländern und Kirchen
nichts zu verheimlichen. Deswegen sind wir die einzigen, die eine
internationale Geschichtskommision wollen. Und wir haben immer
wieder gesagt, dass wir uns den Ergebnissen einer solchen
Kommission stellen werden.
Diese Länder und Kirchen haben einen Bumerang geschleudert. Ihre
panische Angst besteht darin, dass er nach 90 Jahren zurück kommt
und sie entlarvt.
Diese ganze Genozidlüge basiert auf Kriegspropaganda, auf
eingestandener Propaganda (Toynbee, Blue Book) ! Die Engländer
haben das schon zugegeben.
Und auf Lügen und Manipulationen von Taliban Christen wie ein
gewisser Herr Lepsius. Auch dieses ist erwiesen und wird von der
westlichen Welt nicht bestritten !

Fangen Sie endlich mal an, auch von den muslimischen Opfern des armenischen
Genozids an meinem Volk zu sprechen ! Auch wenn Sie nur Muslime waren.

2_ walter dewalt
19. April 2010, 23:31 Uhr

Danke für diesen qualitativen und aufschlussreichen Artikel,

jetzt weis ich auch, dass die Erde eine Scheibe ist.

Es ist nichts Neues, dass besonders Stiftungen Lobbyarbeiten nachgehen und für ihre Interessensgruppen arbeiten. Das genau ist dieser Artikel, der eigenen Klientel die Seele streichen und den verhassten Feind politisch drängen.

Ich habe auch einen Artikel für Sie allerdings von einer Person, die es sich erlauben darf sich zur Geschichte zu äussern.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-43/artikel-2006-43-es-war-kein-voelkermord.html

Da Sie in Ihrem Artiekl auch noch Hitler erwähnen mussten, um einen Zusammenhang zwischen der Judenvernichtung und er Osmanischen Geschichte herzustellen, möchte ich diesen Beitrag mit einem Zitat des ehemaligen deutschen Kanzlers beenden:

„Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher.“
Adolf Hitler

3_ P.F. Butz
20. April 2010, 13:45 Uhr

@Walter Dewalt: Im Artikel wird ja gerade nicht eine Verbindung zwischen Osmanischem Reich und Hitler aufgemacht, sondern die Unterschiede betont. Dass sie das gleich mit einem Hitler-Zitat gouttieren, spricht nicht gerade für ihren Willen nach einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.

@Levent Özdemir: Ich denke auch, dass ihr Versuch hier den Armeniern einen Genozid in die Schuhe zu schieben, nicht gerade der Aufklärung der Vorfälle dient. Das ist doch eine klassische Abwehrstrategie. Ich glaube auch kaum, dass die Deutschen (oder die Heinrich-Böll-Stiftung) ein Interesse haben, "die Türken" oder "die Muslime" zu verunglimpfen. Die Aufgeregtheit der Diskussion alleine hier zeigt, dass noch viel Aufklärungsarbeit von unabhängigen, international-besetzten, interreligiösen Historikerkommissionen nötig ist. Und das unter Beteiligung türkischer und armenischer Historiker.

4_ Rudolf Schmidt
20. April 2010, 16:12 Uhr

Wer sich in dieser Frage bemüht, beiden Seiten gerecht zu werden, zieht Angriffe auf sich. Gerade deshalb verdient Joscha Schmierer Dank für seinen Artikel.Es wäre zu wünschen gewesen, daß sich die Produzenten der "Dokumentation", die bei ARD gesendet wurde, in ähnlicher Weise bemüht hätten, diese entsetzlichen Ereignisse in ihren geschictlichen Zusammenenhang einzuordnen. Nun ist zu hoffen, daß Schmierer viele Leser findet.

5_ Arman
21. April 2010, 13:35 Uhr

@Walter Dewalt: Interessanterweise existiert in der "Weltwoche" auch ein Artikel mit dem Titel: Es war Völkermord...!

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-42/artikel-2006-42-die-armenische-tragoedie.html

Bezüglich des geschätzten Herrn Norman Stone: Wenn ein Brite, der zur Zeit seine Brötchen an einer türkischen Privatuniversität verdient, um den Begriff "Völkermord" herumpolemisiert wie die Katze um den sprichwörtlichen heissen Brei...dann nenne ich das auch Lobbyarbeit.
Ich habe nichts gegen Lobbyarbeit - solange jeder frei ist, diese zu betreiben, ohne dass ihm gleich der Kopf abgerissen wird.

6_ Moderator/in
28. April 2010, 14:26 Uhr

Wir haben hier zwei Kommentare nicht freigschaltet, weil sie gegenüber verschiedenen Personen beleidigende Inhalte hatten.

Wir möchten Sie bitten, auch bei kontroversen Themen, sachlich zu bleiben. Vielen Dank.

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