1924-1927 und 1937-1940: Zaccheus Richard Mahabane

1924-1927 und 1937-1940: Zaccheus Richard Mahabane

1924-1927 und 1937-1940: Zaccheus Richard Mahabane

Zaccheus Richard Mahabane (1881–1970). Die Bildrechte liegen beim ANC.

28. Februar 2012
Richard Mahabane wird am 15. August 1881 in Thaba Nchu im Orange Free State geboren; seine Eltern sind wohlhabende Farmer und Christen. Nach der Grundschule wird er auf das „Morija Mission Institute“ in Basotholand, dem heutigen Lesotho, geschickt; 1901 macht er dort das Lehrerexamen. Er unterrichtet und wird wenig später Dolmetscher bei Gericht, gibt aber beide Tätigkeiten bald wieder auf. 1908 beginnt er an der „Lessyton Theological School“ in der Nähe von Queenstown ein Theologiestudium, 1914 wird zum Methodistischen Pfarrer ordiniert.

Zwei Jahre später wird Mahabane von seiner Kirche in eine Gemeinde nach Kapstadt geschickt. Hier wird er schnell politisiert und tritt 1917 dem „Cape African Congress“ bei, nachdem er auf Versammlungen Charlotte Maxeke und ihren Mann gehört hat, deren politische Ansprachen großen Eindruck auf ihn machen. Zwei Jahre später ist er Präsident des „Cape African Congress“, Teil des „South African Native National Congress“ (SANNC).

1924 wird Mahabane zum ANC-Präsidenten gewählt – eine ruhige Periode in der Geschichte der Organisation. Sein zentrales Thema ist die Einheit. Mit dem Führer der Coloureds, Abdullah Abdurahman, organisiert er zwischen 1927 und 1934 „Non-European Unity Conferences“, auf denen Afrikaner, Coloureds und Inder politisch diskutierten.

Die Entwicklung im ANC nach seiner ersten Amtszeit verfolgt Mahabane mit Skepsis; pro-kommunistische Tendenzen seines Nachfolgers Gumede sieht er kritisch, den Kommunismus lehnt er ab. Hinter den Kulissen hilft er mit, Gumede 1930 abzuwählen.
Mahabane plädiert für maßvolle Kompromisse, findet in der Diskussion der „Hertzog Bills“ in den 30er Jahren zum Beispiel ein Wählerverzeichnis nur für Schwarze akzeptabel, falls die Weißen ein gemeinsames Verzeichnis für zu bedrohlich hielten.

Er gehört im Dezember 1935 zu den Gründern der „All African Convention“ (AAC), die die Kräfte der Afrikaner bündeln und ihre Forderungen mit Boykottaktionen durchsetzen soll. Als führendes Mitglied von ANC und AAC (Mahabane ist auch als ANC-Präsident von 1937 an stellvertretender Vorsitzender des AAC und bleibt dies bis 1954) versucht er, eine Verständigung zwischen beiden rivalisierenden Organisationen herbeizuführen; ein Zusammenschluss scheitert allerdings.

Zeitgenossen beschreiben Mahabane als diplomatischen, ruhigen und bedächtigen Mann. Von 1940 an konzentriert er seine Tätigkeit stärker auf kirchliche Aktivitäten, spielt in der Methodistischen Kirche eine große Rolle und gehört zu den ersten Afrikanern, die in der Kirchen-Konferenz offizielle Posten bekleiden. Im ANC tritt er nur noch wenig auf. Im September 1971 stirbt Zaccheus Mahabane; er wird 90 Jahre alt.

 

Quelle: African National Congress

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