böll.brief - Grüne Ordnungspolitik #1: Wärmewende 2017

böll.brief - Grüne Ordnungspolitik #1: Wärmewende 2017

Impulse für eine klimafreundliche Wärmeversorgung
Wärmewende 2017 Impulse für eine klimafreundliche Wärmeversorgung
04. Okt. 2016 von Dr. Martin Pehnt und Michael Nast
Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
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Veröffentlichungsort: Berlin
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2016
Seitenanzahl: 18
Reihe: böll.brief

 

Das böll.brief – Grüne Ordnungpolitik bietet Analysen, Hintergründe und programmatische Impulse für eine sozial-ökologische Transformation. Der Schwerpunkt liegt auf den Politikfeldern Energie, Klimaschutz, Stadtentwicklung sowie arbeits- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen mit ökologischem Umbau der Industriegesellschaft.

Eine Energiewende, die ihren Namen verdient, erfordert einen Umbau der Wärmeversorgung und eine deutliche Verringerung des Wärmebedarfs, denn zurzeit werden 56 % der Endenergie in Deutschland als Wärme verbraucht. Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil erneuerbarer Energien im Wärmemarkt auf 14 % zu steigern, dürfte zwar erreicht werden. Langfristig ist aber ein deutlich stärkerer Zubau an EE-Wärme erforderlich als derzeit zu beobachten – niedrige Ölpreise und eine Folge wärmerer Winter schaffen derzeit keine ausreichende Dynamik, auf Erneuerbare umzusteigen. Der Wärmebedarf von Gebäuden wird außerdem bis 2020 voraussichtlich nicht um 20 % sinken, wie es notwendig wäre. Das vorliegende böll.brief schlägt ein Politikpaket vor, mit dem die Wärmewende spätestens ab 2017 vorangebracht werden soll. Dessen Kernelemente sind 1. Klimafreundliche Steuerreform: Aufgrund von niedrigen Brennstoffsteuern liegen in Deutschland die Kosten des Klimawandels in besonders hohem Maße bei der Allgemeinheit und nicht bei den Verursachern. Wie in anderen europäischen Ländern sollte das etablierte Energiesteuersystem um eine CO2-Komponente erweitert werden. Je höher die CO2-Emissionen der Energieträger, desto höher sollte die Steuer sein. 2. Weiterentwicklung der ordnungspolitischen Ansätze: Bei der Zusammenführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Gesetzes zur Förderung erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG), die zurzeit im Gesetzgebungsverfahren ist, müssen die Klimagasemissionen von Heizöl, Kohle und fossiler Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bei der Bewertung von Gebäuden stärker berücksichtigt werden. Ein stetig steigender Anteil von Wärme aus erneuerbaren Energien sollte in der EnEV verankert werden. Ferner sollten die Instrumente «individueller Sanierungsfahrplan» und «kommunale Wärmeplanung» gestärkt sowie die Verknüpfung von Strom- und Wärmewende – die sogenannte Sektorkopplung – weiterentwickelt werden.

Das böll.brief der Abteilung Politische Bildung Inland der Heinrich-Böll-Stiftung erscheint als E-Paper neun mal im Jahr im Wechsel zu den Themen "Teilhabegesellschaft", "Grüne Ordnungspolitik" und "Demokratiereform". Hier können Sie die böll.briefs per E-Mail abonnieren.

Inhaltsverzeichnis:

  • Zusammenfassung
  • Wo steht die Wärmewende? 4 1.1  Wärmedämmung und Sanierungsraten
  • Anlagentechnik und erneuerbare Energien
  • Politische Instrumente für die Wärmewende 2017 7 2.1  Ansatz 1: Klimafreundliche Steuerreform 
  • Ansatz 2: Weiterentwicklung der ordnungspolitischen  Ansätze
  • Ansatz 3: Der individuelle Sanierungsfahrplan – von  «Energie sparen müssen» zum «das Haus entwickeln wollen» 
  • Ansatz 4: Wärmenetze und Quartiersversorgung stärken
  • Ansatz 5: Sektorkopplung weiterentwickeln
  • Zu den Autoren
  • Empfehlungen
  • Impressum

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