Baustelle Energiewende - Tagungsbericht

Baustelle Energiewende - Tagungsbericht

Für eine zukunftsfähige, gerechte Gesellschaft braucht es eine ökologischen Modernisierung - mit dem Umbau des Energiesystems als Kernprojekt. Auf der Tagung diskutierten wir, wie die Energiewende im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich weitergehen und integriert werden kann.

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Längst ist die Energiewende nicht mehr nur ein Projekt „irgendwelcher grüner Spinner“, sagte Ralf Fücks zur Begrüßung. Der Ausbau der Wind- oder Solaranlagen kommt nicht nur in Industrieländern, sondern weltweit voran. Hauptgrund: Die Kosten sind gesunken. Derzeit ist China der weltweit größte Investor in Erneuerbare Energien. Das Land rast auch bei der Elektromobilität davon. Zudem bringen neue Informationstechnologien neue Geschäftsmodelle voran. Es geht jetzt um eine Steuerung der Entwicklung, die die Welt der Zukunft prägt. Die Bundesregierung steht vor Grundsatzentscheidungen.

Und die Bausteine seien bereits klar, erklärte Phillip Vohrer, der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Seine Beispiele: Längst produzieren nicht mehr nur einige wenige Versorgungsunternehmen gewaltige Mengen Strom in Atom-, Gas-, Kohlekraftwerken, den sie dann über ein weit verzweigtes Netz an ihre Kund/innen verteilen. Energie wird zunehmend dezentral in vielen kleinen Einheiten produziert. Verbraucher/innen werden selbst zu Erzeuger/innen und nicht nur Eigenheimbesitzer/innen, sondern auch Mieter/innen werden an der Energiewende beteiligt. Die Bundesregierung hat ein Mieterstromgesetz verabschiedet. Erprobt werden, etwa von Clean Energy Sourcing (Clens), virtuelle Kraftwerke, die mit entsprechender Informationstechnologie tausende dezentrale Anlagen blitzschnell zusammenschalten können.

Jetzt, so Vohrer, müssten Erneuerbare Energien auch bei der Wärmeversorgung und der Mobilität vorangebracht werden. Aus Wasser, Strom und Kohlendioxid wird synthetisches Erdgas erzeugt. Power to Gas heißt das Konzept. Fücks betont: „Der Übergang in die neue Energiewelt kann nur gelingen, wenn relevante Teile der Wirtschaft mitziehen.“ Womöglich brauche es „einen neuen Energiekonsens, der über den Atomkonsens hinausgeht.“

Fossile raus aus Leitungen, Antrieben und Gebäuden

In jedem Fall sei die weltweite Energiewende nicht aufzuhalten, erklärt Professorin Claudia Kemfert zu Beginn ihrer Key Note. Claudia Kemfert leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. Nach dem Austritt des US-Präsidenten Donald Trump aus dem Pariser Klimaabkommen gebe es eine „Jetzt erst recht!“-Stimmung.

Trump hatte Anfang Juni diesen Jahres verkündet, er werde das von 195 Staaten vereinbarte Klimaabkommen nicht mehr umsetzten. Denn das gehe einseitig zu Lasten seines Landes und koste dort Jobs. Mit der Ankündigung steht sein Land weitgehend isoliert da. Mit dem Weltklimavertrag will die internationale Staatengemeinschaft dafür sorgen, dass die Erwärmung der Luft nicht weiter als zwei Grad über das Niveau des 19. Jahrhunderts steigt. Das Versprechen: Die Wirtschaft wird bis Mitte des Jahrhunderts klimaneutral umgebaut.

Schon jetzt müssten immer mehr Unternehmen mit fossilen Energien Insolvenz anmelden, sagte Kemfert: „Das gefällt nicht jedem gut.“ Die Energieforscherin, die das Buch „Das fossile Imperium schlägt zurück“ veröffentlicht hat, meint, die alten Energien gingen nicht kampflos vom Platz. Doch führe an der Dekarbonisierung in Energie-, Transport- und Industriesektoren kein Weg vorbei.

Atomkraft habe nach den Modellrechnungen des DIW keine Zukunft. Sie entziehe sich der ökonomischen Rationalität. Denn sie sei teuer, wenn man die Risiken für Mensch und Umwelt, Kosten für einen späteren Rückbau und die Endlagerung sowie die notwendigen Ausgaben für Infrastruktur, Forschung und Entwicklung mit einbezieht. Auch sei die CCS-Technologie, mit der das bei der Kohleverstromung anfallende Kohlendioxid unterirdisch gelagert werden soll, nicht wirtschaftlich. Gas sei auch „nur bedingt einsetzbar“ als Brückentechnologie. Für Kemfert steht fest: „Erneuerbare Energien sind die Quelle der Stromerzeugung.“ Allerdings, kritisiert sie, werde der Ausbau von der Bundesregierung derzeit ausgebremst, er ist über das Erneuerbare-Energien-Gesetz gedeckelt.

Dabei wird künftig viel mehr Erneuerbarer Strom gebraucht. Die Bundesregierung hat in ihrem Klimaschutzplan 2050 ein verbindliches CO2-Minderungsziel von 55 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 1990 festgelegt und auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche heruntergebrochen (Energiewirtschaft: minus 61-62 Prozent, Gebäude: minus 66-67 Prozent, Verkehr: minus 40-42 Prozent, Industrie: minus 49-51 Prozent, Landwirtschaft: minus 31-34 Prozent). Vor allem drei Konsequenzen sieht Kemfert.

To-do-Liste für die Politik

Erstens: „Wir müssen rasch einen Kohleausstieg einleiten.“ Bisher ist nur festgelegt, dass ab 2017 alte Braunkohlekraftwerke mit einer installierten Kapazität vom 2,7 Gigawatt in eine Kapazitätsreserve überführt und anschließend stillgelegt werden.

Zweitens sei „die Abkehr von Öl und Diesel im Verkehr“ entscheidend. Bisher wird die Zukunft des Verkehrs stark von der Tech-Elite im kalifornischen Silicon Valley gedacht. Tesla-Chef Elon Musk sagt: „German Car Firms are too old school.“ Die deutschen Autokonzerne tun sich schwer mit der Modernisierung und die Politik habe bisher dabei „versagt“, gegenzusteuern, sagt Kemfert. Dabei habe der Sachverständigenrat für Umweltfragen schon 1973 in einem Gutachten ein Konzept für eine Verkehrswende entwickelt. Ideen gibt es. (Mehr dazu im Panelbericht zur Verkehrswende).

Bleibt drittens, laut Kemfert, diese Notwendigkeit: „Energieeinsparungen im Gebäudesektor auf den Weg bringen.“ Da tue sich derzeit viel zu wenig, dabei brächten neun Milliarden Euro Investitionen elf Milliarden Euro Einsparungen bei Energiekosten.

Solar-, Wind- Biomasse und Wasserkraft müssten dabei so aufeinander abgestimmt werden, dass sie zu jeder Zeit Versorgungssicherheit garantieren können, mit digital gesteuerten Netzen und entsprechenden Speichern, fordert Kemfert. Die Baustelle Energiewende sei eine „Großbaustelle“. Deutschland müsse nun „klug weitermachen, um auch in Europa mehr Mitkämpfer zu finden“. Denn die Energiewende sei, sagt sie, „Friedensprojekt, schafft Partizipation, schafft Akzeptanz und Demokratie, nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt.“

Europas Energiewende voranbringen – Mind the Trump

Die zweite Key Note hielt Megan Richards. Sie ist die Direktorin für Energiepolitik in der DG Energy der Europäischen Kommission. Die Generaldirektion Energie (DG Energy) mit Maroš Šefčovič und Miguel Arias Cañete an der Spitze ist verantwortlich für die Gestaltung der Europäische Energieunion. Megan Richards gehört damit zur Bauaufsicht der europäischen Energiewende. „Wir müssen unsere Ziele zusammen schaffen“, sagt sie. Auf europäischer Ebene wird derzeit das sogenannte „Winterpaket“ diskutiert. Diese 1000 Seiten umfassende Strategie für die Energiepolitik der Union hatte die Kommission Ende des vergangenen Jahres vorgelegt.

Demnach soll in der EU bis zum Jahr 2030 30 Prozent weniger Energie verbraucht werden als 1990. Bisher sind 27 Prozent angepeilt. Richards wirbt: „Die Einführung der Erneuerbaren Energien wird nicht die Ökonomie belasten, wie viele sagen. Der Energieverbrauch geht runter, aber das Wachstum steigt.“ So sollen die notwendigen Investitionen 400.000 Jobs bringen. Vor allem im Bausektor soll Energie gespart werden. Die Energieversorgung soll weniger von Importen abhängig werden. Auch sollen Stromkunden Anspruch bekommen auf intelligente Zähler, die Smart Meter.

Besonders umstritten im Paket: Der Einspeisevorrang, bei dem im Normalfall erneuerbare Energien zuerst ins Stromnetz fließen, soll wegfallen. Das soll allerdings nur bei neuen Installationen und nicht bei kleinen Anlagen gelten. Die Verhandlungen laufen.

Grundsätzlich beruft sich Richards auf den einstigen Chef des US-Unternehmens Apple, Steve Jobs. Von ihm ist der Satz berühmt: „Meistens wissen die Leute nicht, was sie wollen, bis man es ihnen zeigt.“ Für die Direktorin heißt das: „Wir müssen die Nachfrage schaffen“ - also vorangehen.“ Richards betonte, dass sie von Deutschland erwarte, diesen Marsch anzuleiten.

The Big Picture – Lose Enden und wie alles zusammenkommt

Einer der vordenkt, wie das gehen kann, ist Patrick Graichen. Er ist Direktor des Think Tanks Agora Energiewende, der unter dem Titel „Energiewende 2030 – The Big Picture“ bereits ein 80-seitiges Papier vorgelegt hat. Es beschreibt „Ziele und Strategien für die zweite Phase der Energiewende“. Entscheidende Frage: Wie wird die Finanzierung der Erneuerbaren Energien organisiert?

Die Umstellungen auf Ausschreibungen sei ein richtiger Schritt. Dabei müsse noch getestet werden, ob diese technologieoffen sein sollten oder nicht. Energieforscherin Kemfert zum Beispiel plädiert dafür „versorgungssicheren Strom“ auszuschreiben, um Pumpspeicher und neue Technologien, die „nötig“ seien, mit im Blick zu behalten. In jedem Fall, so sagt Graichen, seien die notwendigen Investitionen davon abhängig, wie sich die Preise für Kohle, Öl und Gas entwickelten. Er meint, dass erst ein CO2-Mindestpreis von 30 bis 50 Euro pro Tonne einen marktgetriebenen Erneuerbare-Energien-Zubau ermöglichen. Der ist nötig.

Die Agora Energiewende rechnet vor: Aufgrund der stärkeren Nutzung von Strom für die Wärmeerzeugung und im Verkehr steigt der Stromverbrauch bis 2030 „leicht über das heutige Niveau“ - auch wenn die Gesellschaft bisher nicht geklärt hat, wie eine ökologische Modernisierung bei Strom, Wärme, Verkehr genau aussehen soll. (Mehr dazu im Bericht vom Panel Wärmewende)

Gretchenfrage: Wie halten Sie es mit dem Kohleausstieg?

Im Strompanel trafen Oliver Krischer und Michael Vassiliadis aufeinander. Der grüne Energieexperte Oliver Krischer ist selbst im rheinischen Braunkohlerevier aufgewachsen. Die Landschaft fressenden Tagebaue fänden auch ohne Klimadebatte heute keine Akzeptanz mehr, glaubt er. Die nordrhein-westfälische Landesregierung habe unter Rot-Grün bereits im Jahr 2010 beschlossen, keine neuen Tagebaue mehr anzulegen. Daran rüttle auch die seit Juni 2017 nachgefolgte schwarz-gelbe Koalition nicht: „Beim Kohleausstieg geht es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wann und Wie.“ Die Politik müsse „den Ausstieg planbar machen und sehr schnell beginnen“, um Friktionen, also große Brüche, zu verhindern. Die Grünen wollen bis 2030 komplett aus der Kohle aussteigen. Die 20 schmutzigsten Kraftwerke sollen aber schon bis 2021 abgeschaltet werden.

Diese Eilbedürftigkeit bestreitet Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Deutschland werde im Jahr 2050 raus sein aus der Kohle – das ja.

Doch global spiele das keine Rolle, da dieser CO2-Beitrag nur 0,35 Prozent ausmache. Ob es nicht besser sei, „sich auf Innovationen, Netze und Speicher zu konzentrieren als die Energiewende herbei zu regulieren?“, meint er. Und: „Lohnt die Verzerrung im Sozialen?“ Seine Leute, 22.000 Beschäftigte in der Braunkohlewirtschaft, fragten sich „Was zur Hölle soll das?“

Der Gewerkschafter kann Krischers Argument nicht viel abgewinnen, dass das Durchschnittsalter der Mitarbeiter der Energiekonzerns RWE 46 Jahre sei, so dass die „allermeisten im verdienten Ruhestand“ sind, wenn gar keine Kohle mehr verfeuert wird. Die Erneuerbaren Energien machten zurzeit 30 Prozent des Mixes in Deutschland aus, sagt Vassiliadis, rund 550 Milliarden Euro seien dafür investiert worden. Das Geld müsse „ja irgendwo weggenommen werden, das kann man nicht ignorieren.“ Er fordert: „ein Management der Energiewende, das auf Balance und Abwägung ausgerichtet ist.“

Die Bundesregierung wird eine sogenannte Strukturwandelkommission einsetzen, die im Jahr 2018 Lösungen finden soll. Über deren Mandat, Zusammensetzung und genauen Auftrag ist der Öffentlichkeit leider noch nichts bekannt.

Parallel zum Strompanel fanden gleichermaßen intensive Diskussionen zur „Wärmewende“ und zur „Verkehrswende“ statt[1].

„Wir müssen bei der ökologischen Modernisierung in Investitionszyklen denken“

Rainer Baake gilt als einer der großen Architekten der Energiewende in Deutschland. Der grüne Staatssekretär im SPD-geführten Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat längst ausbuchstabiert, wie der Übergang in die klimaneutrale Welt aussehen kann.

Sein grundlegender Appell: „Konsequent in Investitionszyklen denken!“ Ein Kohlekraftwerk habe eine Laufzeit von 40 Jahren. Das heißt: „Wer jetzt in den Braunkohletagebau investiere, mache eine Fehlinvestition.“

Und: Wer jetzt noch Häuser baue, die auf Öl und Gas angewiesen seien, müsse sich klar darüber sein, dass sie in wenigen Jahren wieder umgebaut werden müssen. Oder: Da im Jahr 2050 nur noch Fahrzeuge ohne CO2-Emissionen auf der Straße unterwegs sein werden, könnten ab 2030 keine mehr mit fossilem Verbrennungsmotor zugelassen werden.

Baake plädiert dafür, den notwendigen Umbau zu einer „ökonomischen Erfolgsgeschichte zu machen und das auch als solche kommunizieren.“ Die Mehrheit sei nicht allein mit moralischen Argumenten zu gewinnen, damit, dass Ernten verdorren, Küstenstädte überflutet werden, Menschen bedroht sind. Er selbst habe früher bei der Energiewende von Lastenverteilung, dem Burden Sharing, gesprochen, heute rede er über „Opportunity Sharing“, die Chancen verschiedener neuer Geschäftsmodelle.

Was in der nächsten Legislaturperiode getan werden muss

Im Abschlusspanel trafen Simone Peter, Jochen Flasbarth, Ulf Gehrckens und Sönke Tangermann zu dieser Frage aufeinander. Gehrckens ist Senior Vice President Corporate Energy Affairs der Aurubis AG. Die Aurubis ist einer der großen Kupferhersteller und weltweit führend beim Kupferrecycling. Kupfer sei „das Metall der Energiewende“, sagt er. Es findet sich tonnenweise in Windkraftanlagen wieder. Die Energiewende sei eigentlich „ein Konjunkturprogramm für die Kupferindustrie“.

Und was läuft verkehrt? Gehrckens betonte, dass Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen brauchen: „Sind wir nächstes Jahr noch EEG-befreit? Bekommen wir nächstes Jahr einen nationalen CO2-Preis? Wir wissen es nicht. Das hemmt Investitionen“. Hohe Energiepreise und Klimaschutz hierzulande seien kein Wettbewerbsvorteil. „Eine Tonne Kupfer verkaufen Sie überall zum gleichen Preis. Da fragt Sie keiner, wie hoch Ihre Kosten waren.“

Jochen Flasbarth, SPD-Staatssekretär im Bundesumweltministerium, entgegnete, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes nicht auf den Faktor Energiekosten, reduziert werden dürfe. Das Angebot an Fachkräften, die Transportinfrastruktur und stabile demokratische Verhältnisse seien mindestens genauso wichtig.

Industrieunternehmen wie Aurubis misstrauen der Volatilität von sauberer Energieerzeugung. Berüchtigt ist die so genannte kalte Dunkelflaute. Besonders in einem Januar kann es kalt und die Nachfrage nach Energie groß sein. Doch ist es dann fast windstill und der Himmel bewölkt, drehen sich Windräder kaum, produzieren Solaranlagen wenig Strom. Das Bundeswirtschaftsministerium hat in einem Strategiepapier „Strom 2030“ erklärt, die Stromversorgung durch Importe aus Nachbarländern abzusichern.

Das reiche nicht, meint Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy. Er beruft sich auf eine jüngst veröffentlichte Studie des Berliner Analyseinstitut Energy Brainpool. Tangermann: „Eine Flaute kann sich auch über ganz Europa ausbreiten. Wir müssen in Deutschland zu einem großen Maß auch selber klarkommen. Die Bundesregierung muss entsprechende Investitionen anreizen.“ Etwa in so genanntes Windgas und die dazu gehörige Infrastruktur.

Flasbarth kritisierte den heutigen Kanzleramtschef Altmaier, der noch als Umweltminister eine „hysterische Strompreise-Diskussion“ angestoßen habe. Auch das Verkehrsministerium kam nicht gut weg. Dort habe man in Sachen Emissionsreduktionen so gut wie gar nicht geliefert.

Vor allem müsse man jetzt die zweite Phase der Energiewende beschließen, sagt Jochen Flasbarth: „Wenn wir im nächsten Koalitionsvertrag unsere Klimaziele nicht ernst nehmen, gehen sie nicht automatisch weg.“ Dann müsse irgendwann hektisch entschieden werden, das sei „nie gut“. Grünen-Chefin Simone Peter sagt es so: „Wir haben einen drängenden Handlungsbedarf.“

Es gibt eine Wahl, wie es auf der Baustelle Energiewende künftig zugeht. Die Chance für eine neue Entwicklungsstufe der Industriegesellschaft – sie ist noch lange nicht genutzt.

 

[1] Die Berichte zum Verkehrspanel und Wärmepanel finden Sie in Kürze auf dieser Website.

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