Zentralbanken und Finanzwirtschaft als Klimaretter?

Zentralbanken und Finanzwirtschaft als Klimaretter?

Podiumsdiskussion

Donnerstag, 12. September 2019, 19.30 – 21.30 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Vortrag von
Adam Tooze, Wirtschaftshistoriker und Autor von "Crashed: Wie zehn Jahre Finanzkrise die Welt verändert haben“, Columbia University

Begrüßung: Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung

Anschließend Diskussion mit:
Sabine Mauderer, Vorstandsmitglied Deutsche Bundesbank
Jakob von Weizsäcker, Chefökonom Bundesfinanzministerium

Moderation:
Katharina Dröge MdB
, Parlamentarische Geschäftsführerin Bündnis 90/Die Grünen

Zwei Hitzesommer und streikende Schüler und Schülerinnen haben die deutsche Politik verändert. Klimaschutz steht nun ganz oben auf der Tagesordnung. Die Zeit drängt: In historisch kürzester Frist von unter drei Jahrzehnten müssen die Emissionen auf null gesenkt werden. Energieversorgung, Mobilität, Wohnen, Landwirtschaft und Industrie müssen grundlegend umgebaut werden. Enorme Investitionen sind für diese Transformation notwendig. Und wenn der Klimaschutz scheitert, drohen noch weit größere Schäden, auch wirtschaftlich.

„Wer wird den Planeten retten?“, fragt das Magazin "Foreign Policy" in seiner letzten Ausgabe. Bisher hat die Politik nur zögerlich gehandelt. In den USA wird von Demokraten nun ein groß angelegtes Investitionsprogramm unter dem Stichwort „Green New Deal“ gefordert. Ursula von der Leyen verspricht als neue EU-Kommissionspräsidentin einen „Green Deal“ für Europa mit einer Billion grüner Investitionen im kommenden Jahrzehnt.

Vor kurzem stellte Wirtschaftshistoriker Adam Tooze in diesem Zusammenhang in einem Artikel der Zeitschrift "Foreign Policy" eine provokative These in den Raum: Ein Jahrzehnt, nachdem die Welt die Finanzwirtschaft rettete, ist es nun an der Zeit, dass die Finanzwirtschaft die Welt herauskauft („A decade after the world bailed out finance, it’s time for finance to bail out the world“).
Welche Rolle können Zentralbanken, staatliche Banken wie KfW und EIB und private Finanzwirtschaft spielen, um den anstehenden Umbau voranzubringen? Müssen Zentralbanken eingreifen, wenn Politik versagt?

Prominente Expert/innen diskutieren in einer Podiumsdiskussion an diesem Abend Adam Thoozes These und die Verantwortung der globalen Finanzwirtschaft.


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Pressekontakt
Heinrich-Böll-Stiftung
Michael Alvarez Kalverkamp, Pressesprecher
alvarez@boell.de, +49 (0)30 285 34-202