ELLEN UEBERSCHÄR

Ellen Ueberschär, 1967 in Ostberlin geboren, durchlief, nachdem ihr die Aufnahme eines Medizinstudiums staatlicherseits verweigert worden war, zunächst eine Ausbildung als Facharbeiterin für Datenverarbeitung, bevor sie 1988 mit einem Theologiestudium am Sprachenkonvikt Berlin begann.

Als eine der ersten Stipendiatinnen der Heinrich-Böll-Stiftung legte sie nach Stationen in Heidelberg und Berlin 1995 das Erste Theologische Examen ab. Im selben Jahr arbeitete sie im Forschungsprojekt "Geschichte der Evangelischen Jugendarbeit in zwei deutschen Staaten" mit, getragen durch die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend Deutschlands.

Vom November 1995 bis März 1997 Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, arbeitete Ellen Ueberschär bis 2001 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Theologie der Philipps-Universität Marburg. Ihre Promotion folgte ein Jahr darauf.

Zu ihren zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten gehören die zehnjährige Mitarbeit im Stadtjugendkonvent  (1983 bis 1993) , dem ehrenamtlichen Leitungsgremium der kirchlichen Jugendarbeit auf (Ost-) Berliner Stadtebene sowie die Mitarbeit im "Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder" von 1990 bis 1992. Von 1987 bis 2001 war Ellen Ueberschär mit Unterbrechungen berufene Synodale der Landessynode der Berlin-Brandenburgische Kirche, für kurze Zeit war sie auch Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Seit 2006 ist Ellen Ueberschär Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, der seinen Sitz in Fulda hat.

Sie ist im Ehrenamt Vorsitzende des Programmbeirates der Point-Alpha-Stiftung, Mitglied im Beirat der Evangelischen Akademie zu Berlin und Vorstandsmitglied der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg.

Neben der 2003 erschienen Monographie Junge Gemeinde im Konflikt. Evangelische Jugendarbeit in SBZ und DDR 1945-1961, veröffentlichte Ellen Ueberschär neben zahlreichen anderen die Aufsätze Der lange Atem der kirchlichen Jugendarbeit. Repression von Freizeiten und Rüstzeiten (in: Horst Dähn und Helga Gotschlich (Hgg.) , "Und führe uns nicht in Versuchung ..." Jugend im Spannungsfeld von Staat und Kirche in der SBZ/DDR 1945-1989, 1998) , Weibliche Jugendarbeit in der DDR (in: Ute Gause, Barbara Heller und Jochen-Christoph Kaiser (Hgg.) , Starke fromme Frauen? Eine Zwischenbilanz konfessioneller Frauenforschung heute, 2000) sowie Entkirchlichung und Verkirchlichung - die evangelische Jugendarbeit in der DDR der 1950er Jahre (in: Norbert Friedrich und Traugott Jähnichen  (Hgg.) , Gesellschaftspolitische Neuorientierungen des Protestantismus in der Nachkriegszeit, 2001) . Zusammen mit Susanne Weichenhan gab sie den 2003 erschienen Sammelband Lebensart und Sterbenskunst - Paul Gerhardt heraus.2009 gab sie gemeinsam mit Rüdiger Runge den Band: Fest des Glaubens – Forum der Welt. 60 Jahre Deutscher Evangelischer Kirchentag heraus.

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