Dossier: Syrien fünf Jahre nach Beginn des Aufstands

Dossier: Syrien fünf Jahre nach Beginn des Aufstands

Foto: Garry Knight.

Im März 2011 begann in Syrien der Aufstand gegen das Regime von Baschar al-Assad. Erste friedliche Proteste wurden vom Regime gewaltsam unterdrückt. Seitdem militarisierte sich der Konflikt zwischen dem Regime und den Aufständischen immer mehr. Mittlerweile sind diesem Konflikt Schätzungen zufolge mehr als 100.000 Menschen zum Opfer gefallen; Millionen von Syrerinnen und Syrern sind auf der Flucht.

Glaubhafte Lösungsansätze zur Befriedung sind noch immer nicht in Sicht. Unser Dossier vereint analytische Artikel und Interviews, die die Geschehnisse in Syrien aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Videos unserer Projektpartner/innen im Libanon bieten einen Einblick in die Perspektive syrischer Aktivist/innen. Und wir dokumentieren unsere Konferenzen und Veranstaltungen zum Thema.

Neueste Beiträge

Tod eines Aktivisten: Bassel Khartabil

Kluge, bekannte Köpfe sind dem syrischen Regime ein Dorn im Auge. So auch der syrisch-palästinensische Aktivist Bassel Khartabil. Erst jetzt wurde bekannt, dass er schon kurz nach seiner Verschleppung 2015 hingerichtet wurde.

Von Bente Scheller

Syriens Verschwundene

Unsägliche Haftbedingungen, Verschwindenlassen und Folter waren stets ein Charakteristikum des syrischen Staates unter den Assads. Seit 2011 nimmt das Ausmaß aber eine gänzlich neue Dimension an. Der Foltertod ist zur Methode geworden.

Von Bente Scheller

Vorwort zur E-Paper-Reihe "Stabilität ist eine Illusion"

Nach der Euphorie des "arabischen Frühlings" wird das Bild der Staaten südlich des Mittelmeers hierzulande vor allem von der Furcht vor Terror und der Sorge um Flüchtlings“ströme“ bestimmt. Das gilt auch für die deutsche und europäische Politik gegenüber Ägypten: Obwohl durch einen Militärputsch zur Macht gelangt und trotz andauernder schwerer Menschenrechtsverletzungen, bezeichnete der jetzige deutsche Außenminister Sigmar Gabriel den ägyptischen Herrscher Abdelfattah El-Sisi im Frühjahr 2016 gar als einen „beeindruckenden Präsidenten“.

Diese englischsprachigen "Analysen zur Sicherheits-, Antiterror- und Wirtschaftspolitik sowie der Rolle des Militärs in Ägypten" wurden von ägyptischen, arabischen und europäischen Expert/innen mit Verbindung zu anerkannten europäischen Think Tanks und Universitäten erstellt. Sie belegen, dass die behauptete „Stabilität“ des ägyptischen Regimes und seine angebliche Effizienz im Kampf gegen Terrorismus und (potentiell) illegale Migration viel Rhetorik und wenig Substanz beinhalten. Dabei wären langfristige Strategien gefordert, nicht kurzfristige „Lösungen“ oder an Wahlterminen orientierte „Deals“.

Syrien: Beim Sterben wegsehen

Präsident Assad begeht mit Hilfe Russlands einen Massenmord im Osten Aleppos. Die Friedensbewegung schaut weitgehend tatenlos zu.

Von Bente Scheller

Dokumentation der Konferenz: Syrien in der Sackgasse?

Syrien: Eskalation und Hoffnung

Der Syrienkonflikt spitzt sich zu. Gleichzeitig wächst mit den Verhandlungen in Wien die Hoffnung auf eine politische Lösung. In Berlin diskutierten Experten/innen und Politiker/innen über die Intervention Russlands, deren mögliche Folgen für das Völkerrecht und die mangelnde humanitäre Hilfe für die Leidtragenden vor Ort.

Von Jannis Hagmann

Krieg in Syrien: Putins Plan

Russlands Eingreifen in Syrien wird Diktator Assad nicht retten. Trotzdem kann es die Gewichte verschieben - zum Nachteil des Westens.

Von Bente Scheller

Syrien: Chemiewaffen nicht gestoppt

Am 21. August 2015 jährt sich der Giftgasangriff nahe Damaskus zum zweiten Mal. Trotz der 2013 beschlossenen Zerstörung der syrischen Chemiewaffen sterben in Syrien weiterhin Menschen durch den Einsatz von Gas.

Von Bente Scheller

Die politische Ökonomie der Verhaftungen in Syrien

Circa 200.000 Menschen wurden schon entführt und ihre Familien erpresst: Willkürliche Verhaftungen können in Syrien jeden treffen. Sie sind Teil des politökonomischen Kalküls der Geheimdienste.

Von Ansar Jasim

Syrien: Macht und Minderheiten

Der Assad-Clan schlägt Kapital aus der Multireligiosität des Landes und hält Minderheiten in fataler Abhängigkeit.

Von Bente Scheller, Haid N. Haid

Gedonner und ein bisschen Hoffnung

Im Gedonner des "Islamischen Staats" gehen alle anderen Akteure in Syrien unter. Bei der Konferenz "Syrien in der Sackgasse?“ wurde über sie gesprochen und über die Rolle Deutschlands und Europas im Konflikt.

Von Jannis Hagmann

Keine schwarze Macht

Trotz Dschihad-Propaganda - der "Islamische Staat" sei eine rational agierende Bürgerkriegsmiliz, sagt Christoph Reuter. Am Rande der Konferenz "Syrien in der Sackgasse?" hat der Journalist sein neues Buch vorgestellt.

Von Jannis Hagmann

Auf Assad kann man verzichten

Auf der internationalen Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung diskutierten Expertinnen und Experten die Rolle der Regionalmächte im Syrienkonflikt. Kaum jemand in der Region hält noch ernsthaft an Baschar al-Assad fest – und trotzdem ist ein Ende nicht in Sicht.

Von Jannis Hagmann

Keynote: Die Suche nach einer politischen Lösung für Syrien

Daesh kann man nicht besiegen, ohne das Machtvakuum und den Mangel an Legitimität in Syrien und im Irak zu beenden, und in den Gegenden, in denen sich Daesh breit macht, legitime Machtstrukturen aufzubauen. Wie aber kann in Syrien eine solche politische Legimität entstehen?

Von Frederic C. Hof

Syrien in der Sackgasse?

Der Aufstand in Syrien geht nunmehr in sein fünftes Jahr und noch immer ist kein Ende in Sicht. Bis heute fehlen ernst zu nehmende Initiativen für politische Lösungen des Konflikts, so Barbara Unmüßig in ihrer Begrüßungsrede zur internationalen Syrien-Konferenz.

Von Barbara Unmüßig

„Genug Zündstoff, um Syrien am Brennen zu halten“

Der „Islamische Staat“ darf nicht weiter Wurzeln schlagen, sagt Frederic C. Hof, ein ehemaliger Berater der US-Regierung. Er fordert eine Stabilisierungstruppe für Syrien, die wenn nötig auch gegen das Assad-Regime kämpft.

Von Jannis Hagmann

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Stimmen aus der Region

Syrien: "Die Welt muss etwas unternehmen: Jetzt oder Nie."

Das Regime darf für den Einsatz chemischer Waffen nicht ungestraft bleiben. Wenn die USA und ihre Alliierten nicht handeln, werden sich die Menschen noch isolierter fühlen als zuvor und sie werden erfahren, dass es keine Grenzen der Brutalität gibt. Von Mohammad al-Attar

„Helft Syrien heute. Morgen könnte es zu spät sein“

Der Appell des syrischen Schriftstellers und Systemkitikers Yassin al-Haj Saleh, veröffentlicht Anfang Juli in Le Monde, ging um die Welt. In seinem Aufruf bittet Saleh die Weltgemeinschaft, im Syrienkonflikt Stellung zu beziehen und die syrischen Revolutionäre zu unterstützen. Von Yassin al-Haj Saleh

Stimmen aus Syrien

Sechs syrische Aktivistinnen und Aktivsten waren im Jahr 2012 zu Gast im Heinrich-Böll-Haus Langenbroich, dem ehemaligen Sommerhaus Heinrich Bölls. Zu ihrer persönlichen Situation, auch zu ihren Erwartungen an die internationale Gemeinschaft und an Organisationen wie die Heinrich-Böll-Stiftung sprachen sie mit Nevin Ekinci.

„Desinteresse sieht anders aus“

Vielen Menschen in Deutschland ist klar, dass es um einen echten Befreiungskampf gegen eine brutale Diktatur und für Demokratie und Menschenrechte geht. Hier könnte ein Ansatz zu einem neuen Internationalismus liegen, der danach fragt, wofür die Menschen kämpfen und sie nicht erst einmal in ein geopolitisches Geflecht einordnet. Von Hannah Wettig

Rechts und Links gegen die Revolution

Größere Unterstützung in der globalen Zivilgesellschaft zu gewinnen, gelingt der syrischen Revolution in den täglichen Medien nicht. Islamophobie, eine herablassende Perspektive auf die arabische Welt, Verschwörungstheorien und Geopolitik verstellen den Blick auf den Kampf syrischen Bevölkerung gegen ein tyrannisches Regime. Von Dr. Ziad Majed

Video: "Transitional Justice"

Video: "Minorities"

Weitere Beiträge zum Thema

Kommentar: Kriegsverbrechen in Syrien stoppen!

In Syrien entwickelt sich eine der schlimmsten humanitären Katastrophen. Hilfsorganisationen werden vom Assad-Regime systematisch daran gehindert, Hilfslieferungen in die belagerten Städte zu bringen und so die Not der Zivilbevölkerung wenigstens temporär zu mildern.

Von Antonie Nord

Mit Obama, nach Obama: Schnell geht's nur in den Krieg

Die USA befanden sich in einer unipolaren Sackgasse. Obwohl Barack Obama eine nicht-polare Weltordnung anstrebt, ist die Wende noch nicht gelungen. Die Welt ist heute gefährlicher als zu Zeiten des Kalten Krieges.

Von Joscha Schmierer

Belagerung Aleppos: Aus der Hölle in die Hölle

Die Forderung, für die eingeschlossenen Bewohner der belagerten syrischen Stadt Aleppo Fluchtkorridore einzurichten, erweist sich angesichts der Rücksichtslosigkeit des Assad-Regimes als hoffnungsloses Unterfangen.

Von Bente Scheller

Syrien: Folter und sexualisierte Gewalt mit System

Folter und sexualisierte Gewalt gehören zum Alltag in syrischen Gefängnissen. Doch bei den Friedensverhandlungen in Genf spielen die Menschenrechtsverletzungen des Assad-Regimes keine Rolle. Barbara Unmüßig fordert daher in ihrer Begrüßungsrede, dass auch Frauen als Verhandlerinnen an den Friedenstischen sitzen müssen.

Von Barbara Unmüßig