Finanzkrise: Anatomie und politische Perspektiven

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Sommertagung der Grünen Akademie

27. August 2009
Mit der Finanz- und Wirtschaftskrise scheint die politische Handlungsmacht zurückgekehrt zu sein. Wir erleben einen Staat, der aushandelt, finanziert und um Steuerung ringt. Zugleich ist strittig, inwieweit die Anatomie der Krise mitten im Geschehen verstanden werden kann. Und auch das Verhältnis von Staat und Wirtschaft bleibt prekär: Der eingreifende Staat bleibt immer auch abhängig von den Informationen, die die Wirtschaft ihm gibt. Während um Krisenanalysen und die ordnungspolitische Ausrichtung der Interventionen gerungen wird, werden enorme Summen aufgebracht, um die Krise abzufedern, wodurch zugleich Gerechtigkeitsprobleme für die Zukunft entstehen. Wie „demokratiefähig“ (Prantl) der Finanzkapitalismus sein kann, wird sich noch zeigen müssen.

Hilft der Vergleich mit früheren Krisen, um Charakteristika und politische Steuerungsmöglichkeiten heute präziser zu fassen? Mit welcher neuen Art von Krise haben wir in der globalisierten Ökonomie zu tun? Was sind ökonomische, was politische Ursachen? In welchem Sinn geht etwas zu Ende: ein Modell des Wirtschaftens, des Steuerns,  der Vergesellschaftung – in den Metropolen und global?

Das diesjährige Davos-Motto „Die Welt für die Zeit nach der Krise gestalten“ griff den Antworten optimistisch voraus. Im Ringen um Ziele und Zuständigkeiten zur Steuerung der Krise müssen sich Akteure und politisches Handeln erst noch als zukunftstauglich erweisen. Sicher scheint allerdings heute bereits, dass die Welt nach der Krise nicht mehr dieselbe sein wird.

Mitglieder der Grünen Akademie diskutierten anlässlich der Sommertagung 2009 mit Expertinnen und Experten gemeinsam über die Finanzkrise, ihre Anatomie und ihre Steuerung.