Anne-Klein-Frauenpreis an Cânân Arın, Anwältin und Frauenrechtlerin, Istanbul, Türkei

Presseeinladung

Der Anne-Klein-Frauenpreis geht 2021 an die türkische Juristin und Frauenrechtlerin Cânân Arın. Die Anwältin aus Istanbul setzt sich seit über 40 Jahren für die Rechte und die Selbstbestimmung von Frauen ein. Online-Pressegespräch am Donnerstag, den 4. März um 10 Uhr. 

Online-Pressegespräch

Donnerstag, 4. März 2021, 10.00 bis 11.00 Uhr
Anmeldung >>

 

Mit: Cânân Arın, Anwältin und Frauenrechtlerin, Istanbul, Türkei

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und Vorsitzende der Jury

Sprache: Deutsch und Türkisch mit Übersetzung

 

Der Anne-Klein-Frauenpreis geht 2021 an die türkische Juristin und Frauenrechtlerin Cânân Arın. Die Anwältin aus Istanbul setzt sich seit über 40 Jahren für die Rechte und die Selbstbestimmung von Frauen ein. Sie ist Mitbegründerin des ersten unabhängigen türkischen Frauenhauses des Vereins Mor Çatı (Lila Dach). Sie hat in unzähligen Verfahren für Frauen gestritten, denen Gewalt angetan wurde.

Cânân Arın hat mit ihrem Engagement dazu beigetragen, dass die Türkei 2012 als erstes Land die sogenannte Istanbul-Konvention ratifiziert hat. Das "Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt" ist der erste europäische Vertrag, der die Verhinderung und Bestrafung von Gewalt gegen Frauen und von häuslicher Gewalt zum Ziel hat. Aber: Der Erfolg der Istanbul-Konvention ist in der Türkei akut bedroht. Die türkische Regierung erwägt seit Sommer 2020 einen Ausstieg.

In der Türkei – wie in vielen Ländern weltweit - nimmt häusliche Gewalt zu. Allein die Zahl der Frauenmorde hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Dies bedauern auch die Hardliner in der türkischen Regierung, machen dafür aber die Frauen selbst verantwortlich. Die Konvention zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt "untergrabe das traditionelle Familienbild" und leiste "Genderwahn" Vorschub, so die Argumentation – eine Auffassung, die auch Staaten wie Bulgarien und Ungarn bis heute als Vorwand dient, um die Konvention nicht zu ratifizieren.

 

Der Anne-Klein-Frauenpreis wird zum zehnten Mal verliehen und ist mit 10.000 € dotiert.

Hier gibt es die Jurybegründung, ein Porträt und Fotos der Preisträgerin zum kostenfreien Download.

 

Preisverleihung: Freitag, 5. März 2021, 18 - 19 Uhr. Die Laudatio hält die Lyrikerin und Dokumentarfilmerin Dilek Mayatürk.

 

Pressekontakt
Heinrich-Böll-Stiftung
Vera Lorenz
Pressesprecherin
E lorenz@boell.de
T +49 (0)30 285 34-217