Haters gonna hate – aber was werden wir tun?

Haters gonna hate – aber was werden wir tun?

Urheber/in: Herr Olsen. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Hasskommentare sind in Deutschland ein Tatbestand des Strafrechts, auch im Internet. Trotzdem werden sie kaum geahndet. Allzu oft antworten Polizei oder Staatsanwaltschaft auf Anzeigen mit „Täter*innen nicht ermittelbar“. Betroffen sind diejenigen, die ohnehin Diskriminierungserfahrungen machen: Frauen* und/oder rassifizierte Menschen, Menschen mit Behinderung, jüdische Menschen, LGBTIQ…

Expertise, Vernetzung und Aufklärung - auch das Gunda-Werner-Institut setzt sich dafür ein, digitaler Gewalt wirkungsvoll etwas entgegenzusetzen und klarzustellen: das Internet ist kein rechtsfreier Raum! Uns ist es besonders wichtig, feministischen Stimmen zum Thema Netzpolitik Gehör zu verschaffen.

Bislang mangelt es an verlässlichen Daten zu Täter*innenprofil, den betroffenen Diskussionsteilnehmer*innen und den Auswirkungen auf das Verhalten im Netz. Das erschwert die Entwicklung effektiver Gegenstrategien.

Deshalb starten wir mehrere Umfragen mit dem Ziel genauer zu erfahren, wer, wie und warum von Digitaler Gewalt betroffen ist.

Zur Auswertung!

Anzeige erstatten bei Hasskommentaren

Gegen Digitale Gewalt gibt es juristische Mittel. Doch nutzen wir sie auch? Betroffene können nicht Facebook darum bitten Hassbotschaften zu löschen, sie können auch die Staatsanwaltschaft damit betrauen bzw. auch auf zivilrechtlichem Wege Entschädigung erlagnen. Doch wissen viele Menschen nicht, dass die Gesetze, die sie offline vor Gewalt schützen sollen, natürlich auch im Netz gelten. Wir möchten wissen, ob sie schon einmal Anzeige bei Hasskommentaren erstattet haben.

Hasskommentare auf Facebook

Auf Social Media Kanälen wie Facebook gehört Hass mittlerweile für manche zum guten Ton. Doch auch hier gibt es, zumindest in der Theorie, Möglichkeiten diesem Hass zu begegnen. Sei es mit dem von Facebook favorisierten Mittel der Counterspeech - Gegenrede oder mit der Beantragung der Löschung von Kommentaren, weil sie z.B. gegen bestehende Gesetze verstoßen. Wir möchten von Ihnen wissen, ob sie schon einmal versucht haben einen Kommentar bei Facebook zur Löschung vorzuschlagen und was dann passiert ist.

Teilnahme an Online-Diskussionen

Als erstes wollten wir wissen: Sind Hasskommentare für Sie ein Grund, aus Online-Diskussionen auszusteigen?

 

Die Umfragen führen wir in Kooperation dem Online-Meinungsforschungsinstitut Civey durch - in Echtzeit, für jede Nutzer*in zugänglich, mit repräsentativen Ergebnissen.

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Kommentare

Wer sich dafür einsetzt,

Wer sich dafür einsetzt, digitaler Gewalt wirkungsvoll etwas entgegenzusetzen, sollte klarstellen, wie das funktionieren soll. Diese Umfrage ist, wie der ganze Artikel, reine Augenwischerei. Wünsche und Träume sollte man als solche klar etikettieren. Deshalb muss ich der sogenannten "Klarstellung" des Gunda-Werner-Institut mit aller Entschiedenheit widersprechen:

Das Internet ist ein rechtsfreier Raum, mit oder ohne Umfragen!

Das Netz funktioniert nicht wie Strafverfolgungsbehörden in territorialen oder nationalen Kategorien. Der internationale Rechtshilfeweg ist nicht nur bei digitalen Straftaten für jeden Einzelfall arbeitsintensiv und zeitraubend. Bei digitalen Vorgängen erfolglos, oft schon mangels Antwort des ersuchten Staates. Es ist für den digitalen Normalermittler schlicht und eben "nicht-ergreifend" schon aus technischen Gründen aussichtslos, zur Täterschaft gerichtsverwertbare Ermittlungsansätze aus dem Netz zu kitzeln. Leute, die sich von nationalen Strafverfolgungsbehörden "erwischen" lassen, sind digitale Analphabeten, wie Bankräuber die noch am Tatort ihren Ausweis liegen lassen.

Die Lösung wäre nicht etwa Strafverfolgung, sondern Löschen des Beitrages oder das ganze Netz abschalten!

Zur 1. Alternative -Löschen von Beiträgen: Der Netzbetreiber überwacht ständig sein Netz und löscht gegebenenfalls. Manche Beiträge sind als Straftaten zu identifizieren, die meisten aber keineswegs eindeutig als falsch oder die Tatsachen verstellend einzuordnen. Aber wie soll ein Netzbetreiber überprüfen, welche Beiträge wahr, unwahr sind oder aus den verschiedensten Gründen jemanden schaden könnten? Wer überprüft die Angaben der vermeintlich Geschädigten oder Beschwerdeführers?

Zur 2. Alternative: Das ganze Netz abschalten ! Das würde schlicht und ergreifend bedeuten, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Wem würde diese Option nützen?

3. Alternative: Bildung, Bildung, Bildung (Leider kein Selbstläufer)

Nun frage ich, was dieser und ähnliche Artikel bezwecken könnte?

Meine Antwort: Solche und ähnliche Berichterstattung penetrant immer wieder vorgetragen, könnte den Weg in eine totalitäre Überwachung des Netzes ebnen. Das Internet wird solange diskreditiert, bis die User Zensur akzeptieren.

Erlauben Sie mir am Schluss eine spekulative und intuitiv motivierte Behauptung: Zur Zeit haben wir um das Thema Hassbotschaften, vermischt mit "Shit-Storms", "Cyber-Mobbing" oder "Fake-News"einen unglaublichen Medienrummel. Wer bekommt davon überhaupt was mit? Das sind Minderheiten, die sich aufregen. Der Diskurs um dieses Phänomen bauscht die Dimension des Problems unerträglich auf und pumpt nur noch mehr negative Energie hinein. Dieses Thema eignet sich prächtig, von einem völligen Parteien- und Politikversagen abzulenken, was die wichtigen und gleichzeitig existentiellen Themen unserer Zeit betrifft, die uns gerade davon laufen > www.solidarnosch.de

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