Wachstum in der Klimawissenschaft: Ein blinder Fleck

Wachstum in der Klimawissenschaft: Ein blinder Fleck

Wachstum in der Klimawissenschaft: Ein blinder Fleck
27. Sep. 2018 von Kai Kuhnhenn
Heinrich-Böll-Stiftung
pdf
Veröffentlichungsort: Berlin
Veröffentlichungsdatum: September 2018
Seitenanzahl: 27
Lizenz: CC-BY-NC-ND 4.0
Sprache der Publikation: Deutsch

Die globalen Klimaschutzszenarien sind wichtige Instrumente, um mögliche Wege zu einer klimafreundlichen Welt zu entwickeln; sie bilden eine Grundlage für politische und gesellschaftliche Aushandlungen zu Maßnahmen, die für den Klimaschutz eingeleitet werden sollen.

Leider folgen die derzeitigen Klimaschutzszenarien alle einem wirtschaftlichen Wachstumspfad, da die zugrundeliegenden sozioökonomischen Annahmen alle von weiterem Wirtschaftswachstum ausgehen und die Modellierungen mit Modellen erfolgen, in denen Maßnahmen, die zu einem Weniger an Produktion und Konsum führen, entweder nicht abgebildet werden können oder aufgrund eines begrenzten Wohlfahrtsbegriffs nicht zum Einsatz kommen.

Hierdurch wird ein grundlegender Wandel hin zu einer Gesellschaft ohne Wirtschaftswachstum ausgeblendet. Politische Maßnahmen jenseits der Wachstumslogik finden damit keinen Eingang in die klimapolitische und gesellschaftliche Debatte. Stattdessen suggerieren die Szenarien, dass eine temporäre Überschreitung der Erwärmungsgrenzen von 1,5°C oder 2°C hingenommen werden müssen und dann später riskante Maßnahmen ergriffen werden können, um der Atmosphäre Emissionen zu entziehen.

Diese Kurzstudie stellt dar, dass weder die Nutzung «negativer Emissions-Technologien» so alternativlos ist, wie in Szenarien dargestellt, noch ein «Overshoot» notwendig ist. Beides sind Ergebnisse von Modellierungsprozessen und Modellen, die nur einen Ausschnitt möglicher Entwicklungen darstellen. Der Fokus der vorliegenden Kurzstudie liegt dabei auf dem Faktor Wirtschaftswachstum sowie klimapolitischen Maßnahmen, die ein Weniger an Produktion und Konsum vorsehen.

 

Inhaltsverzeichnis:

1 Prämissen

2 Einleitung

3 Wirtschaftswachstum als Basis der Modellrechnungen

3.1 Entwicklungspfade und sozioökonomische Treiber

3.2 Wirtschaftswachstum als Standard-Entwicklungspfad - Gründe und Entgegnungen

3.3 Fazit 1 – Für eine Erkundung von Entwickl ungspfaden jenseits des Status Quo

4 Wachstum und Modelle – unzertrennlich?

4.1 Funktionsweise der Modelle

4.2 Warum die Modelle kein «Weniger» kennen

4.3 Fazit 2 – Für eine Weiterentwicklung der Modelle

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