Sicherheitspolitik braucht Gender-Perspektive

Friedens-, Sicherheitspolitik und Konfliktprävention

4. Februar 2008

Europa braucht dringend Wissensaufbau, Intervention und Vernetzung von friedens- und frauenpolitischer Zivilgesellschaft in Bezug auf Friedens- und Sicherheitspolitik. Sowohl in den einzelnen Ländern als auch auf EU-Ebene fehlen gesellschaftspolitische Konzepte und Handlungsvorgaben zur Implementierung von Gender-Perspektiven. Es mangelt dabei an Gender-Kompetenz und -Sensibilität bei den politischen AkteurInnen in der (inter)nationalen Friedens- und Sicherheitspolitik.

Wir arbeiten an der Vernetzung im Friedens- und sicherheitspolitischen Bereich von Gruppen und ExpertInnen, unterstützen Vernetzungskonferenzen, geben Impulse, dokumentieren Ergebnisse neuer Entwicklungen und Fragestellungen.

Bis unsere Seite im Netz ist, finden Sie umfangreiche Informationen zur feministischen Friedens- und Sicherheitspolitik auf dem Internetportal des Feministischen Instituts (www.glow-boell.de).

Staffellauf "Roadmap-to-1325“

Die völkerrechtlich verbindliche Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrates vom Oktober 2000 fordert die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen auf allen Ebenen der Entscheidung über Krieg und Frieden und bei der Lösung und Verhütung von Konflikten, ebenso wie den Schutz von Frauen und Kindern vor sexualisierter Gewalt.

Weder in der EU noch in anderen Staaten wird die Resolution eingehalten.

Die Umsetzung der UN-Resolution 1325 ist ein lang dauernder politischer Prozess, der ohne die verbindliche Einbeziehung der Zivilgesellschaft, von NGO´s und Frauengruppen nicht möglich ist. Gemeinsam mit dem deutschen Frauensicherheitsrat (FSR) haben wir eine Veranstaltungsstaffel am Ende einer internationalen  Konferenz 'Roadmap to 1325' initiiert.

Diese sieht vor, dass jeweils in dem EU-Land, das die EU-Ratspräsidentschaft stellt, die Resolution 1325 breit bekannt gemacht und Forderungen mit den Regierungsverantwortlichen erörtert werden sollen. Zugleich sollen auf diesem Weg ein EU-weites Netzwerk der zivilgesellschaftlichen Gruppen aufgebaut und Lobbyarbeit entwickelt werden.

Auf der Homepage des Feministischen Instituts finden Sie eine Online-Dokumentation zum Staffellauf sowie zur Konferenz.

Publikationen des Gunda-Werner-Instituts und seiner Partner und Partnerinnen zum Thema "Frieden & Sicherheit“

  • "Frieden und Sicherheit für alle: Eine feministische Kritik der gegenwärtigen Sicherheitspolitik" (PDF), 2006
  • "Frieden - Gewalt – Geschlecht", 2005
  • "Gender und Militär. Internationale Erfahrungen mit Frauen und Männern in Streitkräften", 2004
  • "Human Security = Women’s Security?", 2003
  • "Feministische Theorieansätze in der Friedens- und Sicherheitspolitik", 2003
  • "Frauen und Sicherheit: Brauchen wir einen Weltfrauensicherheitsrat?", 2002
  • "Die großen UN-Konferenzen der 90er Jahre – eine frauenpolitische Bilanz", 2000

Diese und weitere Publikationen finden Sie hier.