40 Jahre Tschernobyl – Geschichte und Gegenwart
Was bedeutet Tschernobyl für die Geschichte der Grünen und der Anti-Atomkraft-Bewegung – damals und heute?
Zitat der Folge
„Die Grünen haben immer zu denen gehört, die eindringlich und verzweifelt vor den unermesslichen Gefahren der Atomenergienutzung und vor einem GAU gewarnt haben. Wir wünschten, wir hätten niemals recht behalten. Nach Tschernobyl können auch die bundesdeutschen Atomkraftwerke nicht weiterlaufen, als sei nichts geschehen und als könne bei uns nichts geschehen.“
Eva Quistorp, Mitgründerin der Grünen aus der Pressemitteilung vom 29. April 1986
Episodenbeschreibung
Vierzig Jahre ist es jetzt her: Es explodiert ein Reaktor im Kernkraftwerk Wladimir Iljitsch Lenin – besser bekannt als Atomkraftwerk Tschernobyl. In der Folge werden riesige Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt. Das Unglück gilt als der schwerste Atomunfall in der Geschichte – mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Gesundheit, Politik. Je nach Lesart gilt der Super-Gau als Wendepunkt oder Katalysator auch in der Grünen Geschichte dieses Landes. Warum das so ist, wie Tschernobyl grüne Politik geprägt hat, wie Zeitzeug*innen sich an das Frühjahr 1986 erinnern und warum ein Nachdenken über Tschernobyl auch heute sehr relevant ist, hört ihr in diesem Podcast.
Kapitel mit Zeitmarkierungen
• (00:00) – Einführung: 40 Jahre Tschernobyl – Warum die Katastrophe noch heute relevant ist
• (01:08) – Persönliche Erinnerungen und die unterschiedliche Informationspolitik in Ost und West
• (04:28) – Was genau passierte am 26. April 1986?
• (07:54) – Geheimhaltung und das globale Rätselraten um das Ausmaß der Katastrophe
• (09:37) – Reaktionen in der Bundesrepublik: Die Grünen und die Anti-AKW-Bewegung
• (21:13) – Tschernobyl in der DDR: Zensur, Widerstand und der Ost-Berliner Piratensender
• (35:37) – Tschernobyl heute: Kollektives Gedächtnis, Atomausstieg und neue Bedrohungen durch den Krieg in der Ukraine
• (40:22) – Outro: Ausstellung, Dossier und Portal Grüne Geschichte
Unsere Expert*innen
Rebecca Harms • Zeitzeugin, Anti-Atomkraft Aktivistin, ehemaliges Mitglied des EU-Parlamentes
Karena Kalmbach • Umwelt- und Technikhistorikerin
Eva Quistorp • Zeitzeugin, Gründungsmitglied der Grünen
Tina Krone • Zeitzeugin, Teil der Frauenbewegung in der DDR
Clara Frysztacka • Historikerin, Referat Zeitgeschichte der Heinrich-Böll-Stiftung
Autorin der Folge: Mandy Schielke
Host: Jule Eikmann
Hintergründe auf boell.de
• Dossier „Nach Tschernobyl – Dokumente und Perspektiven einer grünen Geschichte“: [🔗 https://www.boell.de/de/nach-tschernobyl]
• Dossier "Tschernobyl: 40 Jahre nach der Katastrophe – Atomkraft im Osten Europas": [🔗 https://www.boell.de/de/tschernobyl-40-jahre-nach-der-katastrophe]
Weiterführende Artikel und Quellen
• Tina Krone Piratensender gegen die Stille des Regimes: [🔗 https://soundcloud.com/boellstiftung/tina-krone-piratensender-gegen]
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Gebündelt und auf den Punkt gebracht: böll.podcast ist das neue Podcastformat der Heinrich-Böll-Stiftung. Hier sprechen unsere Hosts Mandy und Jule jede Woche mit Gäst*innen über Politik, Gesellschaft und Umwelt. Es geht um Ideen, Konflikte und Fragen, die uns heute bewegen und unser Morgen prägen. Jede Folge eröffnet neue Blickwinkel und lädt dazu ein, gemeinsam weiterzudenken.
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Grafik: Cornelia Blomeyer, alle Rechte vorbehalten. | Bearbeitung: hbs