Einführung

Die Asien-Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung

Frauen in Delhi
Die Skyline von Bangkok
Bild: Siim Teller. Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA 2.0. Original: Flickr

In den vergangenen Jahrzehnten ist Asien bisweilen als der "Kontinent des 21. Jahrhunderts" gehandelt worden. Die mit der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Asiens verbundenen Erwartungen sind bis heute von euphorischen Superlativen einerseits und einer gewissen Ambivalenz andererseits geprägt. In zunehmendem Maße gehen auch auf intellektueller, künstlerischer und wissenschaftlicher Ebene immer größere Impulse von Asien aus.

Das asiatische Wirtschaftswunder und seine Folgen

Das wirtschaftliche Wachstumspotential des Kontinents muss differenziert betrachtet werden. So spielt China in der wirtschaftlichen Dynamik Asiens eine zunehmend wichtigere Rolle. Spätestens seit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation im Dezember 2001 hat sich das Land als bedeutender regionaler Wachstumsmotor entpuppt. Die Wirtschaft in den Ländern Südasiens wächst dagegen mit Ausnahme Indiens nur sehr langsam. In Ost- und Südostasien hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante Wachstumsdynamik entwickelt, die im Westen oft als "asiatisches Wirtschaftswunder" bezeichnet wird. Mit der großen Finanzkrise 1997/98 erlebte dieser scheinbar unaufhaltsame wirtschaftliche Aufschwung der so genannten "Tigerstaaten" allerdings eine tiefgehende Zäsur. Die bis dahin unter neoliberalen Vorzeichen vorangetriebene wirtschaftliche Entwicklung wird seitdem kritisch hinterfragt und nachhaltigen, ökologischen und sozial verantwortlichen Entwicklungsmodellen gegenübergestellt.

Das Entwicklungsgefälle und die damit verbundenen sozialen Unterschiede trennen nicht nur die Regionen voneinander, sondern durchziehen auch die einzelnen Länder. Armut gilt nach wie vor als eines der Kernprobleme Asiens. Fast 900 Millionen Menschen sind unmittelbar davon betroffen, darunter besonders viele Frauen. Dies betrifft auch die wirtschaftlich erfolgreichen Länder, da der erhoffte "Trickle-down-Effekt" weitgehend ausgeblieben ist.

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung gehen eine rücksichtslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen und die Zerstörung der Umwelt einher. Ein stetig ansteigender CO2-Ausstoß sowie massive Waldrodungen tragen zum globalen Klimawandel bei. Asien hat in den letzten dreißig Jahren 50% seiner Waldflächen verloren. Lang anhaltende Dürreperioden und Wüstenbildung bedrohen weite Teile Asiens. Regelmäßig auftretende Überschwemmungen in Südchina, Bangladesh und Nordindien sind weitere unmittelbare Folgen dieser Entwicklung.

Politische Konflikte

Zu den Wirtschafts- und Umweltkrisen ist in den letzten Jahren in verschiedenen Regionen Asiens eine Vielzahl politischer Konflikte hinzugekommen. Selbst in Ländern, die lange als stabil galten, sind Ausbrüche gewaltsamer Auseinandersetzungen nicht auszuschließen. Die wirtschaftlichen und sozialen Spannungen, mangelnde Rechtsstaatlichkeit, schlechte Regierungsführung sowie eine deutliche Benachteiligung einzelner gesellschaftlicher Gruppen begünstigen diese Instabilität.

Die Projekte der Stiftung

Die Herausforderungen, denen sich Asien in Zukunft stellen muss, sind immens. Die skizzierten Problemfelder der schwelenden und offenen Konflikte, der wachsenden Armut und der rücksichtslosen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen haben Folgen für Frieden, Sicherheit und Demokratie.

Mit unseren Projekten in Asien wollen wir die Demokratisierung in der Region unterstützen und die Anerkennung der Menschenrechte vorantreiben. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Förderung ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit.

Die Vielfalt des mehr als 40 Staaten umfassenden Kontinents zeigt sich nicht nur auf politischem oder wirtschaftlichem Gebiet. Auch kulturell, ethnisch und religiös unterscheiden sich die Regionen Asiens erheblich. Ein gutes Verständnis der asiatischen Kultur ist deshalb notwendige Voraussetzung für nachhaltige Entwicklungsansätze. Durch die Stärkung kultureller Identität wollen wir einen Kontrapunkt zum erstarkenden Fundamentalismus setzen und alternative Entwicklungsmodelle fördern.

Im Einklang mit den örtlichen Bedingungen sollen demokratische Strukturen gestärkt werden, die der Bevölkerung Möglichkeiten zur politischen Mitbestimmung eröffnen. Da Frauen besonders häufig unter den negativen Auswirkungen von Armut betroffen sind, ist ihre aktive Teilhabe an der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein wesentliches Anliegen unserer Arbeit.

Unsere sechs Regional- und Landesbüros befinden sich in Thailand, Kambodscha sowie in Indien, Pakistan, Afghanistan und China. In Deutschland tragen Diskussionsveranstaltungen, Fachgespräche und Ausstellungen dazu bei, die speziellen Probleme und Lösungsansätze unserer Arbeit bekannt zu machen.

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