Atomkraft ist und bleibt eine Hochrisikotechnologie

Atomkraft ist und bleibt eine Hochrisikotechnologie

Kommentar

Atomkraft ist und bleibt eine Hochrisikotechnologie

Warnung vor radioaktiven Stoffen (Warnschild)
Bild: Chuckage
Lizenz: Creative Commons BY-NC 2.0
Original: Flickr

17. März 2011
Ralf Fücks
25 Jahre nach dem ersten größten anzunehmenden Atomunfall im ukrainischen Tschernobyl ereignet sich eine neue Tragödie in Japan. Verzweifelt versuchen die Kräfte vor Ort, die Katastrophe einzudämmen und riskieren dabei das eigene Leben. Wir sind in diesen Tagen mit unseren Gefühlen bei den Menschen in Japan. Die Verkettung eines schweren Erdbebens, einer gigantischen Flutwelle und einer ganzen Serie technischer Unfälle in Kernkraftwerken bedroht die Lebensgrundlagen weiter Teile der Bevölkerung. Die Solidarität der internationalen Gemeinschaft muss sich jetzt gegenüber Japan in Worten und Taten beweisen.  

Wie vor 25 Jahren rückt die Katastrophe in Japan die Risiken der Atomkraft wieder in den Blick der Öffentlichkeit. Fast war Tschernobyl in Vergessenheit geraten. Atomenergie galt vielen als beherrschbare, verlässliche und kostengünstige Alternative zu Kohle und Öl. Zahlreiche Regierungen kündigten den Neubau von Atomkraftwerken an. Noch während Japan mit der drohenden Katastrophe kämpfte, beschloss der chinesische Volkskongress ein gigantisches Neubauprogramm. Die Bundesregierung beschloss im letzten Herbst die Verlängerung der Laufzeiten für deutsche AKWs.  

Fukushima offenbart: Atomkraft ist und bleibt eine Hochrisikotechnologie. Was gestern noch als zu vernachlässigendes Restrisiko galt, wird heute zur katastrophalen Realität. Der Unfall in mehreren japanischen Reaktoren muss Konsequenzen auch für die Sicherheitsphilosophie im eigenen Land haben. Wir wissen jetzt, dass das Unvorstellbare jederzeit geschehen kann. Atomenergie ist weder verlässlich noch kostengünstig, noch brauchen wir sie um den Klimawandel zu stoppen. Die Alternativen heißen Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Auch sie sind nicht gratis zu haben, aber im Vergleich zur Atomenergie handelt es sich um sanfte Technologien, die nicht das Risiko vernichtender Unfälle in sich tragen.

Sage niemand, dies wäre nicht die Stunde für eine neue Debatte um den Ausstieg aus der Atomenergie. Wann, wenn nicht jetzt, sollte diese Debatte geführt werden? Wer aus katastrophalen Erfahrungen nicht lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

Dossier

Mythos Atomkraft

 Nach dem Atomunfall in Japan ist die Atomdebatte wieder aufgeflammt. Das Dossier liefert atomkritisches Know-How zu den großen Streitfragen um die Atomenergie.

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