Verborgene Erinnerung? Frauen im Zweiten Weltkrieg in Zentral-, Ost- und Südosteuropa. Rollenbilder, Gewalterfahrungen, Tabus

Online-Fishbowl-Talk am Montag, 18. Mai, 16.00 – 19.30 Uhr

Voraussichtlich mit

  • Ankica Čakardić, Universität Zagreb
  • Adela Jušić, Künstlerin, Sarajewo
  • Kateryna Kobchenko, Historikerin, Kiew

und vielen anderen

Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges, dessen Ende sich heute zum fünfundsiebzigsten Mal jährt, wird zumeist politisch, militärisch und völkerrechtlich erzählt. Die dominierenden Akteure und Entscheidungsträger in den Geschichtsbüchern sind Männer: Diktatoren, Staatspräsidenten, Soldaten, Partisanen, Widerständler. Unter die in den verschiedenen Nationen erinnerten Helden mischen sich nur vereinzelte Heldinnen.
Mit einem regionalen Fokus auf Ost- und Südosteuropa analysiert das Europäische Geschichtsforum 2020, welche Rollen Frauen der direkt oder indirekt am Krieg beteiligten Länder einnahmen und in wieweit ihre großen Überlebensleistungen, ihre Entscheidungen und ihre Leiderfahrungen in Geschichtswissenschaft und Geschichtsdarstellungen einen Platz finden können. Der kritische Vergleich von Geschichtsdiskursen in verschiedenen Ländern macht deutlich, wie stark die Würdigung bzw. die Tabuisierung von weiblichen Kriegserfahrungen von übergeordneten Rollenbildern und politischer Opportunität abhängt.
Das diesjährige Europäische Geschichtsforum lädt dazu ein, einige durch die Geschlechterrollen vorgegebenen Konstellationen beispielhaft zu betrachten und den Wandel der Geschichtsdarstellungen über Frauen in den letzten 75 Jahren zu diskutieren.

Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation findet das Europäische Geschichtsforum erstmalig in Form interaktiver Internet-Gespräche statt. 

Das Programm wird bis zum 18. Mai noch einige Veränderungen erfahren. Auf unserer Kalenderseite finden Sie die jeweils aktualisierte Version.
Auch als online-Konferenz findet das Forum in deutscher, englischer und russischer Sprache (jeweils zu verstehen als Lingua franca) mit Simultanübersetzung statt.


Über das "Europäische Geschichtsforum"
Die von der Heinrich-Böll-Stiftung und ihrem russischen Partner, dem Wissenschaftlichen Informationszentrum Memorial, gemeinsam begonnene Initiative „Europäisches Geschichtsforum“ hat das Ziel, v.a. jüngeren Historiker/innen, Mitarbeiter/innen von Museen, Medien und Nichtregierungsorganisationen aus Ost-, Südost- und Westeuropa die Gelegenheit zum Austausch zu geben. So soll ein gesamteuropäischer Diskurs zu Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik vorangebracht werden. Das Forum richtet sich zugleich an alle, die sich beruflich, ehrenamtlich oder privat kritisch mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts und ihrer Vermittlung beschäftigen.


In Kooperation mit Memorial.

Wir bitten um Akkreditierung an: presse@boell.de 

Pressekontakt
Heinrich-Böll-Stiftung
Michael Alvarez Kalverkamp, Pressesprecher
alvarez@boell.de,
+49 (0)30 285 34-202