Bodenlos: Negative Auswirkungen von Mineraldüngern in der tropischen Landwirtschaft

1. Juni 2013
Heinrich-Böll-Stiftung und WWF Deutschland
Kostenlos
Veröffentlichungsort
Berlin
Veröffentlichungsdatum
Mai 2013
Seitenzahl
58
Lizenz
nil
ISBN / DOI
--

Vorwort

Gerade in Zeiten hoher Preise für Nahrungsmittel und knapp einer Milliarde hungernder Menschen wird der Ruf nach Intensivierung, einem starken und schnellen Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion immer lauter.

Was liegt da näher, als mehr zu düngen? Gerade in den Ländern des afrikanischen Kontinents, in denen der Ertrag pro Hektar häufig niedrig und die Nachfrage nach Nahrungsmitteln sehr groß ist?

So sieht die African Development Bank ein „Mehr“ an Düngung als eines der erfolgversprechendsten Mittel, um die landwirtschaftliche Produktion zu steigern und Ernährungssicherheit zu erlangen. Die Bank spricht sogar von einer „fertilizer crisis“, einer „Dünger-Krise“ des Kontinents, und appelliert an die Regierungen der jeweiligen Länder, umgehend Maßnahmen einzuleiten, um diese Krise zu überwinden. Mit Hilfe des „African Fertilizer Financing Mechanism“, der seit 2007 bei der African Development Bank angesiedelt ist, sollen Produktion und Verbreitung von Dünger gefördert und unterstützt werden.

Doch viel zu einfach ist das Bild, dass durch mehr Dünger mehr Ertrag erreicht wird. Im Gegenteil: Gerade die industrielle landwirtschaftliche Produktion ist weltweit einer der Hauptverursacher von schwindender Bodenfruchtbarkeit und Bodenzerstörung. Überproportionaler und falscher Einsatz von Mineraldünger haben diese Entwicklung vorangetrieben. Deswegen stellt sich die vorliegende Studie gegen die Forderung der Entwicklungsbank und liefert eine kritische Analyse der Förderprogramme für Düngemittel. Zudem rückt sie die vielfältige Bedeutung der Bodenfruchtbarkeit in den Mittelpunkt der Betrachtung. Denn die Beschaffenheit der Böden in den Tropen und Subtropen stellt enorme Herausforderungen, die beachtet werden müssen, um Düngung in ein umfassendes Bodenmanagement einbetten zu können. Nur so lassen sich letztlich die Bodenfruchtbarkeit und damit auch die Erträge verbessern.

Die fruchtbaren Böden gehören zu unseren wichtigsten Lebensgrundlagen. Gesunde Böden fungieren als Wasserspeicher, beherbergen einen großen Teil der Artenvielfalt und speichern Kohlenstoff – überall auf der Welt.

Subventionsprogramme für Dünger ignorieren die Herausforderungen und Potenziale einer ressourcenschonenden Landwirtschaft. Dabei werden nur gesunde Böden die Nachfrage nach Nahrungsmitteln von neun Milliarden Menschen in Zukunft decken können.

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