Mehr zum Konflikthintergrund

Frühere Beiträge

Ein vergessener Krieg: Im Frühsommer 2015 reiste eine Gruppe Studierender der Freien Universität Berlin nach Armenien, Georgien, Aserbaidschan und Berg-Karabach. Vor Ort und in Deutschland führten sie Interviews mit Politikwissenschaftler/innen, Flüchtlingen, Politiker/innen, Jugendlichen und zivilgesellschaftlichen Akteur/innen.

Hintergrund

Schon vor dem Zerfall der Sowjetunion begann es im Kaukasus zu brodeln: 1988 demonstrierten Armenier in Yerevan und Bergkarabach für dessen Angliederung an die armenische Sowjetrepublik. Bergkarabach war bereits damals überwiegend von Armeniern bewohnt, gehörte als Autonomes Gebiet jedoch zur Sowjetrepublik Aserbaidschan. Im Verlauf der Demonstrationen kam es zu schweren interethnischen Spannungen. Diplomatische Initiativen, den Konflikt zu lösen, scheiterten im Anschluss.

Seine endgültige Eskalation erfuhr der Konflikt 1991. Nachdem sich Armenien und Aserbaidschan von der Sowjetunion gelöst hatten, erklärte Bergkarabach seinerseits die Unabhängigkeit von Aserbaidschan. Daraufhin entbrannte der Krieg: Im Zuge verschiedener Gefechte brachten armenische Kräfte Bergkarabach und auch sieben umliegende aserbaidschanische Provinzen ganz oder teilweise unter ihre Kontrolle. Erst 1994 konnte ein Waffenstillstand den Krieg beenden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kampfhandlungen bereits 30.000 Menschen das Leben gekostet und über eine Million zur Flucht gezwungen.

Cover: Beyond the Karabakh Conflict

Jenseits des Bergkarabach-Konflikts

Das Buch dokumentiert ein Beispiel friedlicher Verständigung zwischen dem aserbaidschanischen Dorf Kyzyl-Shafag in Nordarmenien, und dem armenischen Dorf Kerkenj, in Zentralaserbaidschan. Deren Bewohner*innen in den 1980er Jahren ihre Dörfer, auf eigene Initiative, tauschten.