Die Gender-Arbeit in Asien

Parade in China
Parade in China

In unseren Regional- und Landesbüros in Asien verfolgen wir die gezielte Förderung von Frauen besonders intensiv. In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen asiatischer Frauen beizutragen und ihre in traditionell geprägten Gesellschaften typische strukturelle Benachteiligung abzubauen.

Ein wichtiger Bestandteil unserer Projekte ist die gezielte Einbindung von religiösen Würdenträgern, (Ehe-)Männern  und anderen traditionellen Kräften. Unsere Initiativen, Bildungsangebote und Aufklärungsprogramme, die z.B. über die Rechtssituation von Musliminnen informieren, zielen darauf ab, eine aktive Teilhabe von Frauen an wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen zu fördern.

Afghanistan

Bei der Unterstützung der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklung des Südostens Afghanistans sind Frauenrechte und Demokratie für uns untrennbar verbunden. Die langjährige Arbeit mit einflussreichen Stammesführern hat einen langsamen aber stetigen positiven Wandel hin zu größerer Geschlechtergerechtigkeit eingeleitet.

Afghanische Parlamentarierinnen stehen in regelmäßigem Kontakt mit unserem Büro in Kabul, um Netzwerke zu verdichten, in denen Kontakte geknüpft sowie Seminare und internationale Austauschtreffen organisiert werden.

Die afghanische Stiftung "Women and Children Legal Research Foundation"(WCLRF) ermöglicht Richterinnen und Anwältinnen das Erstellen und Veröffentlichen wissenschaftlicher Dokumentationen, die sich mit den traditionell und zumeist stammesrechtlich geprägten Rechtspraktiken in Afghanistan beschäftigen. Die Arbeit der WCLRF ist für die anstehenden Reformen des afghanischen Zivil- und Strafrechts von großer Bedeutung. Sie gibt zudem wichtige Impulse für eine breite Debatte zu Themen, die z.B. die Zwangsverheiratung von Mädchen oder die Beilegung von Konflikten betreffen.

Indien, China und Kambodscha

In unseren Programmen in Indien und China thematisieren wir u.a. die Auswirkungen der Globalisierung auf die Geschlechterverhältnisse. In Zusammenarbeit mit Universitätsinstituten, Frauenorganisationen und Nichtregierungsorganisationen versuchen wir, die Durchsetzung von Geschlechtergerechtigkeit auch unter den Bedingungen der Internationalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft voranzutreiben.

In Kambodscha unterstützen wir Radioprogramme für Frauen, die von der Organisation "Association pour Solidarite Development et Commune" (SODECO) für Landfrauen produziert werden und Geschichten bürgerschaftlicher Beteiligung von der Dorfebene aus erzählen. In Indien begleiten wir den zivilgesellschaftlichen Prozess, um den Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Indien aus geschlechterpolitischer Perspektive positiv zu beeinflussen, mit einem Programm zu Gender und Handel.