Wen wir unterstützen

Wen wir unterstützen

Der Freundeskreis kann unbürokratisch und schnell Projekte fördern, die nicht aus den öffentlichen Mitteln der Stiftung finanziert werden dürfen.

"Die Kunst der Illegalität" - eine Veranstaltung des Institute for Live Arts Research in Athen. Urheber/in: Institute for Live Arts Research. All rights reserved.

In den vergangenen Jahren haben die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung zahlreiche  Menschenrechtsaktivist/innen, Künstler/innen und Kunstprojekte unterstützt. Der Freundeskreis kann unbürokratisch und schnell Projekte fördern, die nicht aus den öffentlichen Mitteln der Stiftung finanziert werden dürfen.

 


Stipendienprogramm Heinrich-Böll-Haus Langenbroich e.V.

Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung. All rights reserved.Weltweit beziehen Künstlerinnen und Künstler Positionen zu politischen und gesellschaftlichen Themen. Dies geschieht zumeist im bewussten Widerspruch zur herrschenden Meinung und trotz der Gefahr, sich dadurch Repressalien auszusetzen. Durch ihren Einsatz für die Freiheit des Geistes leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung und zum Erhalt von Demokratie und Menschenrechten. Die Heinrich-Böll-Stiftung und ihre Freundinnen und Freunde unterstützten dieses Engagement im Sinne ihres Namensgebers durch das Stipendienprogramm Heinrich-Böll-Haus Langenbroich e.V.

Haus Langenbroich
 


Die neuesten von uns geförderten Projekte:

Benefizkonzert für Kinder der Arche der Welt (κιβοτώς του κόσμου)

Urheber/in: Polyphonia. All rights reserved.Der deutsch-griechische Chor Polyphonia e.V. veranstaltet am 30.09.2017 ein Benefizkonzert zugunsten der griechischen Non-Profit-Hilfsorganisation κιβοτώς του κόσμου (= Kivotos tou Kosmou, deutsch: „Arche der Welt“).

Das Kivotos tou Kosmou wurde vor knapp 20 Jahren in Athen gegründet, um notleidenden Kindern - unabhängig von Herkunft und Religion - im Rahmen vielfältiger Projekte zu helfen. Inzwischen gibt es in verschiedenen Regionen Griechenlands Einrichtungen der Hilfsorganisation, die mit Wohn- und Lebenseinrichtungen, Betreuung und Förderung im Alltag sowie Schul- u. Ausbildungsmöglichkeiten die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen erheblich verbessern können. Zur Zielgruppe gehören auch unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche, so dass der Bedarf an Unterstützung zuletzt besonders groß geworden ist.

Mit dem Benefizkonzert für das Kivotos tou Kosmou verbindet der deutsch-griechische Chor Polyphonia e.V. künstlerisches und soziales Engagement über die Ländergrenzen hinweg und verfolgt gleichzeitig sein Ziel der Förderung von Kunst und Kultur als gemeinnütziger Verein. Die Sängerinnen und Sänger von Polyphonia lieben die griechische Liedkultur und vermitteln sie begeistert ihrem Publikum. Das Konzert präsentiert unter der Leitung von Dr. Ursula Vryzaki mit einer Auswahl griechischer Lieder zum Thema Kind und Kindheit berühmte, aber auch weniger bekannte, sicher bewegende Werke griechischer Komponisten und Lyriker und damit auch die vielseitige musikalische Landschaft Griechenlands. Der Chor wird instrumentell begleitet von Lilia Vassiliadou (Klavier), Nikos Menegas (Bouzouki), Manos Leventis (Gitarre) und Sahin Dagdelen (Geige).

Der Gewinn des Konzertes wird vollständig dem Kivotos tou Kosmou übergeben. Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung übernehmen die Kosten für Technik und Saalmiete, um so den Gewinn zu steigern.
Weitere Informationen:


TROC - Theater in den Gefängnissen von Lomé, Aného, Vogan, Tsévié und Bassar

Urheber/in: Troc. All rights reserved.TROC ist ein Theaterprojekt für inhaftierte Personen in fünf togolesischen Gefängnissen. Kern des Projekts ist ein theaterpädagogischer Prozess, in dem die Inhaftierten das Material für einen Audio Walk bzw. eine besondere Form der Stadtrundfahrt kreieren, während der das Publikum von den Stimmen der Inhaftierten über Kopfhörer durch die Stadt geführt wird. So wird das Publikum auf eine Reise durch die jeweiligen Städte mitgenommen und an Orte geführt, welche für die Inhaftierten mit Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit assoziiert sind.

TROC wird realisiert in einer Kooperation zwischen der togolesischen Association Solidarité Mondiale pour les Personnes Détenus et les Démunis, den Theaterpädagoginnen Eliana Schüler, Valeria Stocker, dem Erzähler Joseph Koffi Bessan, sowie den Mitgliedern der Compagnie Artistique Carrefour de Lomé: dem Schauspieler Koffi Edem Touglo und dem Autor Joël Amah Ajavon.

Eliana Schüler und Valeria Stocker arbeiten seit 2016 als Theaterpädagoginnen/Regisseurinnen im Team. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Fragen nach globalen Zusammenhängen, insbesondere Wechselwirkungen zwischen Globalem Süden und Globalem Norden. In Zusammenarbeit mit internationalen Künstler*innen und Aktivist*innen entstehen Projekte, in denen sich verschiedene Gruppen auf einen gemeinsamen, künstlerischen Rechercheprozess einlassen und zusammen Performances zum jeweiligen Thema entwickeln. Sie möchten durch ihre Arbeit auch Menschen Theaterprozesse ermöglichen, denen ein Zugang zu solchen Angeboten sonst erschwert ist. Das Theater soll so an neue und vielfältige Orte gebracht werden und somit einerseits unterschiedliche Gruppen als Teilnehmende ansprechen und andererseits auch den Zugang für ein diverses Publikum ermöglichen.

Diese Vision teilen sie mit der Compagnie Artistique Carrefour de Lomé (Koffi Edem Touglo und Joël Amah Ajavon), die seit 2012 das Festival FITMA (Festival International de Théâtre de Maison) organisiert, um Theater verschiedenen Gruppen in Togo zugänglich zu machen und auch jenseits von Kulturzentren Räume für Theatererlebnisse zu schaffen. Das künstlerische Team komplementiert sich für diesen Austausch zu europäischen und togolesischen Erzähl- und Performancetechniken mit dem Erzähler Joseph Koffi Bessan.

Die Aufführungen finden im Rahmen des Festivals FITMA im Oktober 2017 statt.


Push

Urheber/in: Charlotte Triebus. All rights reserved.Mit Push stellen Charlotte Triebus und Ahmad Katlesh in einer performativen Installation die Frage nach der Konstruktion und Dekonstruktion des Menschen. Die Performancekünstlerin und der Schriftsteller erarbeiten gemeinsam mit dem Publikum und einer Installation aus Sand einen intensiven Dialog zwischen Geräusch und Bild, Sprache und Bewegung, mit dem Ziel, eine gemeinsame und doch unterschiedliche Wahrnehmung der Disziplinen zu erschaffen. Durch die Verschränkung von Lyrik und Performance wird eine neue Ebene erschaffen, die nicht nur eine Kommunikation über Sprache hinaus aufzeigt, sondern auch einen gesonderten Raum für Interpretationen zulässt.

In Push werden die zentralen Fragen nach der Verbindung zwischen Mensch - Sein und Sprache als interdisziplinäre Performance dargestellt. Was ist ein (stiller) Kampf? Was bedeutet Konstruktion im Bezug auf den Menschen? Was ist ein Mensch, woher kommt er, wohin geht er?

Mithilfe des Materials und der Verschränkung der Ebenen wird ein Abarbeiten und Transferieren des Menschen (und seiner Netzwerke) visuell begreifbar gemacht. Sprache und Installation finden einen neu entwickelten, gemeinsamen Weg in der Performance, die für das Publikum aus verschiedenen Blickwinkeln erfahrbar ist.

Die Freundinnen und Freunde unterstützen die Realisierung des Stücks, das zum ersten Mal im Rahmen des Sommerfests der Heinrich-Böll-Stiftung in Langenbroich 2017 gezeigt wird.

Kurz CVs:

  • Charlotte Triebus arbeitet als Art Directorin, Performancekünstlerin und Dozentin in Köln und Madrid. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Erforschung und dem Experiment an der Schnittstelle von Kunst, Musik und Tanz.
  • Ahmad Katlesh ist als Journalist, Sprecher und Autor weltweit für Kulturmagazine, Forschungseinrichtungen und Zeitungen tätig. Mit seinem Soundcloud-Kanal Tiklam erreichte er kürzlich die Marke von drei Millionen Klicks. Ahmad Katlesh ist zurzeit Stipendiat des Heinrich-Böll-Hauses in Langenbroich und wird gefördert durch die NRW-Stiftung.

WEARTH – unsere globale Skulptur & Sammlung menschlicher Werte -Sommer Pilot 2017

Urheber/in: Wearth. All rights reserved.Nahe Antwerpen beginnen wir unseren Workshop, in dem wir die Teile unserer Skulptur – Ziegel aus Wachs – herstellen und alle Teilnehmenden bei diesem kreativen Prozess porträtieren. Die gefertigten Wachsziegel werden wir im Anschluss unseres Workshops als LandArt verlegen lassen, die Verlegenden dabei porträtieren und über Ihre Werte im Leben befragen.

Unser Roadtrip beginnt! Entlang der Küstenlinie der Nord- und Ostsee führt uns unser Weg durch Belgien, Holland, Deutschland, Polen bis in die russische Exklave Kaliningrad. Alle 48 Kilometer werden wir eine Verlegung vornehmen und dabei die Interaktion mit einheimischen Menschen suchen.

In Belgien und Holland verfolgen wir bei der Dokumentation einen wissenschaftlichen Ansatz –anthropologische Feldforschung sozusagen. Gemeinsam mit Wissenschaftlern definieren wir Standards, welche uns um den gesamten Globus begleiten werden.

In Deutschland, Polen und Russland streben wir einen künstlerisch-literarischen Ansatz bei der Erstellung schriftlichen Porträts an und arbeiten mit landessprachigen AutorInnen zusammen. Dieses Pilotprojekt gibt uns einen tieferen Einblick in die Arbeit, welche uns bei der gesamten globalen Skulptur bevorsteht. Jede Platzierung öffnet unseren Blick für die riesige Vielfalt an Werten und Meinungen auf unserem Planeten.

Die gesamte Strecke wird von unserem Kamerateam begleitet. Alle Ergebnisse,  wissenschaftlich, literarisch, filmisch und fotografisch , werden veröffentlicht, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen – Aufmerksamkeit, welche die Basis für die Realisierung unserer globalen Skulptur sein soll.
This trip is WEARTH it!

Mehr Informationen unter www.wearth.eu
Folge unserem Trip auf: www.facebook.com/Wearth1


Workshop: Die Kunst des Zusammenlebens. Solidarität und Kreativität in Projekten mit Geflüchteten (Griechenland, Türkei, Deutschland) vom 8. bis 10. Juli 2017 in Kassel

Urheber/in: The Art of Living Together. All rights reserved.Gutes (Zusammen-)Leben heißt, dass Menschen im kreativen Miteinander arbeiten und feiern können. Zu teilen und sich mitzuteilen gehört zu solchen kreativen Momenten sozialer Praxis. Aus ihnen entsteht nach unserem Verständnis die „Kunst des Zusammenlebens“ (so unser Workshop-Titel).

Ziel des dreitägigen Treffens in Kassel ist der Austausch zu Projekten der Solidarität und Kreativität von und mit Geflüchteten und die öffentliche Weitergabe dieser Erfahrungen. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Projekte vor Ort in und um Kassel, die im Trialog mit vergleichbaren Initiativen in Griechenland und der Türkei vorgestellt werden. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Kasseler Gesellschaftswissenschaften „Umlernen mit Athen“ geht es bei unserem Treffen speziell um Formen des freien, schöpferischen und sozialen Austauschs. Solche Projekte unterscheiden sich grundsätzlich von Initiativen und Angeboten der Nothilfe, die auf Schutz und Grundsicherung zielen.

An den Beginn unseres Treffens stellen wir die Auseinandersetzung mit den migrationspolitischen und asylrechtlichen Rahmenbedingungen und ihre Konsequenzen für die Lage der Geflüchteten. Ohne Kenntnis des politischen und ökonomischen Kontexts sind die Grenzen, Handlungsräume und Perspektiven solcher solidarischen und kreativen Praktiken schließlich nicht zu ermitteln.
Die Freundinnen und Freunde übernehmen die Gage für ein Dutzend Musiker des Musikerensembles Palaver Rhababa.


ensemble reflektor_TRANSFORMATION

Die Transformation der europäischen Gesellschaft durch die Immigration von Geflüchteten, vor allen Dingen aus dem syrischen Kriegsgebiet, ist in fast allen Bereichen des Zusammenlebens deutlich spürbar. Die Integration der orientalischen Kultur ist ein absolut notwendiger Prozess, um die Geflüchteten erfolgreich in die Gesellschaft einzubinden. Gerade die orientalische Musikkultur ist in vielen Belangen der europäischen so verschieden, dass es auch professionellen Musikern nicht leicht fällt, diese auf Anhieb zu verstehen.

Mit ensemble reflektor_TRANSFORMATION wird der Grundstein für eine langfristige Arbeit mit Geflüchteten gelegt. ensemble reflektor wird zusammen mit der syrischen Band Syriab, die auf traditionellen orientalischen Instrumenten spielt, eine Programmhälfte gestalten und diese in das ansonsten klassische Konzertprogramm integrieren. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit werden am 23.8. in der Halle 424 (Hamburg) und am 27.8. im Kühlhaus (Berlin) aufgeführt werden. Außerdem wird es einen von der Musikpädagogin Malin Kumkar geleiteten Musikvermittlungsvormittag geben, wobei diese „Musikvermittlung“ in beide Richtungen funktionieren wird: Die Musiker von ensemble reflektor werden den Geflüchteten ihr Programm mit Mendelssohn und Schumann näher bringen und die Geflüchteten werden den Musikern von ensemble reflektor wiederum Teile ihrer Kultur näher bringen, wie zum Beispiel die komplexen orientalischen Tanzformen. Im Anschluss wird gemeinsam syrisches Essen vorbereitet und gegessen.

16. - 20. August Probenphase in Hamburg
21. August Gemeinsame Proben mit Syriab
22. August Musikvermittlungsvormittag in der Halle 424, danach gemeinsames Essen // abends: für Geflüchtete offene Jam-Session mit Syriab und ensemble reflektor
23. August KONZERT I in der Halle 424 Hamburg
27. August KONZERT II im Kühlhaus Berlin

Für die Unterstützung des Projekts sind die Freundinnen und Freunde herzlich zu den Konzerten eingeladen. Bei Interesse bitte bei Ulrike Cichon melden, unter cichon@boell.de.


Conference of Youth - Jugendklimakonferenz vom 2.-4.11.2017 in Bonn

Seit 13 Jahren wird im Vorfeld der Weltklimakonferenz die Conference of Youth, kurz COY, ausgerichtet. Organisiert wird die COY immer von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Land, in dem die COY stattfindet. Dieses Jahr finden die Klimaverhandlungen in Bonn statt und deshalb wird die Jugendkonferenz dieses Jahr von rund 50 jungen Freiwilligen und Ehrenamtlichen organisiert, die in Deutschland leben.

Während der COY werden sich circa 500 Teilnehmende aus der ganzen Welt drei Tage lang mit unterschiedlichen Themen rund um den Klimawandel beschäftigen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf Themen rund um Klimagerechtigkeit liegen. Gleichzeitig bietet die COY Raum für Vernetzung und Austausch im Bereich des ehrenamtlichen Engagements, ebenso wie dem miteinander und voneinander lernen.

Damit möchten wir junge Menschen in ihrem Aktivismus zu stärken und Neueinsteiger/innen eine Orientierung und Rüstzeug für weiteres Engagement mit auf den Weg geben. Alle Workshops und Seminare auf der COY werden ehrenamtlich von unterschiedlichen Gruppen und Einzelpersonen angeboten. Ziel ist es, ein vielfältiges und mehrsprachiges Programm auf die Beine zu stellen.

Zielgruppen der COY sind junge Klima-Aktivist/innen, Teilnehmende der Weltklimakonferenzen, ebenso wie interessierte Einzelpersonen.
Die Freundinnen und Freunde unterstützen die jungen ehrenamtlichen Organisator/innen finanziell.


LANGE SCHATTEN UNSERER MÜTTER - Ein Theaterstück von Safeta Obhodjas, Inszenierung: GEDOK Wuppertal

Autorin Safeta Obhodjas hat sich in ihren Werken oft mit dem Mutter-Tochter-Verhältnis in zugewanderten oder kulturell gemischten Familien auseinandergesetzt.  

Das ist auch die Handlung des Theaterstückes “Lange Schatten unserer Mütter”, die das Lebens unterschiedlichen Kulturen in Deutschland zum Thema hat. Im Dialog der Monologe zweier Schwestern, Dilara und Zeyneb, spiegelt sich die ganze Problematik der zugewanderten Traditionen wider. Die Hauptprotagonistinnen leben mit ihren Familien in derselben Stadt, jedoch unter vollkommen verschiedenen Bedingungen, wobei sie auch sehr wenige ihrer Einstellungen teilen.

Auf der Bühne erzählen die Schwestern, jede für sich, über ihre konkreten Auseinandersetzungen. In den Monologen verteidigt jede Schwester ihre eigene Sichtweise, so dass sich in ihren Geschichten die ganze Komplexität der weiblichen Verhältnisse innerhalb der Zuwanderungsfamilien bei der Integration in die deutsche Gesellschaft widerspiegelt.

Die Freundinnen und Freunde unterstützen die GEDOK bei der Realisierung der Inszenierung, die für 2018 geplant ist.


LA HAINE - Eine Hass-Revue von glanz&krawall

Urheber/in: Ingo Tesch. All rights reserved.Er schien gar nicht mehr zum emotionalen Repertoire des modernen Menschen zu gehören; in einer enormen zeitlichen Verdichtung wird er wieder offenbar. Das Berliner Theaterkollektiv glanz&krawall versucht ihn jetzt an der Schnittstelle zwischen Musik- und Sprechtheater zu sezieren: den Hass.

„Besser seid Ihr auch nicht als wir und die Vorigen. Aber keine Spur, aber gar keine -“, schreibt Tucholsky 1926 an den zukünftigen Zeitungsleser, also an uns. Seine und andere Stimmen des frühen 20. Jahrhunderts werden in der absurden Revue LA HAINE zur Prognose, zur Drohung. Wie können wir drinnen noch entspannt Theater spielen, wenn sich draußen Apokalyptisches zusammenbraut?

Die Schauspielerinnen Katrin Kaspar, Kara Schröder und Sängerin Luise Lein erwarten mit Karl Kraus die „letzten Tage der Menschheit“, während Sounddesigner Martin Lutz mit Benjamin Brittens „War Requiem“ ein mahnendes Grundrauschen im Raum installiert. „Was ist uns das, mein Herz, all diese Lachen Blut / Und Glut, und tausend Morde, und der Seufzerhall / Der ganzen Hölle, alle Ordnung stürzend, und der Wut Gedehnter Schrei / Nichts?! ... Doch, ja doch ...“, fragt Arthur Rimbaud 1871 aus dem Epizentrum der Pariser Kommune. Den jungen Literaten Georg Heym, der sich wenige Jahre vor dem 1. Weltkrieg zu Tode langweilt, packt exakt diese Sehnsucht nach der totalen Auslöschung.

Hass fungiert als Versprechen, als Motor für Veränderung. Er ist Dopingmittel für ein gemeinschaftliches Werden. Gezüchtet; getriggert; also Bestandteil der Kultur. Jedoch ohne menschliches Maß. Wenn wir also davon ausgehen, in diese Kultur des Hasse(n)s hineingeboren zu sein, könnte das Theater nicht der Ort sein, diesem Verrohungsprozess von innen heraus zu begegnen?

Aufführungen:
27.-30.04.2017, Cammerspiele Leipzig
17.05, 18.05., 20.05. & 21.05.2017, Theaterdiscounter Berlin

glanz&krawall ist ein freies Berliner Musiktheaterkollektiv um die Regisseurin Marielle Sterra. Das Kollektiv sucht nach einem Musiktheater, das etwas über die Welt erzählt, in der wir leben und über jene, in der wir leben könnten.


Breakdance meets Classic

Urheber/in: Eric Steinbacher. All rights reserved.50 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren erarbeiten mit Choreografen und dem Profiorchester der Elblandphilharmonie Sachsen während einer mehrmonatigen Probenphase ein interkulturelles Bühnenstück der besonderen Art: Während das wortgenaue Rezitieren ein tragendes Element der klassischen Kultur darstellt, entsteht Hip Hop u.a. indem bekannte Musikstücke gesampelt, geloopt, zerscratched und verändert werden. Diese Qualitäten lassen sich nicht nur in der Musik wiederfinden sondern genauso auf Bewegungen übertragen und am 12. Mai 2017 in zwei mitreißenden Performances im Stadtkulturhaus in Freital zu erleben.

Seit 2015 findet Breakdance meets Classic bisher jährlich in Sachsen statt, doch im Jahr 2017 sollen zum ersten Mal auch talentierte junge Tänzer(innen) aus dem Tanzland Rostock eingebunden werden.

Dieses innovative Großprojekt, in dem Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Tänzer, Musiker und Choreografen eng zusammenarbeiten und sich permanent aktiv in den Gestaltungsprozess einbringen, stellt neben der kulturellen Bildung der Jugendgruppen insbesondere die Selbstentwicklung jedes einzelnen Teilnehmers in den Mittelpunkt und fördert zudem den überregionalen Austausch mit engagierten Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützen die Teilnahme der Rostocker Tänzerinnen und Tänzer an diesem Projekt.


Gedenkveranstaltung für den syrischen Philosophen Sadik Jalal Al-Azm

Urheber/in: Ibn Rushd Fund. All rights reserved.Ende letzten Jahres starb der berühmte syrische Philosoph Sadiq Jalal Al-Azm. Er widmete sich besonders dem Thema (arabische) Aufklärung und war ein großer Verfechter des Säkularismus. Zudem war er dem Ibn Rushd Fund von Anfang an sehr gewogen und stand uns stets mit Rat und Tat zur Seite - er hielt z.B. Vorträge und nahm den Preis 2012 stellvertretend für die syrische Aktivistin Razan Zaitouneh entgegen (auf dem Photo ist er bei seiner Empfangsrede zu sehen). Er starb am 11. Dezember 2016 nach kurzer schwerer Krankheit in Berlin.

Mit der Gedenkveranstaltung am 10. Februar 2017 im Festsaal des Roten Rathaus in Berlin möchten wir nicht nur an den großen Denker erinnern, sondern auch an den wunderbaren Menschen, dessen Großherzigkeit seinen intellektuellen Verdiensten in keinster Weise nachstand.

Zahlreiche Mitwirkende konnten gewonnen werden, um mit uns das Freie Denken zu feiern, und den großen syrischen Philosophen als seinen herausragenden Vertreter. Die Redebeiträge reichen von wissenschaftlichen bis zu persönlichen, und zur Abrundung wird seine Lieblingsmusik gespielt, von Oud bis zu Edith Piaf. Wir erinnern an Sadik Jalal Al-Azm,  unter anderem zusammen mit Eman Chaker Al-Azm, Werner Ende, Carsten Wieland und Khaled Hroub unter den Rednern, und musikalischen Beiträgen von Nasir Chamma (Oud), Catherine Le Corre begleitet von Ziad Hakim am Fügel, dem Frauenchor Hanin und Lubana Al-Quntar.

Die Unterstützung der Freundinnen und Freunde hilft uns dabei, die Veranstaltungslogistik zu finanzieren.
 
Am 10. Februar, 19 Uhr im Festsaal des Roten Rathaus. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.


FANTASY SENTENCES - A short film by Dane Komljen

Urheber/in: Yulia Gora. All rights reserved.Logline
The last New Year`s Eve. A birthday party. A swim in a lake. Thirty years later, treetops with wild animals beneath them, bushes growing out of the concrete rooftops. A film in two movements linked together by a story about men being turned into foxes. The story sung, like a lullaby.

Written and directed by: Dane Komljen
Produced by: Zsuzsanna Kiràly
Germany 2016-2017
Status: in development
With the support of CPH:Lab and Freundinnen und Freunde der Heinrich Böll Stiftung


VOM BOCHE ZUM BUDDY (AT) - Wie überwindet man Hass? Eine kreative Webdoku – ein demokratisches Forschungsprojekt

von Anna Brass

Urheber/in: Anna Brass. All rights reserved.Das Jahr 2016 war gekennzeichnet von Kriegen, Krisen und Konflikten. Die Frage nach „Wie funktioniert Versöhnung und Frieden?“ wird also immer wichtiger. Wir hier in Europa leben in Frieden, und zwar seit 70 Jahren. Wir haben es irgendwie geschafft. Und dieses „irgendwie“ genauer zu betrachten und bestenfalls davon zu lernen ist das Ziel des nonlinearen Internetprojekts „Vom Boche zum Buddy“. Die kreative Webdoku geht von Archivmaterial aus, bestehend aus 14 Interviews mit Franzosen und Französinnen, die von den Nationalsozialisten deportiert worden wa­ren.

Denn das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich war über Jahrhunderte das Paradebeispiel schlechthin für eine solche Hassbeziehung. Die Befragten waren also Menschen, die zum einen in einer sehr Deutschen-feindlichen Zeit aufwuchsen und auch in diesem Sinne erzogen wurden, und die zum anderen aufgrund ihrer späteren Erfahrungen in deutschen KZs allen Grund der Welt hatten, die Deutschen zu hassen. Trotzdem war Versöhnung möglich. Wie diese Bereitschaft entsteht, das ist das Erkenntnisziel von „Vom Boche zum Buddy“ (AT).

„Wenn ich immer noch hassen würde, dann hätte ich nichts aus meinem Schicksal gelernt. Denn wir haben gesehen, wozu der Hass führen kann.“


FENSTER / WINDOWS – ein audiovisuelles Kunstwerk über die alltägliche Perspektive.

Urheber/in: Katharina Brandl. All rights reserved.Fenster sind die Augen unserer Wohnstätten. Die Video- und Soundinstallation setzt sich mit „den Gemälden unseres Alltags“, die wir durch unsere Fenster hindurch wahrnehmen können, sowohl ästhetisch als auch soziokulturell auseinander. Die Installation beleuchtet die Formensprache des alltäglichen Phänomens und setzt sie neben das anekdotenhafte Erzählen – die Zeichen unseres Alltags werden somit in ihrer Vielschichtigkeit Gegenstand der Arbeit. Die Installation zeigt den individuellen Umgang mehrer Menschen eines Berliner Stadtteils mit dem soziokulturellen Phänomen „Fenster“.

Hierbei wird der gewohnte Blick von Innen nach Außen als bemerkenswerter Erfahrungsraum betrachtet: Das Fenster ist ein Schwellenort und ermöglicht uns, Wesentliches über Welt und Selbst bewusst zu machen. Die Bildebene der Installation beschäftigt sich mit den visuellen Spielarten des Schwellenraums. Das biografische Erzählen begleitet diesen Raum, formt ihn mit und hinterlässt im Betrachter – so das Ziel der Arbeit – das befreiende Gefühl, auf einer tiefen Ebene, einer Öffnung zwischen Innen und Außen begegnet zu sein.
 
Fertigstellung der Installation voraussichtlich Mitte 2017.


Peter Zach/Aleš Šteger: „Beyond Boundaries – Brezmejno“ - Filmpremiere und Gespräch am 23.11.2016 in der Akademie der Künste, Berlin

Urheber/in: jana cisar filmproduktion. All rights reserved.Ohne Grenzen wäre ich ein Engel, oder ein Ozean. So aber bin ich ein Mensch. Ein winziger Mensch in einem winzigen Land. Mein Land ist kleiner als meine Hosentasche, daher gibt es Grenzen überall. Alles ist Grenze. (Aleš Šteger)

Brezmejno - BEYOND BOUNDARIES ist ein essayistisches Roadmovie an den Grenzen Sloweniens, zu den Menschen die dort leben. Aleš Šteger, der wohl bekannteste zeitgenössische slowenische Lyriker schrieb dazu Texte, die diesen Film begleiten. Es ist eine philosophische dokumentarische Meditation über etwas, was derzeit gerade verloren geht: Europa.

Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützen – nachdem sie bereits den Film selbst gefördert haben - die Präsentation in Berlin am 23.11.2016 in der Akademie der Künste mit anschließendem Gespräch zwischen Gregor Dotzauer (Tagesspiegel), Aleš Šteger und Peter Zach. Danach gibt es Musik der slowenischen Musikerinnen/n Brina Vogelnik, Jelena Ždrale, Luka Ropret und Nino des Gleria, die die Musik zum Film gemacht haben.

Ab 24. 11.2016 dann in den Kinos:


Eine Tagung über Mahmud Muhammad Taha, einen sudanesischen Denker, Gelehrten, Politiker und Sufi-Theologen

Mahmud Muhammad Taha. Urheber/in: Anna Schöllhorn. All rights reserved.Das Thema Islam ist in Europa aktuell sehr präsent. Die Diskussionen werden nach unserer Meinung aber sehr einseitig geführt und der Islam wird von europäischer Seite als rückwärtsgewandt und dogmatisch kritisiert. Dass es auch innerhalb des Islams schon immer kritische Stimmen gegeben hat und immer noch gibt, taucht in der öffentlichen Wahrnehmung und Debatte kaum auf. Mahmud Muhammad Taha ist eine dieser Stimmen, der wir mit unserer Veranstaltung Gehör verschaffen wollen. Taha wurde am 18.01.1985 wegen des Vorwurfs des Abfalls vom Islam zum Tode verurteilt und hingerichtet. Er hatte zuvor gegen die Kolonialmächte im Sudan gekämpft und die erste republikanische Partei gegründet. Ab Ende der 1950er bis zu seinem Tod kämpfte er gegen die konservativen Parteien und „Muslim Brotherhood“ und deren islamisches Dogma. Es ging ihm um die Demokratisierung des Islams, Meinungsfreiheit und die Rechte der Frauen.
Wir wollen an seinem Todestag dem in Deutschland und Europa geführten Diskurs über den Islam einen islamischen Diskurs über die Freiheit des Denkens hinzufügen.
Dazu laden wir den Taha Experten Dr. Yassir Sharif ein, der einen Vortrag über Mahmud Muhammad Taha halten wird. Im Anschluss findet eine Diskussion mit dem Publikum statt. Zusätzlich wird es eine Ausstellung über das Leben und Wirken von Taha vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen und politischen Geschehens im Sudan zwischen den 1950er Jahren bis heute geben.

Die Freundinnen und Freunde finanzieren einen Teil der Honorare für diese Veranstaltung.

 


Oasen-Spiel Musik-Workshop – Dein Kiez/Deine Story/Dein Song

Mädchen spielt Gitarre. Urheber/in: Douglas Pimentel. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.Das Oasen-Spiel ist ein Instrument zur Mobilisierung von Gemeinden, das auf sieben Grundsätzen basiert und konkrete, sozial erlebbare Ergebnisse erzeugen soll. Die Methodik wurde in Brasilien entwickelt und wird von der Organisation Elos Foundation weltweit erfolgreich angewandt und verbreitet. Die Methodik ermöglicht es den Teilnehmern aus den Gemeinschaften, ausgehend von ihren eigenen Wünschen, Träumen und Fähigkeiten den Wandel in der Gemeinschaft selbst zu realisieren. Spontaneität, Kreativität, Eigeninitiative und die oft nicht sichtbaren vorhandenen Fertigkeiten und sozialen Netzwerke in Nachbarschaften bilden Grundpfeiler und Ausgangsbasis der Methodik.

Durch die erstmalige Kombination des bewährten und erfolgreichen Community Entwicklungstrainings Oasen Spiel mit dem künstlerischen Element Musik wurden im Juni dieses Jahres, aufbauend auf dem Placemaking Oasen Spiel der TU Berlin, ein weiterer Oasen Spiel-Workshop im Olof-Palme Zentrum (OPZ) im Berliner Kiez Brunnenviertel umgesetzt.

Gemeinsam mit Mitgliedern der Band Otto Normal, die ausgebildete Sozialarbeiter
sind und sich seit vielen Jahren in Inklusions- und Flüchtlingsprojekten aktiv für Kinder und Jugendliche engagieren, luden die Elos Foundation und der Berliner Verein nextlearning interessierte Kiezbewohner ein, gemeinschaftlich einen Song zu schreiben, komponieren und zu produzieren, der zum Abschluss des 3-tägigen Workshops in einem ebenso von den beteiligten Kindern und Jugendlichen organisierten Kiezfest uraufgeführt wurde. Hier der Song zum Nachhören.

Die Freundinnen und Freunde unterstützten das Projekt mit einem Teil der Gagen für die Musiker.


DER KULTUR KiOSK

Urheber/in: Marleen Andreev. All rights reserved.In der Berliner Kneipe DAS KAPiTAL am Karl-Marx-Platz in Neukölln stehen alle Uhren auf 22.22. Die Uhrzeit, zu der täglich ein Künstlergespräch beginnt: Im KULTUR KiOSK wird jede Nacht eine andere künstlerische Arbeit vorgestellt und besprochen. Malerei, Fotografie oder Theater, Projekte und Ideen gibt es viele in Berlin. Der KiOSK steht allen Kunst- und Wissenschaftsrichtungen offen, es ist ein Denkraum, in dem die Besucher Fragen stellen können.

Der KiOSK greift eine klassische, akademische Tradition auf: das Gespräch mit Kolleg/innen über die neu entstandenen Arbeiten und Konzepte. Die Reflexion und der Austausch mit den Gästen sind bei den Teilnehmer/innen sehr beliebt und dienen einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Werk an sich.

Was will die Künstler/in uns mit diesem Werk sagen?

Diese Frage wird täglich und in Anwesenheit der Künstler/innen neu formuliert. Kunst ist ein individueller Ausdruck, oft ohne wörtliche Ebene. Sie lebt von Neugier, als Spiegel der Gesellschaft. Viele, auch abstrakte Aspekte des Zwischenmenschlichen werden in Form einer künstlerischen Interpretation beleuchtet, konkret und greifbar: Kunst als analytisches Instrument der Gesellschaft. Diese alternative Form der Kommunikation will der KiOSK studieren und mit KünstlerInnen und Gästen dazu Fragen formulieren. Der daraus entstehende Diskurs selbst ist Gegenstand des Projekts. Dabei wird von einer grundlegenden Verbundenheit der verschiedenen Künste untereinander und mit allen anderen sozialen Bereichen ausgegangen. Auf dieser Ebene gelingt dem KiOSK eine offene und kritische Reflexion.

Gefördert von den Freunden und Freundinnen der Heinrich Böll Stiftung haben seit Beginn der Gesprächsrunden im Jahr 2014 bereits über hundert Veranstaltungen stattgefunden. In Zukunft will der KiOSK die Gesprächsrunde auch regelmäßig an Vormittagen anbieten.

 


Performance Biennale - NO FUTURE

Urheber/in: Green Park Café. All rights reserved.Athens and Kithira, Greece
23.06. – 04.07.2016

Die erste ‘Performance Biennale’ in Griechenland ist ein selbstorganisiertes Ereignis, das den ‘Biennale’-Begriff zu ironisieren sucht, indem es auf selbstinstituierte Formen von Kunst und Politik setzt.

Das Event beginnt in Athen, im besetzten Green Park Café; geht in den Park ‘Pedion tou Areos’ über und fährt mit dem Schiff von Piräus zu ‘der utopischen Insel’ Kithera. Unter dem Titel ‘NO FUTURE’ kuratiert die Guerilla-Biennale das Aufeinandertreffen von künstlerischen, politischen und theoretischen Aktivitäten und Positionen und lotet die Möglichkeit einer kollektiven Weigerung einer fremdgesteuerten Zukunft aus.

Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

Weitere Informationen: performancebiennial.org


DIE DAME VOM SEE - ein theatraler Landschaftsspaziergang für Kinder von 6 – 99 Jahren

Urheber/in: Lisa Weymanns. All rights reserved.Die Dame vom See lädt dich zum Feste ein, aber...
Es geht nicht darum, die größte Torte, das teuerste Geschenk und das extravaganteste Outfit zu präsentieren, du bist nicht eingeladen, um den kompliziertesten Tanz und die effektvollste Feuershow vorzuführen. Du bist geladen, um herrlich menschlich zu sein. Fehlerhaft und fantastisch.

Die Dame vom See bittet Dich nur, dass Du kommst. Dass du kommst, in eine fremde Welt - die doch nicht fremd ist! Dass Du im Hier und Jetzt ganz da bist. Und spielst und machst und tust und lebst und stirbst als unverwechselbares DU. Das genügt. Und das ist viel.

Beim Landschaftsspaziergang bekommen "Mitläufer" die Möglichkeit, zu Mitspielern zu werden, die Entscheidungen treffen, Ideen einbringen und handeln können.

Ein Projekt des Theaterkollektivs MÄRCHENONKEL in Kooperation mit dem Förderverein Kultur unter Glas. Unterstützt von den Freundinnen und Freunden der Heinrich-Böll-Stiftung. Märchenonkel sind: Johanna Abrams, Rike Breier und Lisa Weymanns.

Aufführungen im September 2016:
So. 11. - 15 Uhr // Mo. 12. , Mi. 14. , Fr. 16. - 18 Uhr // Sa. 17. , So. 18. - 15 Uhr
im Schul- und Bürgergarten Dowesee, Braunschweig.

Weitere Informationen unter: www.theater-märchenonkel.de


WATER GAMES - Eine Adaption von Ibsens „Ein Volksfeind“

Urheber/in: Jens Vilela Neumann. All rights reserved.Ein Projekt von Jens Vilela Neumann
im Theater im Aufbauhaus Kreuzberg
So. 29.05.16,  18:00 Uhr mit anschließendem Publikumsgespräch

Water Games ist ein deutsch-simbabwisches Theaterprojekt, das im Mai 2015 beim Harare International Festival of the Arts aufgeführt wurde und im Mai auf Deutschlandtour zwischen Konstanz, Rostock, München und Berlin zu sehen ist.
In der Adaptation des europäischen Ibsen-Klassikers Ein Volksfeind stehen die Thematisierung von Meinungsfreiheit und die Probleme mit nutzbarem Trinkwasser in Harare im Fokus. Der Diversität der Situation in Simbabwe Rechnung tragend, adaptiert der simbabwische Autor Christopher Mlalazi Ibsens Text in die aktuelle politische und soziale Situation in Simbabwe. So hinterfragt die Textfassung Machtstrukturen und deren Folgen für die wohlhabenden sowie für die sich entwickelnden Länder.
Neben Live- Musik, Video-Projektionen und Publikumsinteraktionen überzeugt die Inszenierung durch ihre dramatische Dichte und die Ausdrucksvielfalt der simbabwischen Spieler und ihren Humor.
Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt die Aufführung in Berlin mit der Übernahme der Gagen für die 4 Spielenden aus Harare sowie für die Übertitelung.

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Schauspiel: Kudzai Sevenzo, Michaeal Kudakwashe, Tichaona Mutore | Musik: Cornelius Muponda | Regie: Jens Vilela Neumann
Produziert von Paradise Garden Productions, finanziert vom Auswärtigen Amt, Aktion Afrika
www.tak-berlin.de/spielplan/2016-05-29-160000-water-games

https://vimeo.com/149130537


Film-Workshop für Flüchtlingskinder

Urheber/in: Drachenreiter. All rights reserved.Das Projektvorhaben umfasst die Organisation und Durchführung eines zweiwöchigen Film-Workshops für Flüchtlingskinder zwischen 7 und 14 Jahren in zwei Berliner Erstaufnahmeheimen. Die Kinder werden praxisorientiert in verschiedene Bereiche des filmischen Arbeitens (Kamera, Interviews, Ton und Montage) eingeführt. Gemeinsam mit ihnen sollen Fragen an ihre Lebenswelt erarbeit und ihnen die Möglichkeit gegeben werden, sich kreativ mit ihren jeweiligen Lebenssituationen auseinanderzusetzen.
Gemeinsam sollen die schönen Seiten ihrer neuen Lebensräume entdeckt werden. In kleinen Gruppen und gemeinschaftlicher Zusammenarbeit lernen die Kinder die einfachen Bausteine des dokumentarischen Arbeitens kennenlernen: Porträts, Interviews, Situations- und Landschaftsbeobachtungen sowie Ortsbeschreibungen. Aus diesen Bausteinen und individuellen Perspektiven soll unter der Regie der Kinder ein kaleidoskopischer Film entstehen, der über die Lebensrealität der Kinder hinausgeht. Die Auseinandersetzung mit dem Medium Film eignet sich nicht nur, um einen Zugang zu den Kindern zu finden und ihre Schlüsselkompetenzen zu fördern, sondern in erster Linie sprachliche Barrieren zu überwinden und ihnen Ausdrucksformen zu bieten, in denen sie sich mitteilen können.
Unser Ziel ist es, das verborgene Potenzial der Kinder gemeinsam schöpferisch zutage zu fördern und ihnen zu ermöglichen ihre Lebens-, Sehnsuchts- und Bedürfniswelt spielerisch aufzuzeigen.
https://vimeo.com/142768629

 


Brezmejno - BEYOND BOUNDARIES

Urheber/in: Jana Cisar von Cisarfilm. All rights reserved.Ohne Grenzen wäreich ein Engel, oder ein Ozean. So aber bin ich ein Mensch. Ein winziger Mensch in einem winzigen Land. Mein Land ist kleiner als meine Hosentasche,daher gibt es Grenzen überall. Alles ist Grenze.
(Aleš Šteger)
 

Brezmejno - BEYOND BOUNDARIES ist ein essayistisches Roadmovie an den Grenzen Sloweniens, zu den Menschen die dort leben. Aleš Šteger, der wohl bekannteste zeitgenössische slowenische Lyriker schrieb dazu Texte, die diesen Film begleiten. Es ist eine philosophische dokumentarische Meditation über etwas, was derzeit gerade verloren geht: Europa.


One Caucasus FM

Urheber/in: One Caucasus FM. All rights reserved.Die Vorstellungen, was sich genau hinter dem Begriff Kaukasus verbirgt, sind vielfältig und liegen weit auseinander. Aufgrund der Nachrichtenlage dominieren negative Assoziationen zu dieser Region am Schwarzen Meer. Tatsächlich sind die Länder des Kaukasus – Georgien, Armenien und Aserbaidschan – von vielen Konflikten geprägt. Wie aber erleben die Menschen abseits der großen Konfliktlinien ihren Alltag vor Ort? Ist ein grenzübergreifender Austausch unter diesen Bedingungen möglich? Gibt es Initiativen, die eine Plattform für kulturelle Zusammenarbeit bieten?

Sieben Studierende der Freien Universität Berlin wollen Antworten auf diese Fragen finden und reisen deshalb im August 2016 ins georgische Tserakvi. Ziel ist es, vor Ort mit Menschen ins Gespräch zu kommen und deren Geschichten zu sammeln, die die Situation wiedergeben. Im Rahmen des Masterstudiengangs Osteuropastudien soll ein Radio-Feature über die Ergebnisse produziert werden. Als Ort der Begegnung wird das One Caucasus Festival besucht, da es hunderten jungen Menschen aus allen drei Ländern einen Raum zum friedlichen Austausch und Kennenlernen bietet – eine Besonderheit in dieser Region.

Das Feature soll mit möglichst vielen Radios geteilt werden, um so ein breites Publikum zu erreichen. Dadurch bietet sich die Gelegenheit, ein Beispiel zivilgesellschaftlichen Engagements und zur Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen im Kaukasus vorzustellen.

Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützen die Postproduktion des Features.
www.facebook.com/onecaucasusfm

 


Fenstergeschichten

Urheber/in: MIXED PICKLES. All rights reserved.Großstädte stehen einerseits für Offenheit, Toleranz und Miteinander. Andererseits aber auch für Anonymisierung, Einsamkeit und Angst. In vielen Häusern leben Menschen nebeneinander, ohne auch nur den Namen voneinander zu kennen. Menschliches Miteinander ist geprägt von gemeinsamen Codes, die ein Zusammenleben erleichtern. Bräuche, Redensarten, Symbole und Zeichen werden eingesetzt, um miteinander in Interaktion zu treten. Diese Codes werden über Generationen hinweg vermittelt. Mittlerweile scheint es jedoch, als würden diese gemeinsamen Codes, die “analoge” Beziehungen ermutigen, sich immer mehr auflösen.

Fenstergeschichten ist ein Projekt, das sich mit dem menschlichen Miteinander im urbanen Wohnraum in Zeiten gesellschaftlicher Veränderung auseinandersetzt. Durch Filmportraits kommen Menschen zu Wort und berichten über Nachbarschaftsverhältnisse.

Bei Brot und Salz erzählen Bewohner*innen von Erdgeschosswohnungen eines Berliner Straßenzuges von ihrem Leben und ihren Vorstellungen von Nachbarschaft und Miteinander.
Ein anschließendes Open Air Screening im Hinterhof lädt alle Interessierten ein, nach dem Filmschauen beim gemeinsamen Essen über nachbarschaftliches Zusammenleben in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche/Wandlungsprozesse zu diskutieren und Formen und Wege zu finden, die Nachbarschaft aktiv mitzugestalten.
Anschließend wird auf digitaler Ebene eine Plattform geschaffen, auf der die Anwohner sich austauschen können, gegenseitig Angebote und Gesuche offerieren oder sich zum gemeinsamen Theaterbesuch verabreden können.

Das Projekt FENSTERGESCHICHTEN wird unterstützt durch den Fonds Soziokultur und die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung.

MIXED PICKLES sind Marijana Verhoef und Laura Klatt. Wir sind ein internationales Kunst- und Kulturkollektiv, sowie Produktionshaus, ansässig in Berlin. Mixed Pickles konzentriert sich auf die Produktion von Dokumentarfilmen von grenzüberschreitenden Geschichten, die Entwicklung von multidisziplinären Formaten und die Organisation von Veranstaltungen, die einem interkulturellen Dialog dienen. In unseren Arbeiten bringen wir Menschen mit unterschiedlichen Arbeits- und Lebenshintergründen zusammen, mit dem Ziel fortlaufend frische, herausfordernde Inhalte und Kontexte zu untersuchen, aufzubrechen und herzustellen. Mixed Pickles arbeitet immer wieder mit unterschiedlichen Künstler*innen aus der ganzen Welt zusammen. Die Zusammensetzung eines Teams sowie die jeweilige Kunstform sind projektabhängig.
www.ilikepickles.com


Future Heritage // Berlin – Ramallah

Visual © Christina Mandilari. Urheber/in: Visual © Christina Mandilari. All rights reserved.‚Future Heritage’ transformiert lokale Kulturen und traditionelle Identitäten für eine nachhaltige, vernetzte Gesellschaft.
Das kollaborative Projekt entsteht in Kooperation zwischen Public Art Lab in Berlin und Ramallah Municipality in Palästina und verbindet visuelle Kunst, Kunsthandwerk und neuste Technologien. Gemeinsam knüpfen wir an das schwindende Kulturerbe Palästinas sowie seiner identitätsstiftende Bedeutung an und suchen nach neuen Formen und Techniken der Reproduktion, Erneuerung sowie kreativer Teilhabe zwischen globaler Innovation und lokalen Bedürfnissen.

In einem 5-tägigen Workshop vom 13.-18. April 2016 werden lokale Communities (Kunsthandwerker/-innen aus dem Bereich Töpfern und Sticken) mit Künstlern, Designern und Technologen aus Deutschland und Palästina gemeinsam Kunstprojekte entwickeln, die lokales Kulturerbe durch Technologien wie 3D-Drucken/Scannen, Lasercutting oder Knitting Machines erweitern und auf neuen Wegen verbreiten.
Die gemeinsam entwickelten Projekte werden im Herbst im Rahmen verschiedener Formate wie Ausstellung, Workshop und Panels in Berlin und Ramallah gezeigt, wie z.B. das Public Art Festival Wein a Ramallah, wöchentliche lokale Märkte sowie die Maker Faire in Berlin. Im Herbst 2016 wird zudem eine gemeinsame Research Residency in Berlin mit Kunsthandwerkern und Künstlern aus Palästina stattfinden, um einen gegenseitigen Austausch auf allen Ebenen zu initiieren.

Future Heritage versteht sich als Diskussionsplattform über die Transformation.
Mit der Unterstützung der Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung können wir die Research Residency und Projektausstellung in Berlin realisieren.


Zwischen Istanbul und Kars – Orhan Pamuks Türkei

Urheber/in: Anil Altintas. All rights reserved.Im Rahmen eines Studienprojekts an der Freien Universität Berlin wollen die Studierenden sich der Türkei durch die Romane „Schnee“ und „Museum der Unschuld“ des türkischen Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk annähern. In Form einer Fotoausstellung werden seine Bücher und die Kontraste der Türkei erlebbar gemacht.

Die Gruppe wird sich exemplarisch an zwei Orten - Istanbul und Kars - mit der Heterogenität und der kulturellen Vielschichtigkeit der Türkei auseinandersetzen und wählt dazu einen literarischen Weg. Begleitet von Fragen wie: Ist Istanbul das türkische Tor nach Europa, Kars die Pforte zu Asien? Was macht die Türkei heute aus? Gibt es eine türkische Identität?

Im Mai 2016 ist eine Reise in die Türkei geplant, um selbst einen Eindruck der Gegensätze des Landes zu bekommen. Auch Orhan Pamuk thematisiert in seinen Büchern die Spannungen zwischen Ost und West. Diese sollen durch den Besuch einiger Schauplätze entdeckt und in Form von Fotografien festgehalten werden. Die Fotoausstellung wird im Sommer in Berlin stattfinden und nicht nur Literaturliebhaber, sondern ebenso allgemein an Politik und im Speziellen an der Türkei Interessierte zu einem produktiven und kommunikativen Abend willkommen heißen.

Die Freundinnen und Freunde finanzieren die Fotoausrüstung und einen Teil der Prints.


Theaterkollektiv „Archiv der flüchtigen Dinge“

Das Archiv der flüchtigen Dinge on stage. Urheber/in: Archiv der flüchtigen Dinge/Isabelle Zinsmaier. All rights reserved.Das „Archiv der flüchtigen Dinge“ existiert als Theaterkollektiv seit 2011. Was alle ihre Projekte vereint, ist eine Orientierung am dokumentarischen Theater, eine Auseinandersetzung mit Dokumenten aus politischen, historischen und ganz persönlichen Realitäten und die Transformation dieser in künstlerische Formen.

Mit ihrem nächsten Stück „Inside Syria, Inside Germany“ (AT) wollen sie sich auf die Suche nach historischen und aktuellen Verbindungspunkten zwischen Syrien und Deutschland begeben. Die in den Medien derzeit dominante Erzählung von Flucht soll erweitert werden, indem die lang bestehenden politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Beziehungen zwischen Syrien und Deutschland beleuchtet werden. Die persönlichen Perspektiven von in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syriern und Deutschen, die persönlich mit Syrien verbunden sind, sind dafür ausschlaggebend.

Mit der Unterstützung der Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung können sie eine fundierte Recherche zu ihrem Theaterstück realisieren.


 

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