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Sweet Mud – Gefangen im Himmel / Adama Meshuga‘at

Lesedauer: 6 Minuten

7. November 2008

Israel/Deutschland 2007, 100 min, Regie: Dror Shaul

Sommer 1974, ein Kibbuz im Süden Israels: In diesem Jahr wird der 12jährige Dvir seine Bar Mizvah feiern, die religiöse Mündigkeit. Er genießt den in warme Farben getauchten Sommer, doch sein Glück ist nicht ungetrübt: Immer klarer muss er erkennen, dass seine Mutter Miri mit den starren Vorgaben der Kibbuz-Gemeinschaft nicht klarkommt und daran zu zerbrechen droht. Als ihr Freund Stephan zu Besuch kommt, schöpft Dvir neue Hoffnung: Obwohl Stephan sich nicht als der Held erweist, den Dvir sich vorgestellt hat, kann er mit seinem Charme den Jungen und die Gemeinschaft für sich gewinnen. Und er meint es ernst mit Miri: Er macht ihr einen Antrag. Gibt seine Liebe ihr die Kraft, den Kibbuz zu verlassen?

Die deutsch-israelische Koproduktion fängt das Leben im Kibbuz mit all seinen Idealen und Träumen ein, schildert aber auch die Schattenseiten. Shauls autobiographisch gefärbter Film wurde zu den Internationalen Filmfestivals in Toronto und Pusan eingeladen - und auf der Berlinale 2007 mit dem Gläsernen Bären ausgezeichnet. Beim renommierten Sundance Film Festival gewann er den großen Preis der Jury und wurde mit dem israelischen Oscar als Bester Film ausgezeichnet.

Weitere Infos zum Film unter www.sweetmud.de

Der Rigisseur ist angefragt.

Dror Shaul lebt als Autor und Regisseur für Filme und Werbung in Tel Aviv, Israel. Geboren und aufgewachsen im Kibbuz Kissufim im südlichen Israel, verließ Dror Shaul den Kibbuz nach seinem Militärdienst und zog nach Tel Aviv. Dort begann er als Produktionsassistent zu arbeiten. 1999 schrieb er seinen ersten 50-minütigen Film „Mivtsa Savta“ („Operation Großmutter“), bei dem er auch selbst Regie führte. „Mivtsa Savta“ gewann den Israeli Academy Award und wurde 2000 für den Banff Rockie Award in Kanada nominiert.

Der erste abendfüllende Spielfilm „Sima Vaknin, Mechashefa“(„Sima Vaknin, Hexe“), den er schrieb und inszenierte, lief 2003 erfolgreich in den israelische Kinos. Im selben Jahr nahm Dror Shaul mit dem Spielfilmprojekt „Sweet Mud – Im Himmel gefangen“ an den „Sundance Directors and Screenwriters Labs“ teil.

Regie und Drehbuch: Dror Shaul
Produzenten: Johannes Rexin, Bettina Brokemper, Sharon Shamir, Dror Shaul, Edgard Tenembaum, Philippa Kowarsky
Kamera: Sebastian Edschmid (bvk)
Schnitt: Isaac Sehayek
Musik: Tsoof Philosof, Adi Rennert

Mit: Tomer Steinhof, Ronit Yudkevitch, Henri Garcin, Shai Avivi, Gal Zaid, Sharon Zuckerman u.a.

Pressestimmen

  • “Das bewegendste Melodram des Jahres: Auf diesen einfachen Nenner lässt sich das israelische Familiendrama “Sweet Mud - Im Himmel gefangen“ von Drehbuchautor und Regisseur Dror Shaul bringen. In seinem zweiten langen Kinofi lm erzählt Shaul die aufwühlende Geschichte eines 12-jährigen Jungen, der in einem israelischen Kibbuz mit existenziellen Problemen konfrontiert wird und am Ende über sich hinauswachsen muss. Exzellente Darstellerleistungen, eine kraftvolle Geschichte, wunderbare Landschaftsaufnahmen, eine einfühlsame Musik - dies alles ergibt ein ergreifendes Meisterwerk, das niemanden unberührt lässt. Ein Muss für jedes Arthouse-Kino!”
    - fi lmecho fi lmwoche

  • “Zwar zeigt uns Regisseur und Drehbuchautor Dror Shaul in schwelgerischen Landschaftsaufnahmen eine bezaubernd schöne Gegend, so daß der Betrachter eine diffuse Mischung aus Verträumtheit und Fernweh nur mühsam bekämpfen kann, doch die Menschen, die 1974 dort, im südlichen Israel, in einem Kibbuz leben, sind weder glücklicher noch freier als andere.“ - ““Sweet Mud“ ist ein tragikomisches Drama, eine Art kritischer Heimatfi lm, falls es so etwas gibt, und zugleich ein Film über ein Land, über ein sozioökonomisches System, das in dieser Form heute noch kaum existiert, und die in ihm lebenden Menschen.“  - konkret

  • „SWEET MUD - IM HIMMEL GEFANGEN [ist] weniger Abrechnung mit der Kibbuzbewegung, als ein oft trauriges, manchmal bitter-komisches, nie resigniertes Porträt eines Jungen, der versucht, für seine Mutter die Mutterrolle zu übernehmen und dabei von den Erwachsenen alleine gelassen wird. Wie Dvir Miri die Treue hält, sie zu trösten versucht und immer wieder auf Zeichen erwachender Lebensfreude hofft, ist phänomenal gespielt und herz zerreißend anzusehen.” - programmkino.de
  • „In einem überraschenden, bittersüßen Kleinod, das 1974 in einem Kibbuz spielt, wirft Regisseur und Autor Dror Shaul einen einfühlsamen, aber harschen Blick auf das Gemeinschaftsleben, Israeli-Style - und er entlockt Tomer Steinhof in der Rolle des Dvir, des 12-jährigen Helden, eine Darstellung reich an Emotionen. (…) Die Besetzung ist fantastisch, und nach dem letzten Bild bleiben die Figuren noch lange im Gedächtnis.“  - Toronto Star

  • „Die allgemeingültige Geschichte eines Kindes, das die Erwachsenenrolle übernehmen muss, funktioniert perfekt vor dem besonderen Kontext eines sozialistischen Kibbuz, wo jeder für das Allgemeinwohl arbeitet. Dieser Hintergrund hilft, die manchmal melodramatische Geschichte zu verankern, aber die wahre Stärke des Films ist seine Besetzung: Der französische Schauspieler Henri Garcin als Miris alter Verehrer, der bemerkenswerte junge Steinhof und die eindringliche Yudkevitch. Dieser Film wird Sie nicht loslassen.“ - Now Magazine

  • “Shaul beweist, dass sein enormes Talent sich nicht auf Komödien beschränkt... In seinem neuen Film gelingt es ihm, seine bisherigen Leistungen zu übertreffen und ein visuell reiches Kunststück hervorzubringen, das nicht nur mittels Fotografie und Komposition, sondern auch mittels Darstellung und Dialog emotional bewegend ist... Es ist eine schmervolle Geschichte, mit Einfühlungsvermögen und Schönheit auf die Leinwand gebracht. Es ist der schönste Film, der bis jetzt im [Jerusalem Film] Festival präsentiert wurde.“  - Globes

  • “Dror Shaul, bekannt für seine Komödien wie „Operation Grandma“ und „Sima Vaknin, Witch“, überrascht damit, ein effektives psychologisches Drama vorsichtig zu verweben. Der Junge, in einer gewinnenden Darstellung von Tomer Steinhof, und seine Mutter, in höchster Sensibilität von Ronit Yudkevitch portraitiert, erschaffen eine seltene, zerbrechliche Intimität auf der Leinwand, die den Film zu seiner reinigenden Katharsis führen.“ - Ma’ariv

  • „Ein intensives, verstörendes Coming-of-Age-Drama (…) Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg herausragend. Ronit Yudkevitchs zurückgenommene, aber bewegende Darstellung der Miri ist das Herz des Films. (…) Der Regisseur, der öffentlich über den autobiographischen Gehalt des Films gesprochen hat, ist noch ein junger Mann, und da ist eine rohe Qualität der Wut, die er in dem Film ausdrückt, die ihn unwiderstehlich macht. (…) Sie können die Einsamkeit des Kindes fühlen und seinen intensiven und zum Scheitern verurteilten Wunsch nachempfi nden, dass sich seine verstörte, aber liebende Mutter normal verhält.“ - The Jerusalem Post

  • „Der Film, der in einem Kibbuz (einem Bauernhof-Kollektiv) in den 1970er Jahren spielt, ist eine kraftvolle, mutige Kritik an den Kibbutzniks, die eine psychisch unstabile Mutter brankmarken. Shaul fängt die sozialen Gesetzmäßigkeiten und Rhythmen des Lebens im Kibbuz ein, während die Spannungen und intesiven Gefühlen innerhalb der Familie ergreifend dargestellt werden. Der junge Tomer Steinhof ist eine Entdeckung (…) – ein vollkommen natürlicher Schauspieler, der Sympathien und Mitgefühl weckt, während er seine Naivität verliert und sowohl die Bitterkeit als auch das Süße kostet, das die Welt der Erwachsenen zu bieten hat.“
    - www.fest21.com

  • „Dror Shauls Beitrag zum World Cinema Wettbewerb beim Sundance Filmfest, SWEET MUD - IM HIMMEL GEFANGEN, zeigt sowohl die Schönheit als auch das Biest eines Kibbuz in der Geschichte eines Jungen, der mit seiner emotional unstabilen Mutter - etwas, was die Gemeinschaft nicht bewältigen kann - umgehen muss.“ - www.indiewire.com