Arbeit an der Grenze - Feminizide und Maquilas an der Nordgrenze Mexikos

7. März 2011

Podiumsdiskussion
Montag, 7. März 2010, 19.00 Uhr          
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin

Am 8. März 2011 jährt sich der Internationale Frauentag zum 100. Mal. Die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eines der wichtigen Anliegen des Internationalen Frauentages.

An der Nordgrenze Mexikos hat die Gewalt gegen Frauen längst erschreckende Ausmaße angenommen. Schon seit den 90er Jahren erschüttern in der Grenzstadt Ciudad Juarez Berichte über gezielte Morde an Frauen, sogenannte "Feminizide", die Öffentlichkeit. Öffentliche Stellen sprechen von über 300 Morden und mehr als 500 verschwundenen Frauen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Fast keiner dieser Fälle wurde bislang aufgeklärt. In der Mehrzahl werden junge, selbständige Frauen Opfer von Gewalt. Auch ist die Stadt bekannt als die "Hauptstadt der Gewalt" und eine Hochburg des mexikanischen Drogenkrieges. Junge Frauen gibt es viele in Ciudad Juarez. Die Maquila-Industrie bietet zahlreiche Arbeitsplätze für Frauen, die oft aus weit entfernten Bundesstaaten dorthin ziehen.

Welche spezifische Situation ergibt sich für Frauen in der Grenzregion Mexikos? Unter welchen sozialen und politischen Bedingungen kann es zu einer straffreien Ermordung von Frauen kommen? Welche Rolle spielt der Krieg gegen das organisierte Verbrechen?

Mit:
Imelda Marrufo, Netzwerk "Frauen aus Ciudad Juarez", Mexiko
Andrea Medina, Anwältin, Mexiko
Elisabeth Tuider, Diversity Education, Universität Hildesheim, Herausgeberin des Buches "Dollares und Träume: Migration, Arbeit und Geschlecht in Mexiko im 21. Jahrhundert"

Moderation:
Annette von Schönfeld
, Leiterin des Lateinamerika-Referats der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Sprache: Spanisch/Deutsch mit Simultanübersetzung

Interviews
Alle Diskussionsteilnehmerinnen stehen für Interviews zur Verfügung. Die Referentinnen aus Mexiko sprechen Spanisch. Übersetzung wird bereitgestellt.

Kurzbiografien
Imelda Marrufo Nava (Sprache: Spanisch)
die Anwältin lebt in Ciudad Juarez; Präsidentin des Netzwerks "Frauen von Ciudad Juarez", dessen Gründung auf den Fund von acht ermordeten Frauen in dem als "Campo Algodonero" bekanntgewordenen Feld unweit von Ciudad Juarez zurückgeht; Mitglied des Gremiums zur Beobachtung von Frauenrechten in Mexiko, des nationalen Bürgerrats zur Beobachtung von Feminiziden und des nationalen Rats zur Sicherstellung des Rechts von Frauen auf ein gewaltfreies Leben

Andrea Medina (Sprache: Spanisch)
engagierte sich schon während des Jura-Studiums für die Strafverfolgung von Sexualstraftätern; arbeitet mit sozialen Bewegungen an (bislang fehlenden) Gesetzesinitiativen und bildet Justizbeamtinnen in Genderfragen aus; hat an wichtigen lokalen, nationalen und internationalen Fällen als Beraterin oder Aktivistin teilgenommen, u.a. im Fall "Campo Algodonero"; zurzeit arbeitet sie in Mexiko Stadt als freie Beraterin

Elisabeth Tuider (Sprache: Deutsch)
Soziologin und Genderforscherin, untersucht das Verhältnis von Gender, Arbeit und Migration vor allem in Lateinamerika; mehrere Forschungsaufenthalte in Mexiko, u.a. an der mexikanischen Nordgrenze; zu ihrer jüngsten Veröffentlichung zählt das Buch "Dollares und Träume: Migration, Arbeit und Geschlecht in Mexiko im 21. Jahrhundert"

Web-Dossier "Womens Voices - Womens Choises"
Anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Internationaler Frauentag" porträtieren unsere 28 Auslandsbüros in Interviews, Analysen, Filmen und Videoclips die gesellschaftlichen Realität von Frauen aus aller Welt. Die Artikel finden Sie auf der Seite des Gunda-Werner-Instituts

Fachkontakt:
Ana Kemlein
Referat Lateinamerika
Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail: kemlein@boell.de
Fon: 030-285 34-327

Pressekontakt:
Heinrich-Böll-Stiftung
Karoline Hutter, Pressesprecherin
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Mobil: 0160-365 77 22
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