"Welcome to Germany III" - Visapolitiken und Willkommenskultur

"Welcome to Germany III" - Visapolitiken und Willkommenskultur

04. Dez. 2014 von Elisabeth Gregull, Julia Brilling
Heinrich-Böll-Stiftung
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Veröffentlichungsort: Berlin
Veröffentlichungsdatum: 2014
Seitenanzahl: 71
Lizenz: CC-BY-NC-ND 3.0

„Visum: (...) seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts gebräuchliche Bezeichnung für ‚Sichtvermerk im Reisepass’“, so beginnt der Eintrag im Duden-Herkunftswörterbuch. Schon im Mittelalter gab es „Geleitbriefe“, die privilegierte Reisende schützen sollten, während arme Reisende mit Willkürmaßnahmen zu rechnen hatten. In den absolutis-tisch regierten Staaten Europas wurde dann zur Kontrolle von Reisen der Reisepass eingeführt.

Die Bedingungen für die Vergabe von Sichtvermerken/Visa und für Reisefreiheit haben sich über die Jahrhunderte immer wieder geändert. Ob Kriegs- oder Friedenszeiten, Visa-Bestimmungen unterlagen und unterliegen einem permanenten Wandel. Nach einer juristischen Einführung nähern wir uns dem Thema vor allem durch Erfahrungsberichte von Menschen und Organisationen.

Auf der einen Seite gibt es positive Erfahrungen und Einschätzungen der deutschen Visapolitik als „hart, aber fair“. Auf der anderen Seite stehen aber auch Beiträge, die ein anderes Licht auf die Willkommenskultur gegenüber Fachkräften oder binationalen Familien werfen. Sie zeigen, wie man trotz Stelle als Integrationslotsin oder trotz eines Volontariats bei einer renommierten Tageszeitung plötzlich um seinen Aufenthalt bangen muss. Wie der 2007 eingeführte Sprachnachweis beim Familien-nachzug völlig unterschiedliche Voraussetzungen schafft für Menschen mit ein und demselben Anliegen – je nach Staatsbürgerschaft und lokalen Gegebenheiten. Wie sich die deutsche Visapolitik aus Sicht einer ukrainischen Nichtregierungsorganisation darstellt. Wie das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut die Situation syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge erlebt. Und wie man trotz eines gültigen Schengen-Visums und als eingeladener Referent für eine internationale Konferenz in Abschiebehaft landen kann.

Inhaltsverzeichnis:

Elisabet Poveda Guillén:
Visa für Deutschland - wer kann sie bekommen und wie?

Sidonie Fernau:
Ehegattennachzug und A1-Sprachtest: (K)ein Recht auf Familienleben und freie Partner/innenwahl für alle?

Mohamed Amjahid:
Fachkräftemangel und Ausländerbehörde: "Deutschland braucht Ingenieure - keine Journalisten"

Elisabeth Gregull im Gespräch mit Simran Sodhi:
„Das zeigt einfach, wie machtvoll Netzwerke sind“

Bente Scheller:
Bleiben oder Gehen? Kein Weg aus der Ausweglosigkeit in Syrien

Iryna Sushko:
“Strict or fair”? German visa policy in Ukraine

Harinjaka Andriankoto Ratozamanana:
Unexpected Journey into „Hotel Charles de Gaulle“

Sheena Magenya:
Getting a Schengen visa to Germany : How to support Kenyan travellers better

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