Kambodscha als Spielplatz der Geberstaaten?

Damit Entwicklungspolitik eine entscheidende Rolle in der Bewältigung globaler Krisen spielen kann, muss sie wieder glaubhaft werden. Dazu müsste sie sich jedoch von lieb gewonnenen Gewohnheiten trennen, argumentieren die Autor/innen.

Ihre Erfahrung und ein Blick auf Entwicklungszusammenarbeit in Kambodscha zeigen, dass sich die derzeitige Diskussion zur Wirkungssteigerung von Entwicklungszusammenarbeit oft in technischen Fragen von Messbarkeit oder auf strukturelle Reformen begrenzt, ohne sich einzugestehen, dass wir nicht mit Sicherheit sagen können, was funktioniert und warum. Der unerschütterliche Glaube an vorhersagbare Ursache/Wirkungs-Zusammenhänge steht jedoch nicht nur im Weg eines lokal angepassten Engagements in Partnerländern, er bestätigt den Mythos von Expertenwissen, verhindert somit Diskussionen auf breiter Beteiligungsbasis und schließt effektiv Interessensgruppen aus: Steuerzahler/innen in Geberländern und Zielgruppen von Entwicklungsinitiativen.

 
 
Mann im Anzug steht vor wolkigem Himmel auf einem Labyrinth

Dossier

Deutsche Entwicklungspolitik im Spannungsfeld Globaler Krisen

Klimawandel, Welternährungskrise, Armut und Finanzkrise: Die deutsche Entwicklungspolitik steht vor Herausforderungen, die nur ressortübergreifend gelöst werden können. Nach einem Jahr schwarz-gelber Regierungsarbeit will die Heinrich-Böll-Stiftung das Spannungsfeld nationaler, europäischer und internationaler Entwicklungspolitik kritisch ausleuchten und Reformperspektiven für die Entwicklungszusammenarbeit aufzeigen. zum Dossier»