Geteilte Räume: Vorstellung der Empfehlungen der Fachkommission "Räumliche Ungleichheit"

Geteilte Räume: Vorstellung der Empfehlungen der Fachkommission "Räumliche Ungleichheit"

Die Fachkommission „Räumliche Ungleichheit“ der Heinrich-Böll-Stiftung präsentiert am 11. September 2017 die Ergebnisse ihrer zweijährigen Arbeit und gibt Einblicke in ein gespaltenes Deutschland zwischen Boom-Regionen und strukturschwachen Gebieten:

Geteilte Räume - Vorstellung der Empfehlungen der Fachkommission "Räumliche Ungleichheit"

Montag, 11. September 2017, 11:00 – 14:00 Uhr
Glaskasten im ExRotaprint, Gottschedstr. 4, Berlin-Wedding

Mit:

  • Silke Franz hat als Diplom-Geografin das Leipziger Projektbüro Franz Faber mitbegründet. Sie ist Expertin zum Osten Deutschlands, besonders zu den Perspektiven ländlicher Räume.
  • Dr. Klaus Habermann-Nieße ist Architekt und arbeitet als Geschäftsführer von plan zwei Stadtplanung und Architektur in Hannover, u.a. als Gutachter für verschiedene Ministerien zu sozialer Stadtentwicklung und bezahlbarem Wohnraum.
  • Carola Scholz ist Referatsleiterin im NRW-Stadtentwicklungsministerium. Ihre Spezialgebiete sind urbane Wirtschaft im Quartier, kreative Räumen und Nutzungsmischung in Städten.

Alle können von spannenden Beispielen lokaler Kreativität für mehr sozialen Zusammenhalt berichten.

Gerne vermitteln wir Interviews, E-Mail an die Pressestelle genügt.

Deutschland im Jahre 2017 bietet ein widersprüchliches Bild: Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Gleichzeitig gibt es vor allem in den Städten ein nicht unbeträchtliches Maß an Armut. Deutschland ist gespalten zwischen Boom-Regionen und strukturschwachen Gebieten. Letztere können sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Abwärtsspirale von wirtschaftlichem Abschwung, Entleerung und kommunaler Verschuldung befreien. Nicht nur weite Teile Ostdeutschlands, sondern auch ländliche Regionen und größere Städte Westdeutschlands sind von ähnlichen, sich gegenseitig verstärkenden Trends betroffen. In den Wachstumsstädten nimmt außerdem die sozialräumliche Polarisierung zwischen Wohlstandsinseln und Armutsquartieren zu. Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ist infrage gestellt.

Wie kann verhindert werden, dass aus räumlicher Ungleichheit Ausgrenzung und „Abgehängtsein“ wird? Das ist die Kernfrage, die am Anfang der Arbeit der Fachkommission „Räumliche Ungleichheit“ der Heinrich-Böll-Stiftung stand. Sie präsentiert nun unter dem Titel "Geteilte Räume. Strategien für mehr sozialen und räumlichen Zusammenhalt" die Ergebnisse ihrer zweijährigen Arbeit und gibt Einblicke in die Entwicklungen unterschiedlicher Städte und Räume. Sie schlägt Maßnahmen und Instrumente vor, mit denen die sozialräumliche Polarisierung gestoppt und umgekehrt werden kann. Ein Vorschlag ist, regionale Daseinsvorsorge als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern, damit der Bund in die allgemeine Infrastruktur investieren kann.

Die Publikation "Geteilte Räume. Strategien für mehr sozialen und räumlichen Zusammenhalt", 270 Seiten, ISBN 978-3-86928-165-0, ist mit Sperrfrist 11. September in der Pressestelle erhältlich.

Pressekontakt:
Heinrich-Böll-Stiftung
Vera Lorenz
lorenz@boell.de
030-28534-217

Neuen Kommentar schreiben