Whatever happened ... to the Hungarian Theatre?

Whatever happened ... to the Hungarian Theatre?

Urheber/in: Judit Puska. All rights reserved.

Dokumentation der Konferenz vom 8. Dezember 2013 im mindpirates e.V., Berlin - Kreuzberg

In den letzten Jahren lassen sich einschneidende Neuausrichtungen in der Kulturlandschaft Ungarns beobachten sowie eine verstärkte politische Einflussnahme auf dieselbe. Der Dialog zwischen den Beteiligten ist schwierig, ein tiefer Riss zieht sich mittlerweile durch die ungarische Kulturlandschaft. Am 8. Dezember luden wir Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Kultur und Politik nach Berlin ein, um bei der Tagung "Whatever happened to the Hungarian Theatre?" die kontroversen Fragen der politischen, nationalen und kulturellen Identität Ungarns zu diskutieren. Erstmals führen der Intendant des Budapester Nationaltheaters Attila Vidnyánszky und der Leiter des Theater Krétakör Árpád Schilling in Deutschland einen öffentlichen Dialog.

Die Konferenz wurde von über 200 Zuschauern live verfolgt, per Videolivestream wurde in deutsch und ungarisch gesendet. (Videodokumentation siehe unten). Die Konferenz wurde ausführlich in deutschen und ungarischen Medien kommentiert und analysiert:


Presseschau

Bereits im Oktober berichtet der Tagesspiegel unter dem Titel "Schöne neue Demokratie" über die aktuelle Premiere "Korrupcio" des ungarischen Theater Kretakör und zitiert einige Stimmen aus dem in Ungarn herrschenden Kulturkampf. Die dpa schrieb ihre Meldung anlässlich des Festivals für zeitgenössisches Theater in Budapest Anfang Dezember, überschrieben mit "In Ungarn ist zeitkritisches Theater unerwünscht" und verwies in Verbindung mit der Reise des Burgtheaterintendanten Matthias Hartmann nach Budapest auf die Notwendigkeit öffentlicher Gespräche und auf die Konferenz selbst: " ..... Matthias Hartmann, der Intendant des Wiener Burgtheaters, reiste im vergangenen Sommer nach Budapest, um dem zuständigen Minister Zoltan Balog ins Gewissen zu reden. Anschließend stellten freilich beide Seiten den Verlauf des Gesprächs völlig unterschiedlich dar. Derlei Debatten müssen offenbar öffentlich geführt werden, um nicht ganz in Unverbindlichkeit zu münden. Die grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung organisiert deshalb an diesem Sonntag (8. Dezember) in Berlin eine hochkarätig besetzte Konferenz unter dem Titel "Whatever happened... to the Hungarian Theatre?"......)"

Die Berliner Zeitung beleuchtete im Vorbericht vor allem die Lage des Theater Kretakör, der international bekanntesten freien Compagnie Ungarns, Deutschlandradio Kultur führte unmittelbar vor und während der Konferenz drei Interviews mit den Protagonisten des Konflikts  und verband es in der Sendung "Fazit" zu einer Konferenzreportage.

Noch vor Morgengrauen erzählte nachtkritik.de vom "Volkstänzer versus Hipster" - Ereignis und stellte die Kontroverse zwischen Arpad Schilling und Attilla Vidjnanzky in den Mittelpunkt. Die Berliner Zeitung sah eher eine " ..domestizierte Inszenierung eines Kulturkampfes.." als denselbigen, fand es aber trotzdem sehr aufschlussreich, der TAZ erschien das Gespräch über die Neuverhandlung der nationalen Narrative Ungarns der wesentlichste Diskurs des Tages gewesen zu sein.

Überraschend vielfältig waren die Reaktionen in Ungarn. MTI, die ungarische staatliche Nachrichtenagentur, berichtete ausführlich und ausgewogen und wurde in Ungarn vielfach übernommen, u.a. von Nepszabadsag, ungarische Blogautoren waren eigens nach Berlin angereist, die Artikel auf 444.hu und szinhas.net beschäftigten sich eingehend mit den Aussagen zur Kulturfinanzierung. Im ungarischen Fernsehen nahm die bekannte Autorin und Theaterkritikerin Judit Csaki bezug auf die Konferenz, zu guter Letzt stellte das ungarische Nationaltheater die Videos der Konferenz auf die eigene Website.

 

Hier finden Sie die Videomitschnitte zur Veranstaltung:
 

Eröffungsrede

deutsch

ungarisch

 

Diskussion: Welches Theater braucht das Volk heute?

deutsch

ungarisch

 

Diskussion: Welches Theater fördern wir und warum?