Wen wir unterstützen

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Der Freundeskreis kann unbürokratisch und schnell Projekte fördern, die nicht aus den öffentlichen Mitteln der Stiftung finanziert werden dürfen.

"Die Kunst der Illegalität" - eine Veranstaltung des Institute for Live Arts Research in Athen. Urheber/in: Institute for Live Arts Research. All rights reserved.

In den vergangenen Jahren haben die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung zahlreiche  Menschenrechtsaktivist/innen, Künstler/innen und Kunstprojekte unterstützt. Der Freundeskreis kann unbürokratisch und schnell Projekte fördern, die nicht aus den öffentlichen Mitteln der Stiftung finanziert werden dürfen.


Stipendienprogramm Heinrich-Böll-Haus Langenbroich e.V.

Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung. All rights reserved.Weltweit beziehen Künstlerinnen und Künstler Positionen zu politischen und gesellschaftlichen Themen. Dies geschieht zumeist im bewussten Widerspruch zur herrschenden Meinung und trotz der Gefahr, sich dadurch Repressalien auszusetzen. Durch ihren Einsatz für die Freiheit des Geistes leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung und zum Erhalt von Demokratie und Menschenrechten. Die Heinrich-Böll-Stiftung und ihre Freundinnen und Freunde unterstützten dieses Engagement im Sinne ihres Namensgebers durch das Stipendienprogramm Heinrich-Böll-Haus Langenbroich e.V.

Haus Langenbroich
 


Die neuesten von uns geförderten Projekte:

RIOT NOT DIET – Ein queer-feministischer Kurzfilm   

An der Filmhochschule München ist gerade der Kurzfilm RIOT NOT DIET entstanden – Regie führte Julia Fuhr Mann, für die Bildgestaltung verantwortlich war Julia Swoboda und die Tongestaltung hat Cornelia Böhm übernommen. Auch alle weiteren Positionen hinter der Kamera waren mit sich als queer identifizierenden Frauen* besetzt, sodass der männliche*, heteronormative Blick sowohl beim Dreh des Films als auch inhaltlich im Film selbst keinerlei Rolle spielt.   

Urheber/in: Kristina Kilian. All rights reserved.RIOT NOT DIET erschafft einen queer-feministischen Kosmos, in welchem dicke Frauen* und queere Menschen sich für ihre ausladenden Körpermaße nicht schämen, sondern selbstbewusst Raum einfordern. In knallbunten Bildern und surrealen Szenerien entwerfen die Protagonist*innen ihr ganz eigenes, utopisches Universum. Sie sprengen mit ihren Körpern patriarchale Strukturen und beanspruchen den lange überfälligen Platz für sich auf dieser Welt. Außerdem geht es ihnen um Widerstand gegen neoliberale Körperpolitiken und darum, die eigene Leiblichkeit jenseits von Verwertungsgedanken zu genießen. In Zeiten von Selbstoptimierung ist deine Wampe eine Demo. Queer Fat Feminism!  Das Projekt wird in der finalen Fertigstellung durch die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt.  Zur Regisseurin: Julia Fuhr Mann lebt in München und ist Filmemacherin, Kuratorin sowie queer-feministische Aktivistin. Nach einem Studium der Philosophie, Literaturwissenschaften und Soziologie studiert sie nun seit 2013 Filmregie an der HFF München. Sie setzt sich bei PRO QUOTE REGIE für Geschlechtergerechtigkeit im Filmbereich ein, kuratiert Filme für das Kult-Frauenfilmfestival BIMOVIE und realisierte zuletzt einen Spot für die Vermächtnisstudie der ZEIT.

Weitere Infos zum Film und kommenden Festivalteilnahmen bei Instagram und Facebook.


Gruppenausstellung „Moviendo la Fe (den Glauben bewegen) - venezolanische Künstler/innen kommentieren“

"Es gibt Wahrheiten, die erst übermorgen wahr sind, und solche, die noch gestern wahr waren – und solche, die in keiner Zeit wahr sind."
Carl Gustav Jung, Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten

Urheber/in: medicenrolando. All rights reserved.Die Behauptung, dass Wahrheit weder erklärt noch definiert werden kann, führt zu der Annahme, dass ein allgemein anerkannter Konsens, für das, was wir als wahr empfinden, nicht festgeschrieben werden kann. Analog verhält sich unsere Empfindung von Wirklichkeit: Da wir immer nur von einer gewussten, in den meisten Fällen von uns gestalteten Wirklichkeit sprechen können, schließt sich die Möglichkeit einer „wirklichen“ Wirklichkeit aus. Was aber bedeutet der Wahrheitsbegriff in einem Land, in dem scheinbar nur konstruierte Wahrheiten verbreitet werden?

Moviendo la Fe (dt. den Glauben bewegen) ist ein Wortspiel, das sich auf den venezolanischen Welthit Moliendo Café (dt. Kaffee mahlen) bezieht und auf eine grundlegende Auseinandersetzung der ausstellenden Künstler/innen verweist: Zumeist ins europäische Ausland emigriert, sind sie Beobachter/innen einer wirtschaftlich und sozial eskalierenden Situation in ihrem Heimatland und gleichzeitig konfrontiert mit einer sich äußerst kontrovers gestaltenden medialen Deutungshoheit der Ereignisse. Die Antwort der Künstler/innen auf die politische Frustration im Heimatland ist es, den Glauben zu bewegen. In den Köpfen, sowie über Ländergrenzen hinweg.

Die gezeigten Arbeiten widmen sich dem Verhältnis von Wahrheit und Wirklichkeit, den Zuschreibungen an diese und untersuchen kollektive (Mythen-)Erzählungen im Hinblick auf das aktuelle Venezuela. Die in den Dialog gebrachten Arbeiten reagieren auf das aktuelle politische Geschehen und die Diskrepanz von reproduzierter Wahrheit in der (internationalen) Medienlandschaft und einer gelebten Wirklichkeit junger Venezolaner/innen im In- und Ausland. Gleichzeitig werden die sich daraus ableitenden Fragestellungen zu Heimat, Migration und Identität in Bezug auf die eigene Neuverortung und im Hinblick auf die immer mehr schwindenden Erinnerungen an das Heimatland in den Werken aufgegriffen.

Die Freundinnen und Freunde unterstützen die Ausstellung im Haus Schwarzenberg e.V., Berlin, vom 4. bis 18. November 2017.


Standing Up: Music for the resistance
Musik gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit

„Wir sehen den Ruck nach Rechts und wissen, dass wir uns jetzt engagieren müssen.“
Darrell Wyatt, Musiker und Initiator des Projektes

Urheber/in: Karin de Miguel Wessendorf. All rights reserved.

Der in Köln lebende Musiker Darrell Wyatt hat nach der Wahl von Donald Trump in seiner Heimat den Song "Standing up" geschrieben, mit dem er zum Widerstand gegen den Rechtsruck in den USA und Europa aufrufen möchte.

Der Song wird mit dem Blue Art Orchestra aus Köln und dem New Life Gospel Choir aus Düsseldorf aufgenommen: rund 30 internationale Musiker/innen und Sänger/innen, die ihre Stimme gegen Rassismus und Ausgrenzung erheben.

Der Song "Standing Up" soll die Initialzündung für eine internationale Bewegung von Musikmachenden sein, die weitere Musikstücke gegen Rassismus und Rechtsextremismus komponieren, welche auf einer Internetseite (musicfortheresistance.org) Aktivist/innen und sozialen Bewegungen zur freien Verfügung gestellt werden sollen.

Die in Köln lebende Filmemacherin Karin de Miguel Wessendorf begleitet die Probenarbeit und die Aufnahme des Songs im Tonstudio der Musikhochschule Köln filmisch: ein Musikvideo und ein Making-Off-Video sollen die virale Verbreitung des Songs unterstützen und möglichst viele Menschen weltweit motivieren, selbst die Initiative zu ergreifen und sich in Zeiten von Trump, Le Pen, AfD und Co. für ein tolerantes Miteinander zu engagieren.

Die Freundinnen und Freunde finanzieren die Cutter und die nötigen Schnittplätze für das Video.


Benefizkonzert für Kinder der Arche der Welt (κιβοτώς του κόσμου)

Urheber/in: Polyphonia. All rights reserved.Der deutsch-griechische Chor Polyphonia e.V. veranstaltet am 30.09.2017 ein Benefizkonzert zugunsten der griechischen Non-Profit-Hilfsorganisation κιβοτώς του κόσμου (= Kivotos tou Kosmou, deutsch: „Arche der Welt“).

Das Kivotos tou Kosmou wurde vor knapp 20 Jahren in Athen gegründet, um notleidenden Kindern - unabhängig von Herkunft und Religion - im Rahmen vielfältiger Projekte zu helfen. Inzwischen gibt es in verschiedenen Regionen Griechenlands Einrichtungen der Hilfsorganisation, die mit Wohn- und Lebenseinrichtungen, Betreuung und Förderung im Alltag sowie Schul- u. Ausbildungsmöglichkeiten die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen erheblich verbessern können. Zur Zielgruppe gehören auch unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche, so dass der Bedarf an Unterstützung zuletzt besonders groß geworden ist.

Mit dem Benefizkonzert für das Kivotos tou Kosmou verbindet der deutsch-griechische Chor Polyphonia e.V. künstlerisches und soziales Engagement über die Ländergrenzen hinweg und verfolgt gleichzeitig sein Ziel der Förderung von Kunst und Kultur als gemeinnütziger Verein. Die Sängerinnen und Sänger von Polyphonia lieben die griechische Liedkultur und vermitteln sie begeistert ihrem Publikum. Das Konzert präsentiert unter der Leitung von Dr. Ursula Vryzaki mit einer Auswahl griechischer Lieder zum Thema Kind und Kindheit berühmte, aber auch weniger bekannte, sicher bewegende Werke griechischer Komponisten und Lyriker und damit auch die vielseitige musikalische Landschaft Griechenlands. Der Chor wird instrumentell begleitet von Lilia Vassiliadou (Klavier), Nikos Menegas (Bouzouki), Manos Leventis (Gitarre) und Sahin Dagdelen (Geige).

Der Gewinn des Konzertes wird vollständig dem Kivotos tou Kosmou übergeben. Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung übernehmen die Kosten für Technik und Saalmiete, um so den Gewinn zu steigern.
Weitere Informationen:


TROC - Theater in den Gefängnissen von Lomé, Aného, Vogan, Tsévié und Bassar

Urheber/in: Troc. All rights reserved.TROC ist ein Theaterprojekt für inhaftierte Personen in fünf togolesischen Gefängnissen. Kern des Projekts ist ein theaterpädagogischer Prozess, in dem die Inhaftierten das Material für einen Audio Walk bzw. eine besondere Form der Stadtrundfahrt kreieren, während der das Publikum von den Stimmen der Inhaftierten über Kopfhörer durch die Stadt geführt wird. So wird das Publikum auf eine Reise durch die jeweiligen Städte mitgenommen und an Orte geführt, welche für die Inhaftierten mit Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit assoziiert sind.

TROC wird realisiert in einer Kooperation zwischen der togolesischen Association Solidarité Mondiale pour les Personnes Détenus et les Démunis, den Theaterpädagoginnen Eliana Schüler, Valeria Stocker, dem Erzähler Joseph Koffi Bessan, sowie den Mitgliedern der Compagnie Artistique Carrefour de Lomé: dem Schauspieler Koffi Edem Touglo und dem Autor Joël Amah Ajavon.

Eliana Schüler und Valeria Stocker arbeiten seit 2016 als Theaterpädagoginnen/Regisseurinnen im Team. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Fragen nach globalen Zusammenhängen, insbesondere Wechselwirkungen zwischen Globalem Süden und Globalem Norden. In Zusammenarbeit mit internationalen Künstler*innen und Aktivist*innen entstehen Projekte, in denen sich verschiedene Gruppen auf einen gemeinsamen, künstlerischen Rechercheprozess einlassen und zusammen Performances zum jeweiligen Thema entwickeln. Sie möchten durch ihre Arbeit auch Menschen Theaterprozesse ermöglichen, denen ein Zugang zu solchen Angeboten sonst erschwert ist. Das Theater soll so an neue und vielfältige Orte gebracht werden und somit einerseits unterschiedliche Gruppen als Teilnehmende ansprechen und andererseits auch den Zugang für ein diverses Publikum ermöglichen.

Diese Vision teilen sie mit der Compagnie Artistique Carrefour de Lomé (Koffi Edem Touglo und Joël Amah Ajavon), die seit 2012 das Festival FITMA (Festival International de Théâtre de Maison) organisiert, um Theater verschiedenen Gruppen in Togo zugänglich zu machen und auch jenseits von Kulturzentren Räume für Theatererlebnisse zu schaffen. Das künstlerische Team komplementiert sich für diesen Austausch zu europäischen und togolesischen Erzähl- und Performancetechniken mit dem Erzähler Joseph Koffi Bessan.

Die Aufführungen finden im Rahmen des Festivals FITMA im Oktober 2017 statt.


Push

Urheber/in: Charlotte Triebus. All rights reserved.Mit Push stellen Charlotte Triebus und Ahmad Katlesh in einer performativen Installation die Frage nach der Konstruktion und Dekonstruktion des Menschen. Die Performancekünstlerin und der Schriftsteller erarbeiten gemeinsam mit dem Publikum und einer Installation aus Sand einen intensiven Dialog zwischen Geräusch und Bild, Sprache und Bewegung, mit dem Ziel, eine gemeinsame und doch unterschiedliche Wahrnehmung der Disziplinen zu erschaffen. Durch die Verschränkung von Lyrik und Performance wird eine neue Ebene erschaffen, die nicht nur eine Kommunikation über Sprache hinaus aufzeigt, sondern auch einen gesonderten Raum für Interpretationen zulässt.

In Push werden die zentralen Fragen nach der Verbindung zwischen Mensch - Sein und Sprache als interdisziplinäre Performance dargestellt. Was ist ein (stiller) Kampf? Was bedeutet Konstruktion im Bezug auf den Menschen? Was ist ein Mensch, woher kommt er, wohin geht er?

Mithilfe des Materials und der Verschränkung der Ebenen wird ein Abarbeiten und Transferieren des Menschen (und seiner Netzwerke) visuell begreifbar gemacht. Sprache und Installation finden einen neu entwickelten, gemeinsamen Weg in der Performance, die für das Publikum aus verschiedenen Blickwinkeln erfahrbar ist.

Die Freundinnen und Freunde unterstützen die Realisierung des Stücks, das zum ersten Mal im Rahmen des Sommerfests der Heinrich-Böll-Stiftung in Langenbroich 2017 gezeigt wird.

Kurz CVs:

  • Charlotte Triebus arbeitet als Art Directorin, Performancekünstlerin und Dozentin in Köln und Madrid. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Erforschung und dem Experiment an der Schnittstelle von Kunst, Musik und Tanz.
  • Ahmad Katlesh ist als Journalist, Sprecher und Autor weltweit für Kulturmagazine, Forschungseinrichtungen und Zeitungen tätig. Mit seinem Soundcloud-Kanal Tiklam erreichte er kürzlich die Marke von drei Millionen Klicks. Ahmad Katlesh ist zurzeit Stipendiat des Heinrich-Böll-Hauses in Langenbroich und wird gefördert durch die NRW-Stiftung.

WEARTH – unsere globale Skulptur & Sammlung menschlicher Werte -Sommer Pilot 2017

Urheber/in: Wearth. All rights reserved.Nahe Antwerpen beginnen wir unseren Workshop, in dem wir die Teile unserer Skulptur – Ziegel aus Wachs – herstellen und alle Teilnehmenden bei diesem kreativen Prozess porträtieren. Die gefertigten Wachsziegel werden wir im Anschluss unseres Workshops als LandArt verlegen lassen, die Verlegenden dabei porträtieren und über Ihre Werte im Leben befragen.

Unser Roadtrip beginnt! Entlang der Küstenlinie der Nord- und Ostsee führt uns unser Weg durch Belgien, Holland, Deutschland, Polen bis in die russische Exklave Kaliningrad. Alle 48 Kilometer werden wir eine Verlegung vornehmen und dabei die Interaktion mit einheimischen Menschen suchen.

In Belgien und Holland verfolgen wir bei der Dokumentation einen wissenschaftlichen Ansatz –anthropologische Feldforschung sozusagen. Gemeinsam mit Wissenschaftlern definieren wir Standards, welche uns um den gesamten Globus begleiten werden.

In Deutschland, Polen und Russland streben wir einen künstlerisch-literarischen Ansatz bei der Erstellung schriftlichen Porträts an und arbeiten mit landessprachigen AutorInnen zusammen. Dieses Pilotprojekt gibt uns einen tieferen Einblick in die Arbeit, welche uns bei der gesamten globalen Skulptur bevorsteht. Jede Platzierung öffnet unseren Blick für die riesige Vielfalt an Werten und Meinungen auf unserem Planeten.

Die gesamte Strecke wird von unserem Kamerateam begleitet. Alle Ergebnisse,  wissenschaftlich, literarisch, filmisch und fotografisch , werden veröffentlicht, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen – Aufmerksamkeit, welche die Basis für die Realisierung unserer globalen Skulptur sein soll.
This trip is WEARTH it!

Mehr Informationen unter www.wearth.eu
Folge unserem Trip auf: www.facebook.com/Wearth1


Workshop: Die Kunst des Zusammenlebens. Solidarität und Kreativität in Projekten mit Geflüchteten (Griechenland, Türkei, Deutschland) vom 8. bis 10. Juli 2017 in Kassel

Urheber/in: The Art of Living Together. All rights reserved.Gutes (Zusammen-)Leben heißt, dass Menschen im kreativen Miteinander arbeiten und feiern können. Zu teilen und sich mitzuteilen gehört zu solchen kreativen Momenten sozialer Praxis. Aus ihnen entsteht nach unserem Verständnis die „Kunst des Zusammenlebens“ (so unser Workshop-Titel).

Ziel des dreitägigen Treffens in Kassel ist der Austausch zu Projekten der Solidarität und Kreativität von und mit Geflüchteten und die öffentliche Weitergabe dieser Erfahrungen. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Projekte vor Ort in und um Kassel, die im Trialog mit vergleichbaren Initiativen in Griechenland und der Türkei vorgestellt werden. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Kasseler Gesellschaftswissenschaften „Umlernen mit Athen“ geht es bei unserem Treffen speziell um Formen des freien, schöpferischen und sozialen Austauschs. Solche Projekte unterscheiden sich grundsätzlich von Initiativen und Angeboten der Nothilfe, die auf Schutz und Grundsicherung zielen.

An den Beginn unseres Treffens stellen wir die Auseinandersetzung mit den migrationspolitischen und asylrechtlichen Rahmenbedingungen und ihre Konsequenzen für die Lage der Geflüchteten. Ohne Kenntnis des politischen und ökonomischen Kontexts sind die Grenzen, Handlungsräume und Perspektiven solcher solidarischen und kreativen Praktiken schließlich nicht zu ermitteln.
Die Freundinnen und Freunde übernehmen die Gage für ein Dutzend Musiker des Musikerensembles Palaver Rhababa.


ensemble reflektor_TRANSFORMATION

Die Transformation der europäischen Gesellschaft durch die Immigration von Geflüchteten, vor allen Dingen aus dem syrischen Kriegsgebiet, ist in fast allen Bereichen des Zusammenlebens deutlich spürbar. Die Integration der orientalischen Kultur ist ein absolut notwendiger Prozess, um die Geflüchteten erfolgreich in die Gesellschaft einzubinden. Gerade die orientalische Musikkultur ist in vielen Belangen der europäischen so verschieden, dass es auch professionellen Musikern nicht leicht fällt, diese auf Anhieb zu verstehen.

Mit ensemble reflektor_TRANSFORMATION wird der Grundstein für eine langfristige Arbeit mit Geflüchteten gelegt. ensemble reflektor wird zusammen mit der syrischen Band Syriab, die auf traditionellen orientalischen Instrumenten spielt, eine Programmhälfte gestalten und diese in das ansonsten klassische Konzertprogramm integrieren. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit werden am 23.8. in der Halle 424 (Hamburg) und am 27.8. im Kühlhaus (Berlin) aufgeführt werden. Außerdem wird es einen von der Musikpädagogin Malin Kumkar geleiteten Musikvermittlungsvormittag geben, wobei diese „Musikvermittlung“ in beide Richtungen funktionieren wird: Die Musiker von ensemble reflektor werden den Geflüchteten ihr Programm mit Mendelssohn und Schumann näher bringen und die Geflüchteten werden den Musikern von ensemble reflektor wiederum Teile ihrer Kultur näher bringen, wie zum Beispiel die komplexen orientalischen Tanzformen. Im Anschluss wird gemeinsam syrisches Essen vorbereitet und gegessen.

16. - 20. August Probenphase in Hamburg
21. August Gemeinsame Proben mit Syriab
22. August Musikvermittlungsvormittag in der Halle 424, danach gemeinsames Essen // abends: für Geflüchtete offene Jam-Session mit Syriab und ensemble reflektor
23. August KONZERT I in der Halle 424 Hamburg
27. August KONZERT II im Kühlhaus Berlin

Für die Unterstützung des Projekts sind die Freundinnen und Freunde herzlich zu den Konzerten eingeladen. Bei Interesse bitte bei Ulrike Cichon melden, unter cichon@boell.de.


Conference of Youth - Jugendklimakonferenz vom 2.-4.11.2017 in Bonn

Seit 13 Jahren wird im Vorfeld der Weltklimakonferenz die Conference of Youth, kurz COY, ausgerichtet. Organisiert wird die COY immer von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Land, in dem die COY stattfindet. Dieses Jahr finden die Klimaverhandlungen in Bonn statt und deshalb wird die Jugendkonferenz dieses Jahr von rund 50 jungen Freiwilligen und Ehrenamtlichen organisiert, die in Deutschland leben.

Während der COY werden sich circa 500 Teilnehmende aus der ganzen Welt drei Tage lang mit unterschiedlichen Themen rund um den Klimawandel beschäftigen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf Themen rund um Klimagerechtigkeit liegen. Gleichzeitig bietet die COY Raum für Vernetzung und Austausch im Bereich des ehrenamtlichen Engagements, ebenso wie dem miteinander und voneinander lernen.

Damit möchten wir junge Menschen in ihrem Aktivismus zu stärken und Neueinsteiger/innen eine Orientierung und Rüstzeug für weiteres Engagement mit auf den Weg geben. Alle Workshops und Seminare auf der COY werden ehrenamtlich von unterschiedlichen Gruppen und Einzelpersonen angeboten. Ziel ist es, ein vielfältiges und mehrsprachiges Programm auf die Beine zu stellen.

Zielgruppen der COY sind junge Klima-Aktivist/innen, Teilnehmende der Weltklimakonferenzen, ebenso wie interessierte Einzelpersonen.
Die Freundinnen und Freunde unterstützen die jungen ehrenamtlichen Organisator/innen finanziell.


LANGE SCHATTEN UNSERER MÜTTER - Ein Theaterstück von Safeta Obhodjas, Inszenierung: GEDOK Wuppertal

Autorin Safeta Obhodjas hat sich in ihren Werken oft mit dem Mutter-Tochter-Verhältnis in zugewanderten oder kulturell gemischten Familien auseinandergesetzt.  

Das ist auch die Handlung des Theaterstückes “Lange Schatten unserer Mütter”, die das Lebens unterschiedlichen Kulturen in Deutschland zum Thema hat. Im Dialog der Monologe zweier Schwestern, Dilara und Zeyneb, spiegelt sich die ganze Problematik der zugewanderten Traditionen wider. Die Hauptprotagonistinnen leben mit ihren Familien in derselben Stadt, jedoch unter vollkommen verschiedenen Bedingungen, wobei sie auch sehr wenige ihrer Einstellungen teilen.

Auf der Bühne erzählen die Schwestern, jede für sich, über ihre konkreten Auseinandersetzungen. In den Monologen verteidigt jede Schwester ihre eigene Sichtweise, so dass sich in ihren Geschichten die ganze Komplexität der weiblichen Verhältnisse innerhalb der Zuwanderungsfamilien bei der Integration in die deutsche Gesellschaft widerspiegelt.

Die Freundinnen und Freunde unterstützen die GEDOK bei der Realisierung der Inszenierung, die für 2018 geplant ist.


LA HAINE - Eine Hass-Revue von glanz&krawall

Urheber/in: Ingo Tesch. All rights reserved.Er schien gar nicht mehr zum emotionalen Repertoire des modernen Menschen zu gehören; in einer enormen zeitlichen Verdichtung wird er wieder offenbar. Das Berliner Theaterkollektiv glanz&krawall versucht ihn jetzt an der Schnittstelle zwischen Musik- und Sprechtheater zu sezieren: den Hass.

„Besser seid Ihr auch nicht als wir und die Vorigen. Aber keine Spur, aber gar keine -“, schreibt Tucholsky 1926 an den zukünftigen Zeitungsleser, also an uns. Seine und andere Stimmen des frühen 20. Jahrhunderts werden in der absurden Revue LA HAINE zur Prognose, zur Drohung. Wie können wir drinnen noch entspannt Theater spielen, wenn sich draußen Apokalyptisches zusammenbraut?

Die Schauspielerinnen Katrin Kaspar, Kara Schröder und Sängerin Luise Lein erwarten mit Karl Kraus die „letzten Tage der Menschheit“, während Sounddesigner Martin Lutz mit Benjamin Brittens „War Requiem“ ein mahnendes Grundrauschen im Raum installiert. „Was ist uns das, mein Herz, all diese Lachen Blut / Und Glut, und tausend Morde, und der Seufzerhall / Der ganzen Hölle, alle Ordnung stürzend, und der Wut Gedehnter Schrei / Nichts?! ... Doch, ja doch ...“, fragt Arthur Rimbaud 1871 aus dem Epizentrum der Pariser Kommune. Den jungen Literaten Georg Heym, der sich wenige Jahre vor dem 1. Weltkrieg zu Tode langweilt, packt exakt diese Sehnsucht nach der totalen Auslöschung.

Hass fungiert als Versprechen, als Motor für Veränderung. Er ist Dopingmittel für ein gemeinschaftliches Werden. Gezüchtet; getriggert; also Bestandteil der Kultur. Jedoch ohne menschliches Maß. Wenn wir also davon ausgehen, in diese Kultur des Hasse(n)s hineingeboren zu sein, könnte das Theater nicht der Ort sein, diesem Verrohungsprozess von innen heraus zu begegnen?

Aufführungen:
27.-30.04.2017, Cammerspiele Leipzig
17.05, 18.05., 20.05. & 21.05.2017, Theaterdiscounter Berlin

glanz&krawall ist ein freies Berliner Musiktheaterkollektiv um die Regisseurin Marielle Sterra. Das Kollektiv sucht nach einem Musiktheater, das etwas über die Welt erzählt, in der wir leben und über jene, in der wir leben könnten.


Breakdance meets Classic

Urheber/in: Eric Steinbacher. All rights reserved.50 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren erarbeiten mit Choreografen und dem Profiorchester der Elblandphilharmonie Sachsen während einer mehrmonatigen Probenphase ein interkulturelles Bühnenstück der besonderen Art: Während das wortgenaue Rezitieren ein tragendes Element der klassischen Kultur darstellt, entsteht Hip Hop u.a. indem bekannte Musikstücke gesampelt, geloopt, zerscratched und verändert werden. Diese Qualitäten lassen sich nicht nur in der Musik wiederfinden sondern genauso auf Bewegungen übertragen und am 12. Mai 2017 in zwei mitreißenden Performances im Stadtkulturhaus in Freital zu erleben.

Seit 2015 findet Breakdance meets Classic bisher jährlich in Sachsen statt, doch im Jahr 2017 sollen zum ersten Mal auch talentierte junge Tänzer(innen) aus dem Tanzland Rostock eingebunden werden.

Dieses innovative Großprojekt, in dem Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Tänzer, Musiker und Choreografen eng zusammenarbeiten und sich permanent aktiv in den Gestaltungsprozess einbringen, stellt neben der kulturellen Bildung der Jugendgruppen insbesondere die Selbstentwicklung jedes einzelnen Teilnehmers in den Mittelpunkt und fördert zudem den überregionalen Austausch mit engagierten Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützen die Teilnahme der Rostocker Tänzerinnen und Tänzer an diesem Projekt.


Gedenkveranstaltung für den syrischen Philosophen Sadik Jalal Al-Azm

Urheber/in: Ibn Rushd Fund. All rights reserved.Ende letzten Jahres starb der berühmte syrische Philosoph Sadiq Jalal Al-Azm. Er widmete sich besonders dem Thema (arabische) Aufklärung und war ein großer Verfechter des Säkularismus. Zudem war er dem Ibn Rushd Fund von Anfang an sehr gewogen und stand uns stets mit Rat und Tat zur Seite - er hielt z.B. Vorträge und nahm den Preis 2012 stellvertretend für die syrische Aktivistin Razan Zaitouneh entgegen (auf dem Photo ist er bei seiner Empfangsrede zu sehen). Er starb am 11. Dezember 2016 nach kurzer schwerer Krankheit in Berlin.

Mit der Gedenkveranstaltung am 10. Februar 2017 im Festsaal des Roten Rathaus in Berlin möchten wir nicht nur an den großen Denker erinnern, sondern auch an den wunderbaren Menschen, dessen Großherzigkeit seinen intellektuellen Verdiensten in keinster Weise nachstand.

Zahlreiche Mitwirkende konnten gewonnen werden, um mit uns das Freie Denken zu feiern, und den großen syrischen Philosophen als seinen herausragenden Vertreter. Die Redebeiträge reichen von wissenschaftlichen bis zu persönlichen, und zur Abrundung wird seine Lieblingsmusik gespielt, von Oud bis zu Edith Piaf. Wir erinnern an Sadik Jalal Al-Azm,  unter anderem zusammen mit Eman Chaker Al-Azm, Werner Ende, Carsten Wieland und Khaled Hroub unter den Rednern, und musikalischen Beiträgen von Nasir Chamma (Oud), Catherine Le Corre begleitet von Ziad Hakim am Fügel, dem Frauenchor Hanin und Lubana Al-Quntar.

Die Unterstützung der Freundinnen und Freunde hilft uns dabei, die Veranstaltungslogistik zu finanzieren.
 
Am 10. Februar, 19 Uhr im Festsaal des Roten Rathaus. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.


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