Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt - Männliche Identitäten in der Türkei und Deutschland


31. März 2010

Buchvorstellung und Gesprächsrunde

Datum: Dienstag, 13. April 2010 , 18:30 20:30 Uhr
Ort: Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte

Mit:

  • Pinar Selek, Soziologin und Autorin aus der Türkei
  • Ulrich Bröckling, Professor für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg
  • Andreas Heilmann, Lehrbereich Soziologie der Arbeit und der Geschlechterverhältnisse, Humboldt Universität Berlin
  • Ahmet Toprak, Professor für Erziehungswissenschaften, FH Dortmund

Moderation:

  • Ulrike Dufner, Büroleiterin Istanbul, Heinrich-Böll-Stiftung

Interviews:

  • Die türkische Autorin und Friedensaktivistin Pinar Selek steht für Interviews zur Verfügung.

Wie werden Kinder zu Frauen und Männern?

In ihrem Buch "Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt" geht die bekannte türkische Soziologin Pinar Selek, die 2009 im Heinrich-Böll-Haus Langenbroich zu Gast war, dieser Frage in der Türkei nach. Der Prozess des Mann-Werdens wird dort von so einschneidenden Erlebnissen wie Beschneidung, Militärdienst, Arbeitssuche oder Heirat markiert.

Mit dem Anspruch, Mannsein nicht nur in der Türkei, sondern auf universeller Ebene zu hinterfragen, analysiert das Buch, wie eine sexistisch-patriarchalische Kultur nicht nur Frauen, sondern auch Männer unterdrückt. Im Anschluss an die Buchpräsentation diskutieren Männlichkeitsforscher aus Deutschland mit Pinar Selek über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Konstruktion von Männlichkeit(en) und Mann-Sein in Deutschland und der Türkei.

Pinar Selek
ist eine der führenden feministischen Friedensaktivistinnen der Türkei. Sie war gerade dabei, ihre Forschungen über die Auswirkungen des Bürgerkriegs in der Türkei abzuschließen, als sie mit dem Verdacht konfrontiert wurde, 1998 eine Bombe in einem Bazar in Istanbul gelegt zu haben. 1999 wurde sie in der Türkei angeklagt, gefoltert, zweieinhalb Jahre inhaftiert und schließlich freigesprochen. Pinar Selek, die bereits vier Bücher veröffentlicht hat, lebt heute in Berlin. 2010 forderte das Oberste Gericht in Ankara erneut Seleks Verurteilung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Fachkontakt:
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Pressekontakt:
Karoline Hutter
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