Deniz Yildiz, Universität Hildesheim

Deniz Yildiz, Universität Hildesheim

Interkulturelle Öffnung von Kommunen

Mein Promotionsvorhaben analysiert auf kommunaler die Entstehung und Implementation von interkulturellen Öffnungsprozessen (IKÖ), einem Handlungsfeld der Integrationspolitik, dem sich Kommunen in den letzten Jahren verstärkt widmen. Als „ein humaner Mittelweg zwischen den assimilistischen und pluralistischen Positionen“ (Geißler/ Weber-Menges 2013: 274) wendet sich IKÖ eindeutig vom einseitigen Verlangen ab. Interkulturelle Öffnung bringt die Veränderungsbereitschaft der Kommunen für eine verbesserte Integration der Migrant/innen und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zum Ausdruck. Partizipation, Chancengleichheit, soziale Kohäsion und solidarische Gemeinschaft sind nur einige der Schlagwörter, die in einer durch Zuwanderung geprägten Gesellschaft mittels solcher Öffnungsprozesse einen gewünschten Zielzustand der Gesellschaft darstellen.

In der Wissenschaft wird das Thema Interkulturelle Öffnung in verschiedenen Disziplinen aufgegriffen - auffällig ist jedoch, dass im Fokus der Literatur zu diesem Themenfeld die Anstrengungen der Kommunen stehen, die sie für IKÖ-Prozesse unternehmen. In diesem Zusammenhang liegen Erfahrungsberichte oder Beschreibungen von Modellprojekten vor, welche Handlungsbedarfe, Intentionen, Maßnahmen und Ziele, Erfolge bzw. Hürden und Hindernisse für IKÖ-Prozesse formulieren. Durch eine anwendungsbezogene Herangehensweise wird das Thema IKÖ überwiegend deskriptiv und praxisorientiert behandelt. Der wissenschaftliche Erkenntniswert bleibt trotz zahlreicher Publikationen dadurch eher marginal. Es existieren nur wenige politik- und verwaltungswissenschaftliche Forschungsarbeiten zu diesem Thema. An dieser Stelle setzt mein Forschungsvorhaben an.

Aus der Perspektive der Local-Governance Forschung, die vielfältige Akteurstypen in den Blick nimmt, wird im ersten Teil der Arbeit in einer qualitativ ausgerichteten Policy-Analyse am Beispiel von drei niedersächsischen Kommunen der Frage nachgegangen, welche Entscheidungsprozesse zu der Etablierung von interkultureller Öffnung geführt haben. Welche Ursachen, Einflüsse und Beweggründe haben diesen Prozess bewirken können? In Anlehnung an den Policy-Cycle aus der Politikfeldanalyse werden die verschiedenen Phasen des Entscheidungsprozesses von der Problemwahrnehmung bis zur Umsetzung rekonstruiert, um die zentralen Akteure und Einflussfaktoren zu identifizieren, welche die Policies maßgeblich geprägt haben bzw. nach wie vor prägen.

Im zweiten Teil der Forschung wird die praktische Ausgestaltung und die Ergebnisse von interkulturell ausgerichteter Integrationspolitik näher skizziert. Inwiefern eine Diskrepanz zwischen Programmintention und Programmdurchführung zu konstatieren sein wird, gilt es zu untersuchen. Empirisch gründet das Dissertationsprojekt auf der Analyse von Dokumenten und Experteninterviews.

Ziel meines Promotionsvorhabens ist es, ein dezidiertes Bild von interkultureller Öffnung zu erhalten. Das Forschungsprojekt soll insbesondere Entscheidungsträger/innen und den an der Implementation beteiligten Akteuren hilfreiche Informationen zum Handlungsprogramm interkulturelle Öffnung liefern. Auf diese Weise kann es zur Verbesserung der Handlungsfähigkeit von Kommunen beitragen.

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