Dossier Rio+20

Rio2012
Der Erdgipfel von Rio de Janeiro 1992 gilt als bislang wichtigster Meilenstein der internationalen Umweltpolitik. Die Ergebnisse - die Klimarahmen-, Biodiversitäts- und Wüstenkonvention sowie die Lokale Agenda 21 – sind bis heute wegweisend. Auf dem 10. Jahrestag von Rio, dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002, konnte der Anspruch von Rio nicht aufrecht erhalten werden. Die mageren Ergebnisse wurden bereits als Ausdruck einer Krise der Global Governance wahrgenommen und haben  viele derjenigen ernüchtert, die auf die Rettung des Planeten durch eine rationale, multilaterale Umweltpolitik gehofft hatten. Das Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen 2009 hat diesen Eindruck bekräftigt. In der Zwischenzeit hat sich der menschliche Fußabdruck auf dem Planeten weiter vergrößert, und die Treibhausgasemissionen haben sich multipliziert. Eine Trendumkehr, weder bei sozialen Themen wie dem Welthunger noch beim Umweltverbrauch, ist trotz vieler guter einzelner Projekte und Politiken nicht in Sicht.

20 Jahre nach dem ersten Erdgipfel wird sich die Weltgemeinschaft vom 20. bis 22. Juni 2012 erneut in Rio de Janeiro treffen. Die Vorbereitungskonferenzen für Rio2012 haben „Global Environmental Governance“ (etwa die Weiterentwicklung von UNEP zu einer möglichen Weltumweltorganisation) sowie „Greening the Economy“ als Kernthemen identifiziert. Sie bleiben damit hinter dem Anspruch zurück, kohärente und umfassende Antworten auf die multiplen Krisen zu suchen. Für die Heinrich-Böll-Stiftung und ihre Partner/innen weltweit ist Rio2012 Anlass und Gebot, sich aktiv in die politischen Debatten und die Suche nach Lösungen für die drängendsten Probleme unserer Zeit einzumischen. Wieviel Wachstum kann ein endlicher Planet vertragen? Wie beenden wir Hunger in einer Welt des Überflusses? Wie gehen wir nachhaltig und fair mit unserem natürlichen Ressourcenreichtum um? Nach dem Motto „Fairness in a Finite World“ wollen wir nachhaltige Entwicklung neu denken und konkrete Beiträge für eine soziale und ökologische Transformation leisten. 
 

Artikel

Kommentar

Green Economy als Feindbild der G77

- 31. Mai 2011 - Nach dem berühmten Rio-Gipfel wurde die UN Commission of Sustainable Development (CSD) gegründet. Sie sollte den Rio-Prozess vorantreiben. Das Treffen des Gremiums im Mai 2011 geriet wegen sachfremder Themen zum Fiasko. Die Hintergründe. Jürgen Maier mehr»
Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York, USA

Globale Umweltgovernance und Rio+20: Groß denken – klein beigeben?

- 5. April 2011 - Der Glaube an Reformen im UN-System ist wenig ausgeprägt. Doch 2012 in Rio de Janeiro, auf der „Konferenz der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung“, die unter dem Kürzel Rio+20 firmiert, soll es – neben der Weichenstellung für eine Grüne Ökonomie – einen neuen Schub für institutionelle Reformen im UN-Umweltbereich geben. Eine ministerielle Beratungsgruppe, die das UN-Umweltprogramm (UNEP) ins Leben gerufen hat, bereitet die Reformen vor. Barbara Unmüßig mehr»

Publikationen

Cover: Mentale Infrastrukturen

Schriften zur Ökologie, Band 14

Mentale Infrastrukturen

- 2. Mai 2011 - Die Kritik an der alles dominierenden Vorstellung eines ewigen Wachstums ist angesichts der Finanzkrise und des Raubbaus an unseren natürlichen Lebensgrundlagen notwendiger denn je zuvor. Der Essay des Sozialpsychologen Harald Welzer hilft uns, die Mechanismen und Prinzipien zu durchschauen, auf denen unsere Ideale und Wünsche fußen, und macht den Weg frei für Veränderung. Harald Welzer mehr»
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