Europäische Energiepolitik

Europäische Energiepolitik

Innerhalb des Arbeitsprogramms der Heinrich-Böll-Stiftung von "Europa für Bürgerinnen und Bürger" bildet die Energiepolitik einen wichtigen Schwerpunkt. In diesem Jahr wird die Kohle im Zentrum des Interesses stehen: Denn ein Viertel der deutschen Treibhausgase stoßen alleine die 30 größten Kohlekraftwerke aus. Der Kohlehunger der Industriestaaten führt zu dramatischen Schäden an Umwelt und Menschen. Der "Kohle-Atlas" – eine Publikation, die die Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem BUND herausgegeben hat – beantwortete in eindrucksvollen Grafiken und in verständlicher Sprache die wichtigsten Fragen rund um die Ressource Kohle. Als Fortsetzung dieser Informationsreihe wird eine Podcast-Serie produziert.

Der Umbau des Strom- und Wärmesektors sowie der Umstieg auf erneuerbare Energien bilden einen weiteren Schwerpunkt in den Aktivitäten der Heinrich-Böll-Stiftung zu Energiepolitik. Denn immer mehr mündet die bisherige Wahrnehmung der deutschen Energiewende in eine breit angelegte Diskussion über eine europäische Energiewende. Ideen für eine Europäische Energieunion gibt es schon viele – wie diese genau aussehen kann, beleuchten Blogger/innen auf europäischer Ebene in zahlreichen Web-Artikeln sowie verschiedene Veranstaltungen der europäischen Stiftungsbüros.

 

Keine von den Dingen auf dieser Welt sind uns gleichgültig – Potenziale der parteienübergreifenden Zusammenarbeit im Umweltschutzbereich
Podiumsdiskussion
19. Juli 2016 – Weltjugendtag 2016 Krakau, Polen

Die päpstliche Enzyklika Laudato Si’ aus dem Jahr 2015 bestimmt ganz klar die Verantwortung eines jeden modernen Menschen für die Umwelt und die Natur. In ihrem Handeln hat die katholische Kirche immer Antworten auf globale Herausforderungen gesucht. So ist es auch heute selbstverständlich, dass sie sich für den Zustand der Umwelt und den Einfluss der Zivilisation auf das Klima und die Natur interessiert, umso mehr, da vor allem die ärmsten Menschen von den Folgen der heutigen Entwicklung betroffen sind. Sollte die Verpflichtung zur „Sorge um das gemeinsame Haus” mit der notwendigen dauerhaften Veränderung der Beziehung des Menschen zur Natur einhergehen, müsse sie unbedingt durch die Aufnahme eines breit angelegten, offenen und ehrlichen Dialogs wahrgenommen werden, meint der Papst. Er spricht auch die Verantwortung der internationalen Politik an und betont die Wichtigkeit der Handlungen der lokalen sozialen Akteure sowie des individuellen Verhaltens eines jeden von uns.

Maßnahmen zum Umweltschutz, darunter auch Klimaschutz, werden seit Jahren von unterschiedlichen sozialen Gruppen – von der Wissenschaft, von der Politik und von der Zivilgesellschaft – auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene getroffen. Eine Basis für die Schaffung von breit angelegten Verständigungs- und Dialogplattformen rund um konkrete Herausforderungen und deren Lösungen bilden vor allem die Maßnahmen, die am nächsten bei den Menschen auf lokaler Ebene ergriffen werden. Hier werden auch Bündnisse von den engagierten Einwohnern und Einwohnerinnen eingegangen, die am besten um die Probleme wissen, von denen sie selbst betroffen sind, und häufig im Rahmen von Bewegungen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen agieren und mit der Kommunalverwaltung zusammenarbeiten. Sie sensibilisieren und ergreifen Bildungsinitiativen, engagieren sich aber auch für saubere Luft und nachhaltigen Transport. Oft wirkt die lokale Wirtschaft und Wissenschaft mit, indem sie bei der Ausarbeitung komplexer Lösungen für komplizierte Herausforderungen unterstützen.

Wie kann also der Dialog über die umweltbezogenen Herausforderungen, der zwischen unterschiedlichen sozialen Gruppen geführt wird, durch die Teilnahme der Kirche bereichert werden? Und wie kann die Kirche davon profitieren, wenn sie dieses Thema im Alltag aufgreift? Können angesichts der globalen umweltbezogenen Herausforderungen breit angelegte und dennoch erfolgreiche und dauerhafte Verständigungsplattformen für unterschiedliche soziale Gruppen – wie Kirche, Politik, Medien und Gesellschaft – geschaffen werden? Wie können Maßnahmen auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene integriert werden? Und wie kann man auch durch individuelles Verhalten Erfolge erzielen? Wie können wir gemeinsam die Menschen für die Umweltfragen sensibilisieren sowie Lösungen in diesem Bereich ausarbeiten und umsetzen?

Die Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit der Stiftung Grüne Zone, Gazeta Wyborcza in Krakau und dem Portal christlicher Umweltschützer.

 

15. Sommerakademie "Sozialwirtschaft und nachhaltige ländliche Entwicklung"

Europäisches Seminar
16.-23. Juli 2016 – Mouzaki/Karditsa, Griechenland

Bildnachweise

Die Sommerakademie steht für ein Veranstaltungskonzept, das in der Entwicklung der Sozialwirtschaft bereits seit vielen Jahren beste Ergebnisse erzielt hat. In Griechenland fördert die Sommerakademie alternative Wirtschaftsmodelle, soziale Inklusion und Kohäsion, sie fördert demokratische Strukturen und Innovationen, stärkt lokale Produktion und lokalen Konsum und orientiert sich stark an umweltgerechten Entwicklungen. Darüber hinaus werden dabei Bürgerinnen und Bürger direkt in demokratische Geschäftsmodelle involviert, wie etwa in Sozialunternehmen. Insbesondere diese erzielen positive soziale Effekte auf ihre Umgebung und fördern die pluralistischen Demokratie.

In diesem Jahr konzentriert sich die Sommerakademie auf die Frage, wie sozial ausgerichtete Unternehmen und Genossenschaftem die ländliche Entwicklung befördern und soziale Geschäftsmodelle unterstützt werden können. Erfolgsbeispiele dienen hierbei als Dreh- und Angelpunkt für die Herausbildung von "Ökosystemen aus sozialen Unternehmen", die durch Netzwerkarbeit, gegenseitige Unterstützung und den Zugang zu Kapital aufgebaut werden können. Die Sommerakademie will mithelfen, solche Ökosysteme aufzubauen, indem sie wirtschaftliche und ökologische Zusammenhänge sichtbar macht und relevante Akteurinnen und Akteure zusammenführt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus ganz Europa und arbeiten im Bereich ländliche Entwicklung: Sie sind Manager/innen oder Angestellte in Sozialunternehmen und Genossenschaften in ländlichen Regionen, Vertreter/innen in Entwicklungsagenturen, Angestellte in lokalen und regionalen Behörden, politische Entscheidungsträger/innen, Forscher/innen und Akademiker/innen. Auf der Basis von 14 bereits durchgeführten Sommerakademien an verschiedenen Orten in Europa und mit verschiedenen Leitthemen bietet diese Ausgabe der Sommerakademie Möglichkeiten zum inter-europäischen Netzwerken. Geplante Aktivitäten sind auch Lesungen, Diskussionen, Gruppenworkshops, Studienreisen sowie die Erstellung von Abschlussberichten.

Die Projektpartner sind die Euracademy Association und die Entwicklungsagentur aus Karditsa.

Die Kreta-Akademie endete mit Präsentationen der Teilnehmenden im Plenum:

  • Give a shit – Ein Projekt über unnachhaltige Toiletten in den Indsutrieländern und der Energienutzung aus dem Betrieb von Toiletten. Das Projekte lancierte die #WeDoGiveAShit-Kampagne als einen Teil des World Toilet Day am 19, November 2015, die Projektkoordination war in Lissabon.
  • Energy transition schools – The project deals with the energy efficiency in schools: energy upgrade efficiency in school buildings and energy and environmental educational seminars for students and teachers. Location of project coordinator: Athens
  • Solar van – A mobile energy efficient van with installed photovoltaic that travels between different points of innovation and links them, informs the local community on the benefits of energy saving and renewable energy sources. Location of project coordinator: Crete
  • Katsigaros – Collection of oil waste from the oil production factories to convert them into biomass production and electricity generation. Location of project coordinator: Crete
  • Compost bench – The school community, pupils and their families compost their organic household waste: they will produce healthy garden soil and students will learn about gardening and their responsibility for their school environment. Location of project coordination: Patras

The academies were important for the development of SEYN focal groups in different countries. SEYN participants are now exchanging information regarding the development of their project ideas in Solta, Zagreb, Crete, Athens, Lisbon, Rotterdam and other areas. 

Das Feedback der Teilnehmenden war duchrweg positiv: “Ich habe gelernt, wie man den Energieverbrauch eines Ortes regelt und mithilfe von klaren und einfachen Präsentationen darstellt."

“Inspirierende Wege im Teamwork."

“Tolle Diskussionen über revolutionäre Ideen für eine nachaltige Wirtschaft mit Projekten im Kleinen".

“Die Tipps und Ratschläge der Expert/innen halfen sehr dabei, Ideen zu entwicklen."

“Die SEYN Kreta Akademie ist richtig toll!"           

 


Vorschau: Besucherreise zu Energiegenossenschaften in Deutschland
Prag, Tschechien
Oktober, 2016

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