Presseeinladung

Fachkonferenz: Bosnien-Forum 2022 - aktualisiertes Programm

Hybrid-Konferenz, Filmvorführung und Ausstellung

Mittwoch, 06.04.2022

13:00 - 19:30 Uhr Fachkonferenz, Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
vor Ort Teilnahme nur nach Anmeldung: presse@boell.de (nur Presse, 3-G-Regel+FFP2-Maske)
digitale Teilnahme nach Anmeldung (nur Presse)

13:30 Uhr Eröffnung der Ausstellung "Wake-up Europe!" durch Nicolas Moll, Kurator und Historiker

14:00 Uhr Begrüßung und Eröffung der Konferenz
Dr. Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, Manuel Sarrazin, Präsident der Südosteuropa-Gesellschaft, Sonderbeauftragter der deutschen Bundesregierung für den Westbalkan

14:20 - 16:00 Uhr Panel 1
Bosnien und Herzegowina heute - ein Wendepunkt?

16:30 Uhr Grußwort
Dr. Anna Lührmann, Staatsministerin für Europa und Klima im Auswärtigen Amt
16:40 - 18:00 Uhr
Panel 2
Hört die die deutsche (europäische) Bosnienpolitik den Weckruf?

19:30 - 21:30 Uhr Filmvorstellung & Gespräch ‚Was haben wir gelacht‘
Eintritt frei nach Anmeldung

19:15 Uhr Filmvorstellung & Gespräch ‚Was haben wir gelacht‘
Eintritt frei nach Anmeldung

Ausstellung "Wake-up Europe!"
"Wake-up Europe! Mobilisierung von Unterstützung und Solidarität für Bosnien und Herzegowina und seine Bürger während des Krieges 1992-1995"
Eintritt frei
Ausstellung vom 06.04. - 30.04.2022 in den Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin, Mo-Fr täglich von 09:00-18:00 Uhr, FFP2-Maskenpflicht

Am 6. April 2022 jährt sich zum 30. Mal der Ausbruch des Bosnienkrieges. Der grausame Angriffskrieg auf das multiethnische Bosnien und Herzegowina, in dessen Verlauf unzählige Kriegsverbrechen bis hin zum Völkermord von Srebrenica begangen wurden, hat tiefe und bleibende Spuren in der Geschichte Europas hinterlassen. 30 Jahre später ist die Realität in Bosnien und Herzegowina noch weit von Idealvorstellungen einer zivilen und rechtsstaatlich verfassten Gesellschaft entfernt, die Bürger*innen, unabhängig von ethnischer, religiöser oder sonstiger Zuordnung und Zuschreibung, gleiche Bürger- und Beteiligungsrechte garantiert. Die Politik Bosnien und Herzegowinas wird heute von denselben Interessen und Ideologien dominiert, die vor drei Jahrzehnten zum Krieg führten: ethnonationalistische Eliten, die ihre eigene Machtsicherung mit einer Politik der Angst und der kollektiven Schuldzuweisung gegenüber der jeweils „anderen“ ethnischen Gruppe vorantreiben.

Bis heute wird die Region immer wieder ignoriert, wenn ohne Erwähnung der Balkan-Kriege die Rede davon ist, dass Europa seit dem zweiten Weltkrieg in Frieden gelebt habe. Ebenso notorisch ist das Ausblenden der Gefahren, die ein weiter destabilisiertes Bosnien und Herzegowina bedeuten. So arbeitet vor allem Milorad Dodik, Vorsitzender der größten bosnisch-serbischen Partei, mit Rückendeckung durch Serbien und Russland seit Jahren an einer weiteren Aufspaltung des Staates Bosnien und Herzegowina.

Angesichts des aktuellen Angriffskrieges auf die Ukraine stellt sich nun darüber hinaus die Frage nach den Auswirkungen für Bosnien und Herzegowina. Die Einschätzungen gehen auseinander: Hat die von der Bundesregierung ausgerufene "Zeitenwende" auch das Potenzial, ein positiver Wendepunkt für Bosnien und Herzegowina zu sein? Oder überwiegen Prognosen wie die der früheren Hohen Repräsentanten Christian Schwarz-Schilling und Valentin Inzko, die vor einer Ausweitung des Krieges auf den Westbalkan warnen? 

Vor diesem Hintergrund möchte die Heinrich-Böll-Stiftung gemeinsam mit der Südosteuropa-Gesellschaft am Jahrestag des Kriegsbeginns durch ein „Bosnien-Forum“ die Aufmerksamkeit auf den möglichen Wendepunkt in Bosnien lenken. Dabei sollen vor allem diejenigen Teile der Gesellschaft gehört werden, die an einer Überwindung ethnonationalistischer Deutungsmuster arbeiten. Wir laden daher bosnische Gäste aus Zivilgesellschaft und Politik nach Berlin ein, um anhand ihrer Einschätzungen zu diskutieren, wo sie Zukunftschancen, Sicherheitsrisiken und aktuelle Prioritäten für die Region sehen. Im Rahmen des Forums haben sie die Gelegenheit, mit Vertreter*innen aus Regierung, Parlament, Medien und Wissenschaft in Deutschland ins Gespräch zu kommen und ihre bosnische Perspektive in den Austausch mit der deutschen und europäischen Bosnien-Politik einzubringen.

 

Pressekontakt
Heinrich-Böll-Stiftung
Michael Alvarez Kalverkamp
Pressesprecher
E
alvarez@boell.de
T +49 (0)30 285 34-202