Friedensfilmpreis 2018: Die Jury

Friedensfilmpreis 2018: Die Jury

Am 15. Februar beginnt die Berlinale 2018. Zum 33. Male sucht die Jury des Friedensfilmpreises nach Werken mit friedenspolitischem Inhalt und herausragender ästhetischer Umsetzung. Der diesjährige Friedensfilmpreis wird am Sonntag, den 25. Februar im Kino Hackesche Höfe verliehen.

Mitglieder der Jury des Friedensfilmpreises 2018
v.l.n.r. - Peter Steudtner, Matthias Coers, Lena Müller, Helgard Gammert, Burhan Qurbani, Florian Hoffmann, Miraz Bezar — Bildnachweise

Die Mitglieder der Jury sind:

Miraz Bezar studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) und machte sich zunächst mit Kurzfilmen einen Namen.  2009 produzierte Bezar seinen ersten Langspielfilm MIN DIT – Die Kinder von Diyarbakir, der auf dem Int. Filmfestival in San Sebastian seine Weltpremiere feierte und den Youth Award gewann. Es folgten weitere 13 Auszeichnungen weltweit. Zudem wurde Miraz Bezar als bester Drehbuchautor für den Deutschen Filmpreis 2011 nominiert.

Im Theaterbereich arbeitet Bezar seit 2008 mit dem Theater „Ballhaus Naunynstrasse“ und dem „Maxim Gorki Theater“ zusammen. 2009 adaptierte er den Roman „Das Märchen vom letzten Gedanken“ nach Edgar Hilsenrath und 2012 das Stück „§301 – Die beleidigte Nation“ über die Ermordung des armenischen Journalisten Hrant Dink. 2014 folgte die gesellschaftskritische Komödie „Vorhaut“, welches gerade für das Kino adaptiert wird. Neben der Regie war Bezar hierbei jeweils auch als Autor verantwortlich.

 

Matthias Coers arbeitet als unabhängiger Filmemacher und Soziologe. Als freiberuflicher Journalist und Kameramann produziert er Fotos, Texte und Videos u.a. mit Gewerkschaften, Mieterorganisationen, der AIDS-Hilfe und für Zeitungen. Er kooperiert mit partizipativen Initiativen, organisiert Vorträge und Veranstaltungsreihen zu den Schwerpunkten Stadtentwicklung, Soziale Infrastruktur und Erinnerungskultur.  

Seit der Premiere des Dokumentarfilms „Mietrebellen – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt“ im Frühjahr 2014 hat er in über achtzig Städten mehr als 200 Vortrags- und Filmveranstaltungen abgehalten. Z.B. in Moskau, Neapel oder Wien wurde auf Einladung zu wissenschaftlichen Konferenzen, politischen Organisationen, dem Goethe-Institut den Bürger:innen und dem Fachpublikum vom nachbarschaftlichen Engagement in der Metropole Berlin berichtet. Der in Co-Regie produzierte erste Langfilm wird auf internationalen Festivals gezeigt, hat in Berlin über 200 Kinoaufführungen erreicht, wurde in 20 Ländern gezeigt und erhält gegenwärtig Untertitel in der neunten Sprache.

Matthias Coers ist zuständig für die Bildredaktion des Berliner MieterEchos, hält Lecture Screenings zum Thema Wohnen und ist seit längerem für das European Media Art Festival tätig. 2016 war er schon einmal Mitglied der Berlinale Friedensfilmpreisjury.

Im Frühjahr 2017 hatte sein neuer Dokumentarfilm „Das Gegenteil von Grau“ Premiere. Er behandelt das Thema „Kampf um Wohnraum“ aus der Perspektive der Bevölkerung des Ruhrgebietes. Auch dieser Film wird in vielen verschiedenen Sprachversionen vertrieben. Derzeit arbeitet Matthias Coers mit Videoprojekten zu den Themen „Immobilienwirtschaft am Beispiel Berlin“, zur Geschichte des Antifaschismus in Westdeutschland und zu Housing in Europa.

 

Helgard Gammert ist ausgebildete Medienpädagogin und arbeitete in verschiedenen Filmgremien. 1979 kam sie aus Mannheim nach Berlin und betreibt seither das Bali-Kino.

„Bali“: Der eigentliche Name 'Bahnhofslichtspiel' war den früheren Betreibern zu lang und sie verkürzten ihn zum Inselnamen. Helgard Gammert entwickelte die Idee eines außergewöhnlichen Kinder- und Jugendprogramms konsequent weiter. 1986 rief sie die Berliner 'Kinder-Kino-Initiative' ins Leben, bei der jeden Monat – unterstützt vom Hauptverband der deutschen Filmtheater – ein ausgewählter Kinderfilm durch 20 Berliner Kinos tourte. 25 Jahre in Folge wurde das Bali für ein hervorragendes Jahresfilmprogramm ausgezeichnet. Helgard Gammert bekam 2005 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Helgard Gammert und ihr „Bali“: Ein Ein-Frau-Betrieb. „Ich bin das Kino und Film ist mein Leben.“ Sie sucht den Kontakt zum Publikum, strengt Diskussionen über die Filme an, ist offen für Anregungen und Kritik. „Ein Kino ohne Impulse von außen ist tot“, sagt sie. Am liebsten spielt sie Dokumentarfilme.

Wie oft geht sie ins Kino?
„Jeden Tag. Und ich sehe alle wichtigen Filme!“
 
Der Film, der sie bisher am meisten beeindruckt hat:
„Vor dem Regen von Milcho Manchevski, 1995 gedreht.“

 

Florian Hoffmann geboren 1987 in Berlin. Nach dem Abitur wird er in der Entwicklungszusammenarbeit in West-Afrika tätig. Anschließend Studium der Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaften in Basel. Seit 2011 studiert er Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb).

Sein erster Kurz-Dokumentarfilm "Hotel der Diktatoren" feierte seine Premiere im int. Wettbewerb des Hot Docs Filmfestival und bekam in Deutschland das Prädikat "Besondes Wertvoll". Seine dokumentarische Langzeitbeobachtung "Arlette. Mut ist en Muskel" gewann zahlreiche internationale Filmpreise und lief erfogreich im Schweizer Kino. Sein neuer Dokumentarfilm "Egal gibt es nicht", zum grassierenden Rechtspopulismus in Deutschland wurde gerade fertiggestellt und beginnt nun seine Festivaltour.

 

Lena Müller ist Filmemacherin und Produzentin. Ihr vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilm DRAGAN WENDE – WEST BERLIN (Max Ophüls Preis 2013) lief weltweit auf über 50 Festivals, im TV und im Kino. Derzeit betreut sie bei BBC Worldwide die Dokumentarfilm-Koproduktionen mit Deutschland und Frankreich.

Die Deutsch-Jugoslawin Lena Müller wuchs in (West-)Berlin und Paris auf. Nach einem Studium in Philosophie, Politikwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oxford arbeitete sie zunächst in einem Belgrader Think Tank für Menschenrechte und entwickelte zahlreiche Bürgerrechtsprojekte. Zugleich wandte sie sich als Produzentin und Schauspielerin dem Film und Theater zu.  Sie war Gründerin eines Berliner Film- und Theater-Kollektivs, produzierte Kurz- und Dokumentarfilme, arbeitete als Stoffentwicklerin und im Weltvertrieb für RISE AND SHINE. 2009 gründete sie die Produktionsfirma von.müller.film, mit der sie dokumentarische und fiktionale Stoffe entwickelt. Sie lebt in Berlin.

 

Burhan Qurbani Jahrgang 1980, ist Sohn afghanischer politischer Flüchtlinge, die Deutschland 1979 erreichen. Im Jahr 2002 begann er sein Regiestudium an der Filmakademie Baden-Württemberg. Er inszenierte mehrere Kurzfilme, die viele Preise auf internationalen Filmfestivals gewinnen.

SHAHADA, Burhans Diplomfilm, lief im Hauptwettbewerb der 60. Berlinale 2010. Sein zweiter abendfüllender Spielfilm WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK. feiert seine Premiere als Eröffnungsfilm des Wettbewerbs des Rome International Filmfestivals 2014. Danach lief der Film unter anderem auf dem Tribeca Film Festival in New York, auf dem Rotterdam Filmfestival und vielen anderen internationalen Filmfestival, wo er mehrere Preise gewann. Auch in Deutschland war WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK. erfolgreich. Der Film war für den Deutschen Filmpreis für den Besten Film und die Beste Kamera nominiert und hat den Deutschen Filmpreis für die Beste Nebenrolle gewonnen.

 

Peter Steudtner geboren 1971 in Berlin, ist Trainer und Berater für gewaltfreie Konflikttransformation und Sicherheit für Menschenrechtsverteidiger/innen. Gleichzeitig arbeitet er als Dokumentarfilmer und -fotograf (https://panphotos.org) im Bereich Landgrabbing und Menschenrechte, vor allem im Südlichen Afrika.

Sein Engagement zu "Holistischer Sicherheit" für Aktivist/innen (Mitautor des "Holistic Security Guide", unter anderem als Digital Integrity Fellow für DDP/HIVOS, brachte ihn 2017 wegen angeblichen Terrorismusverdachts gemeinsam mit türkischen Menschenrechtsverteidiger/innen für 113 Tage in türkische Haft (#Istanbul10).

 

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