Europäische Energiepolitik für Bürgerinnen und Bürger

Innerhalb des Arbeitsprogramms der Heinrich-Böll-Stiftung von "Europa für Bürgerinnen und Bürger" bildet die Energiepolitik einen wichtigen Schwerpunkt. In diesem Jahr wird die Kohle im Zentrum des Interesses stehen: Denn ein Viertel der deutschen Treibhausgase stoßen alleine die 30 größten Kohlekraftwerke aus. Der Kohlehunger der Industriestaaten führt zu dramatischen Schäden an Umwelt und Menschen. Der "Kohle-Atlas" – eine Publikation, die die Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem BUND herausgibt – beantwortet in eindrucksvollen Grafiken und in verständlicher Sprache die wichtigsten Fragen rund um die Kohle. Er beleuchtet nicht nur die ökologischen Schäden, die der Kohlebergbau verursacht. Er zeigt auch die gefährlichen Geschäfte der Kohleindustrie, ihre weltweite Vernetzung und ihre Verstrickung mit den Regierungen. Gefährlich sind diese Geschäfte natürlich für tausende von Bergleuten, die in Minen arbeiten, wo Arbeitsschutz und Sozialstandards keine Rolle spielen (aus denen deutsche Versorger aber dennoch einen Großteil ihrer Steinkohleimporte beziehen). Gefährlich sind sie zudem, weil sich angesichts der klimapolitischen Notwendigkeiten eine neue Investionsblase abzeichnet, in der Milliarden von Euro drohen, versenkt zu werden. Der Kohle-Atlas zeigt: Ein schrittweiser Ausstieg aus der Kohleverstromung ist technisch möglich und nötig. Neben dem Kohle-Atlas, der als Download oder Heft zum bestellen bereitsteht, wurde auch ein Dossier mit allen Texten und Infografiken veröffentlicht. Im Herbst folgt eine Studie zum Kohleausstieg.

Der Umbau des Strom- und Wärmesektors sowie der Umstieg auf erneuerbare Energien bilden einen weiteren Schwerpunkt in den Aktivitäten der Heinrich-Böll-Stiftung zu Energiepolitik. Denn immer mehr mündet die bisherige Wahrnehmung der deutschen Energiewende in eine breit angelegte Diskussion über eine europäische Energiewende. Ideen für eine Europäische Energieunion gibt es schon viele – wie diese genau aussehen kann, beleuchten Blogger/innen auf europäischer Ebene in zahlreichen Web-Artikeln sowie verschiedene Veranstaltungen der europäischen Stiftungsbüros.

Veranstaltungen

SEYN ACADEMY 2.0
Chania, Kreta, Griechenland
27. September – 3. Oktober 2015

Ziel der SEYN Akademie ist es, aktiv an einem Zeitalter ohne fossile Brennstoffe mitzuarbeiten und einen positiven Wandel herbeizuführen. Im Mittelpunkt stehen Jugendliche, die mit ihrer Teilnahme an europäischen und globalen Entscheidungsprozessen partizipieren sollen. Die SEYN Akademie auf Kreta folgt hierbei dem Konzept der SEYN Solta Akademie, die europäische Ansätze für verschiedene, lokale Initiativen zusammenbringen will. Mit einem einzigartigen Lehrplan, der in Zusammenarbeit mit Expert/innen aus dem grünen bzw. nachhaltigen Energiesektor zusammengestellt wurde, will die SEYN Akademie den Teilnehmer/innen eine qualitativ hochwertige Weiterbildung im Themenfeld Erneuerbare Energien ermöglichen und ihnen somit ermöglichen, den Übergang in eine saubere Energiezukunft mitzugestalten. Ein weiteres Ziel der Akademie ist, mit den Jugendlichen aus unterschiedlichen europäischen Ländern ein Netzwerk zu schaffen, in dem sie sich gemeinsam engagieren, unterstützen und austauschen können. Danach werden die Teilnehmer/innen in der Lage sein, Gleichgesinnte zu mobilisieren und lokale Kooperativen aufzubauen. Sie werden dadurch aktive SEYN Mitglieder und Promoter, die mit ihren innovativen Aktionen die Senkung von Treibhausgasen unterstützen sowie weitere Investitionen in fossile Industrien verhindern.

Blogs

Energy@Transition
ganzjährig – Brüssel, Belgien

Deutschland hat mit seinem Ziel auf erneuerbare Energien umzusteigen und den Ausstieg aus Kohle- und Atomkraft vorzunehmen weltweit die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Doch vieles, was über die deutsche Energiewende berichtet wird, führt zu falschen Rückschlüssen: insbesondere wenn es um Themen wie die Kohleverstromung, Energiepreise, Wettbewerbsfähigkeit und Emmissionen geht. Die Webseite "Energy@Transition" hat es sich zum Ziel gemacht, die Energiewende zu erklären, zu beschreiben wie sie funktioniert und welche Herausforderungen zu meistern sind. Die Fakten werden für ein internationales Publikum aufbereitet. Alle Texte und Infografiken dürfen unter den Bedingungen einer Creative-Commons Lizenz (CC-BY-SA) vervielfältigt, verändert und verbreitet werden. Sie eignen sich damit nicht nur für die Nutzung im Unterricht, für Präsentationen und als Infomaterial für internationalen Aktivist/innen, sondern auch für die Nutzung in Wikipedia, Blogs und Publikationen. Das Blog wurde bereits 2013 gestartet und wird aufgrund seines Erfolgs 2015 weitergeführt.

Publikationen und Dossiers

Kohleatlas: Daten und Fakten über einen globalen Brennstoff

Atlas
Deutschland ist Weltmeister! Bei der Förderung von Braunkohle. Ein Viertel der deutschen Treibhausgase stoßen die 30 größten Kohlekraftwerke aus. Die Folge sind dramatische Schäden am Klima, an der Umwelt und am Menschen. Der Kohleatlas zeigt: Ein schrittweiser Ausstieg aus der Kohleverstromung ist technisch möglich und nötig.

Kampagne "Naš prostor"

Die Initiative „Naš prostor“: Nutze Deine Chance – Gestalte deinen Lebensraum mit!
Webseite, Workshops, Kampagne, Lobbyarbeit
Februar bis November 2015 – Banja Luka, Bosnien Herzegowina

Die Initiative „Naš prostor“ entstand als Reaktion auf den derzeit sehr unbefriedigenden Zustand und Umgang mit öffentlichen Flächen in Banja Luka. Besonders alarmierend war in den vergangenen Jahren der Trend in der Stadtplanung, Grünflächen im Stadtgebiet für Bauvorhaben zu opfern und immer mehr öffentliche Flächen für Bauzwecke zu nutzen, sodass sie für die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr nutzbar sind bzw. nur gegen Bezahlung zugänglich werden. Geht es so weiter, wird es zu einer beträchtlichen Verringerung oder vollkommenen Verschwinden funktionaler öffentlicher Flächen kommen. HInzu kommt, dass bestehende Frünflächen immer mehr verkommen und nicht Instand gehalten werden. Dies führt zu einem Sinken des Wohn- und Lebensstandards (Recht auf lebenswerten Wohnraum, Erholungsgebiete, Flächen für sportliche Betätigungen und Urlaub) sowie der Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger für qualitative, gesellschaftliche Betätigungen im städtischen Raum.
Die Webseite „Naš prostor“ mit einer interaktiven Karte bereitet auf sehr eingängliche und illustrative Weise die wichtigsten Informationen zu Grünflächen und ihrer Nutzung in Banja Luka auf. Sie informiert die Bürgerinnen und Bürger über zukünftige Bauprojekte und erklärt, wie sie bei der planerischen Entwicklung ihrer Stadt sowie dem Erhalt von Grünflächen aktiv mitwirken können.

Europapolitik

Das Vertrauen in das europäische Projekt schwindet, für viele sind die Vorteile einer vertieften Europäischen Union nicht erkennbar. Dabei liegen sie auf der Hand, zum Beispiel hinsichtlich einer gemeinsamen Energie- oder Außen- und Sicherheitspolitik. Wir wollen mit unseren Veranstaltungen und Studien die Debatte über die Zukunft der EU befördern, wollen die Bürgerinnen und Bürger informieren und für eine Teilnahme an der Gestaltung der Europäischen Union gewinnen. Auf dieser Themenseite zeigen wir einen bunten und vielfältigen Kontinent mit all seinen Errungenschaften und Widersprüchen – und der allen Krisen zum Trotz gerade jenseits seiner Grenzen nach wie vor vielen als Sehnsuchtsort gilt. Kurz: Ein Europa, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Dossier: Gleichstellungsprojekt Europa?

Zum Dossier

Die Europawahlen werden zeigen, ob das „Gleichstellungsprojekt Europa“ fortgesetzt und verbessert werden kann oder ob die meist konservativen oder rechtspopulistisch bis rechtsextremen Kräfte, die sich gegen eine emanzipative Gleichstellungspolitik wenden, die Überhand gewinnen.

Green European Journal

Das englischsprachige Green European Journal ist das Magazin der Green European Foundation (GEF).
Die im Mai 2014 erschienene achte Ausgabe mit dem Titel "The Green European Fights" (PDF) beleuchtet den Zustand der EU rund um die Wahlen zum Europäischen Parlament.
Eine zentrale Schlussfolgerungen lautet: Die Zeiten der "weichen Politik" sind vorbei, die Ära der "harten Politik" hat begonnen.