Berg-Karabach: Ein schwelender Konflikt

Ein vergessener Konflikt: Vor 21 Jahren endete der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach. Doch Frieden herrscht nicht. Bis heute sind Tausende von Soldaten und Scharfschützen entlang der Waffenstillstandslinie in der südkaukasischen Region Berg-Karabach stationiert. Seit Ende des Krieges 1994 kommt es dort noch immer zu einer hohen Anzahl von Todesfällen. Zwar verhandelt die sogenannte Minsk-Gruppe der OSZE seit Jahren zwischen den Konfliktparteien, um einen stabilen Frieden zu erzielen. Jedoch ist keine der Parteien zu Kompromissen bereit: Während die armenische Seite sich weigert, die aserbaidschanischen Provinzen, die sie als Sicherheitspuffer bezeichnet, zurückzugeben, droht die aserbaidschanische immer wieder damit, Berg-Karabach und die umliegenden Gebiete militärisch zurück zu erobern.

Im Frühsommer 2015 reiste eine Gruppe Studierender der Freien Universität Berlin nach Armenien, Georgien, Aserbaidschan und Berg-Karabach. Vor Ort und in Deutschland führten sie Interviews mit Politikwissenschaftler/innen, Flüchtlingen, Politiker/innen, Jugendlichen und zivilgesellschaftlichen Akteur/innen.

Hintergrund

Schon vor dem Zerfall der Sowjetunion begann es im Kaukasus zu brodeln: 1988 demonstrierten Armenier in Yerevan und Berg-Karabach für dessen Angliederung an die armenische Sowjetrepublik. Berg-Karabach war bereits damals überwiegend von Armeniern bewohnt, gehörte als Autonomes Gebiet jedoch zur Sowjetrepublik Aserbaidschan. Im Verlauf der Demonstrationen kam es zu schweren interethnischen Spannungen. Diplomatische Initiativen, den Konflikt zu lösen, scheiterten im Anschluss.

Seine endgültige Eskalation erfuhr der Konflikt 1991. Nachdem sich Armenien und Aserbaidschan von der Sowjetunion gelöst hatten, erklärte Berg-Karabach seinerseits die Unabhängigkeit von Aserbaidschan. Daraufhin entbrannte der Krieg: Im Zuge verschiedener Gefechte brachten armenische Kräfte Berg-Karabach und auch sieben umliegende aserbaidschanische Provinzen ganz oder teilweise unter ihre Kontrolle. Erst 1994 konnte ein Waffenstillstand den Krieg beenden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kampfhandlungen bereits 30.000 Menschen das Leben gekostet und über eine Million zur Flucht gezwungen.

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