Im Gespräch mit Giovanna Quimenton, Studium Politikwissenschaft und Philosophie, Ludwig-Maximilians-Universität München.
Heinrich-Böll-Stiftung: Liebe Giovanna, kannst Du ein paar Sätze zu Dir sagen?
Giovanna Quimenton: Ich heiße Giovanna, bin 19 Jahre alt und habe Ende 2023 mein Abitur an einer deutschen Auslandsschule abgeschlossen. Dank eines Stipendiums der Heinrich-Böll-Stiftung bin ich anschließend von São Paulo (Brasilien) nach München gezogen, wo ich seitdem Politikwissenschaft studiere. Wie schon Heinrich Böll 1971 sagte: „Politisches Handeln ist durch nichts ersetzbar.“ Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Leben in einer Gesellschaft ohne politische Organisation undenkbar ist, und genau deshalb habe ich mich für diesen Studiengang entschieden.
Mein besonderes Interesse gilt Initiativen im Bereich der Menschenrechte, weshalb ich mich ehrenamtlich bei der Amnesty-International-Hochschulgruppe in München engagiere. Außerdem nehme ich gerne an Model United Nations (MUN) teil und strebe derzeit an, an MUNs in meiner Region teilzunehmen. Daneben arbeite ich als studentische Hilfskraft im International Office meiner Universität, wo ich internationale Studierende bei Fragen zu Stipendien und Studienmöglichkeiten in Deutschland unterstütze. Da ich die Herausforderungen verstehe, denen viele internationale Studierende gegenüberstehen, versuche ich, ihnen täglich zu helfen.
Wie bist du zur Heinrich-Böll-Stiftung gekommen?
Ohne das Stipendium hätte ich keine finanziellen Möglichkeiten gehabt, in Deutschland zu studieren. Die finanziellen Voraussetzungen für Nicht-EU-Bewerber*innen sind bestimmt hoch, und leider hätte meine Familie mich nicht in der Lage gesehen, dieses Studium im Ausland zu finanzieren.
Glücklicherweise hatte ich eine ältere Schulfreundin, die vor mir ihr Abitur gemacht hatte und Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung ist. Sie erzählte mir schon früh von ihren Erfahrungen mit dem Stipendium und ermutigte mich, nach meinem Abi am Auswahlverfahren teilzunehmen. So konnte ich mich voll und ganz auf mein Abitur konzentrieren und es erfolgreich abschließen - eine Leistung, die ohne die Unterstützung meiner Familie, die mich während dieser Zeit besonders gefördert hat, nicht möglich gewesen wäre. Über den finanziellen Aspekt hinaus habe ich mich besonders für die Heinrich-Böll-Stiftung entschieden, weil mich die Ziele und Werte der Stiftung, vor allem im Bereich Umwelt- und Menschenrechtsschutz, sehr ansprechen. Ich identifiziere mich voll mit ihrer Mission und unterstütze sie aktiv.
Was bedeutet das Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung für dich?
Für mich ist das Stipendium die bisher größte Chance meines Lebens. Dank ihm konnte ich ein neues Kapitel beginnen, und ich habe mich noch nie so erfüllt gefühlt wie jetzt. Die finanzielle Unterstützung durch das Stipendium und die Betreuung durch das Team der Referent*innen haben mir eine riesige Last von den Schultern genommen, da ich keinen anstrengenden Nebenjob machen musste, um meine Finanzierung sicherzustellen. So konnte ich mich voll und ganz auf meinen akademischen Erfolg konzentrieren. Außerdem konnte ich mich hier in Deutschland supergut integrieren, und ich bin mir sicher, dass das Stipendium dabei eine entscheidende Rolle gespielt hat.
Was heißt es für dich, an der ideellen Förderung der HB-Stiftung teilzunehmen?
An der ideellen Förderung teilzunehmen bedeutet, die Möglichkeit zu haben, den eigenen akademischen Horizont sowie das persönliche Repertoire in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Fragen erheblich zu erweitern. Das Studienwerk bietet beispielsweise Vorträge von Doktorand*innen an, in denen sie ihren akademischen Werdegang bis zur Promotion erklären, und dieses Projekt unterstützt Studierende im Bachelor- und Masterstudium dabei, ihren eigenen Weg zur Promotion zu planen.
Darüber hinaus bieten die Seminare, die in verschiedenen Bundesländern Deutschlands stattfinden, die Gelegenheit, neue Menschen und Kulturen kennenzulernen. Dieser Austausch ist immer sehr bereichernd und fördert zugleich die Entwicklung der eigenen argumentativen Fähigkeiten sowie die Fähigkeit, komplexe Themen kritisch zu reflektieren.
Hast du einen Tipp an zukünftige Bewerber*innen?
Mein Tipp: Mach dir vor und während der Bewerbungsphase nicht zu viele Sorgen. Bleib ruhig und gelassen – das hilft enorm. Es ist auch sehr beruhigend zu wissen, dass das Team des Studienwerks jederzeit für Fragen und Unterstützung da ist. Bereite deine Unterlagen sorgfältig vor, sei dir über deine Ziele klar und zeige deine Motivation authentisch. So gehst du die Bewerbungsphase gestärkt und gut vorbereitet an.