Pressemitteilung

Lea Ypi erhält den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken 2026


Porträt einer blonden Frau, die mit leicht geneigtem Kopf in die Kamera blickt. Im Hintergrund sind unscharf Menschen zu sehen.

Eine herausragende politische Philosophin und Schriftstellerin unserer Zeit

Der Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken 2026 geht an Lea Ypi. Die international renommierte politische Philosophin, Politikwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Journalistin wird den Preis am 10. Dezember 2026 im Bremer Rathaus entgegennehmen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Hannah-Arendt-Verein für politisches Denken e. V. vergeben. Die Freie Hansestadt Bremen sowie die Heinrich-Böll-Stiftungen im Bund und in Bremen stiften das Preisgeld.

Die internationale Jury würdigt Lea Ypi als eine herausragende politische Denkerin der Gegenwart. Ihr philosophisches, politisches und literarisches Werk setzt sich mit grundlegenden Fragen auseinander, die im Zentrum demokratischen Denkens stehen: Freiheit, Wahrheit, Gerechtigkeit, Menschenwürde und die Bedingungen politischen Handelns. Besonders hervorgehoben wird ihre Fähigkeit, „politische Erfahrungen unter einem totalitären System mit philosophischer Reflexion und historischer Analyse zu verbinden. Aus diesem Zusammenspiel entwickelt sie eine eigenständige Form öffentlichen politischen Denkens, in der Erfahrung, Erinnerung und kritische Urteilskraft miteinander verbunden werden.“

Ihr Verständnis politischer Freiheit, das die Freiheit des Einzelnen untrennbar mit der Freiheit anderer Menschen verbindet, leistet einen bedeutenden Beitrag zur gegenwärtigen Demokratietheorie. Angesichts neuer autoritärer Herausforderungen gewinnt ihr Werk besondere Aktualität und Bedeutung.

Lea Ypi – biografische Information

Lea Ypi (*1979 in Tirana, Albanien) ist Politikwissenschaftlerin, Philosophin, Schriftstellerin und Journalistin. Sie ist Ralph Miliband Professor of Politics and Philosophy an der London School of Economics. Ihre Arbeiten befassen sich mit den Grundlagen der politischen Philosophie und politischen Theorie, insbesondere mit Freiheit, Demokratie, Recht, Kant und Fragen des Kolonialismus. Weitere Forschungsschwerpunkte sind globale Gerechtigkeit, Migration, territoriale Rechte und Formen politischen Handelns.

Lea Ypi veröffentlicht regelmäßig Essays und Kommentare in internationalen Publikationen, darunter The Guardian, New Statesman und The Independent. Internationale Bekanntheit erlangte sie mit ihrem autobiografischen Buch „Free: Coming of Age at the End of History“ (2021), das auf Deutsch unter dem Titel „Frei. Erwachsenwerden am Ende der Geschichte“ (2022) erschienen ist. Ihr jüngstes Buch „Indignity“ (2025), erschien auf Deutsch unter dem Titel „Aufrecht“.

Mitglieder der internationalen Jury

  • Filipp Dzyadko, russischer Autor, Unterstützer von Memorial (Berlin, Exil)
  • Alexander Estis, Schriftsteller, Übersetzer und Journalist (Schweiz)
  • Waltraud Meints-Stender, Professorin für Politik und Bildung, Hochschule Niederrhein (Krefeld/Hannover)
  • Thomas Meyer, Professor für Philosophie, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
  • Ronya Othmann, Schriftstellerin und Journalistin (Leipzig)
  • Cristina Sánchez, Professorin für Recht, Universidad Autónoma de Madrid (Spanien)
  • Facundo Vega, Philosoph, Universidad Adolfo Ibáñez, Santiago (Chile), ICI Berlin

Hannah-Arendt-Verein für politisches Denken e. V.

Für Nachfragen steht die Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Waltraud Meints-Stender, gerne zur Verfügung: Waltraud.Meints-Stender@hs-niederrhein.de

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