Berliner Schule: Filmarbeit zwischen Realismus und Filmerziehung

Berliner Schule: Filmarbeit zwischen Realismus und Filmerziehung

ABSTRACT

Berliner Schule: Filmarbeit zwischen Realismus und Filmerziehung

Wenke Wegner, Universität Bremen

31. August 2009
Das Forschungsprojekt befasst sich mit der zeitgenössischen deutschen Regiege-neration Berliner Schule. Als ihre Protagonisten zählen Thomas Arslan, Christian Petzold, Angela Schanelec, Christoph Hochhäusler, Benjamin Heisenberg, Valeska Grisebach und Ulrich Köhler. Im Rahmen des Forschungsprojekts soll die Berliner Schule auf einen Vermittlungsgedanken hin untersucht werden, für den sich in den Filmen und im öffentlichen Auftreten dieser Regisseure diverse Hinweise finden.

Damit ist eine Art Bildungsauftrag gemeint: An den Filmen der Berliner Schule lässt sich ein theoretisches und pädagogisches Projekt nachweisen, das über das Erzählen einer Geschichte im Medium Film hinausgeht. Der gemeinsame Anspruch kristallisiert sich an den häufigen Bezügen zur Filmgeschichte, an der Filmästhetik („reflektierter Realismus“), an der Darstellung von Lernsituationen, aber auch an ihrer „Öffentlichkeitsarbeit“. Mit diesen Anhaltspunkten lassen sich die Filmemacher als Agenten einer innerfilmischen Filmer-ziehung verstehen, die sich nicht nur auf ein Wissen über Film sondern auch auf ein filmisches Wissen als eigene Wissenskategorie bezieht.

Im Zentrum des Forschungsprojekts steht die Analyse einer Reihe von Filmen der Berliner Schule, die sich filmästhetischen, filmgeschichtlichen und inhaltlichen Aspekten der Filme widmet. Die Analyse erfolgt in einem Dialog mit den diskursiven Zeugnissen eines Vermittlungsgedankens der Filmemacher, z.B. anhand von Interviews, Texten und Filmkritiken. In einem weiteren Schritt soll der Begriff eines filmischen Wissens bzw. einer Lehre vom Sehen im Rückgriff auf kunsttheoretische Ansätze von John Berger, filmtheoretische von Siegfried Kracauer und filmpädagogische von Alain Bergala weiter ausgeführt werden.

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