Perspectives Africa: Rights and Resources

Building Community Voice in the Mining Sector
Heinrich-Böll-Stiftung
Veröffentlichungsort
Berlin
Veröffentlichungsdatum
April 2016
Seitenzahl
44
Lizenz
cc-by-nc-nd-3
Sprache der Publikation
Englisch

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Von Bergbau betroffenen Menschen eine Stimme geben

Bergbau ist für die meisten afrikanischen Volkswirtschaften von entscheidender Bedeutung. Seit dem Jahr 2000 ging in Afrika ein Großteil der ausländischen Direktinvestitionen in den Bergbau. Viele Regierungen in Afrika glauben, Wachstum durch Bergbau biete eine der wenigen Gelegenheiten, ihre Länder zu entwickeln, und zu anderen Staaten aufzuschließen. In der Debatte darüber, ob großflächiger Bergbau ein "Segen" ist oder ein "Fluch", stehen sich die Lager unversöhnlich gegenüber. Aus der Perspektive der meist ländlichen Gemeinschaften, die vom Bergbau unmittelbar betroffen sind, scheint die Antwort jedoch eindeutig. Trotz der Arbeitsplätze, die Bergbau schaffen kann, trägt er insgesamt sehr wenig dazu bei, die Lebensumstände vor Ort zu verbessern. Für die betroffenen Gemeinschaften resultiert der Bergbau meist vielmehr in zahlreichen Beeinträchtigungen, darunter Umsiedlung, Umweltverschmutzung, Gesundheitsrisiken und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage. Zu einem echten Miteinander zwischen den beteiligten Parteien kommt es nur sehr selten.

Gruppen, die die Interessen der Betroffenen vertreten, werden nur selten als legitime Akteure anerkannt und als solche an den Verhandlungstisch geholt, und dort, wo es überhaupt zu einem Dialog kommt, wird der Gesprächsrahmen von Außenstehenden bestimmt.
Selbstverständlich ist es wichtig zu verstehen, dass Gemeinschaften nicht aus einem Guss sind. Bergarbeiter gehören ihnen ebenso an, wie Bauern oder Fischer. Wenn in einer Gegend ein neues Bergwerk abgeteuft wird, verändern sich auch die dort lebenden Gemeinschaften.

Entscheidend ist deshalb, dass alle Beteiligten an dem Unternehmen teilhaben, und die soziokulturellen Zusammenhänge ebenso berücksichtigt werden, wie das Machtgefüge innerhalb der betroffenen Gemeinschaft. Den Erfahrungen von Frauen sollte hierbei ein besonderes Augenmerk gelten, da die Machtverhältnisse in dörflichen Gemeinschaften in Afrika fast durchgehend patriarchalisch sind.

Wo es zu Versuchen kam, die wirtschaftliche Teilhabe betroffener Gemeinschaften zu steigern, beispielsweise durch Treuhandfonds für Gemeinschaftsanteile, gingen die Interessen der Normalbürgerinnen und -bürger oft unter, da die angestammten Eliten vor Ort ihre ureigenen Interessen verfolgten. Die Tatsache, dass in der Regel weder die Zentralregierung noch örtliche Behörden dazu in der Lage sind oder ein Interesse daran haben, die Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger zu vertreten, macht die Lage noch schwieriger. Zwar hat sich sowohl das politische wie auch das ordnungspolitische Umfeld verbessert, und Firmen versuchen vermehrt, die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen ihres Handelns abzufedern, aber die Kluft zwischen Verlautbarungen und Wirklichkeit ist tief.

Bürgerinnen und Bürger, die in Gemeinschaften leben, welche von Bergbau betroffen sind, sollten – wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch – erwarten können, dass sowohl der öffentliche wie auch der private Sektor ihre Rechte achtet und, so sie verletzt werden, Abhilfe schafft. Das klingt einfach, ist aber bedauerlicherweise bei Gemeinschaften, die von Bergbau betroffen sind, fast nirgendwo in Afrika der Fall. Mehr und mehr Gemeinschaften gehen deshalb dazu über, die eigene Handlungsfähigkeit zu stärken, und sich so selbst in die Lage zu versetzen, wirksam auf ortsfremde Kräfte wie Behörden und Bergbauunternehmen einzuwirken.

In dieser Ausgabe der Perspectives spürt die Heinrich-Böll-Stiftung Ansätzen und Mitteln nach, die von Gemeinschaften und Nichtregierungsorganisationen entwickelt wurden, um das Mitspracherecht von betroffenen Gemeinschaften vor Ort zu stärken und ihre Interessen und Rechte zu verteidigen.

Jochen Luckscheiter, Programmleiter
Layla Al-Zubaidi, Regionaldirektorin

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Inhaltsverzeichnis

 

Editorial

Balancing the Scales: Community Protocols and the Extractives Sector
Gino Cocchiaro and Jael Makagon

Interview
Double Challenge: Building the Voice of Women Affected by Mining
Samantha Hargreaves

Free, Prior and Informed Consent in Africa: Moving Beyond a Narrow Legal Principle
Wilmien Wicomb

Bringing Law to Life: Paralegal Interventions in Natural Resource Exploitation
Sonkita Conteh

Building Community Voice through Litigation? Lessons from the Silicosis Class Action Suit in South Africa
Tanya Charles and Dean Peacock

Building Community-Centred Stakeholder Engagement: A Conflict Resolution Approach
Brian Ganson

Interview
Speak Out! Transforming Communities
Olebogeng Motene

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