Heinrich Böll: Welches sind seine wichtigsten Romane?

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Sie wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, zum Großteil verfilmt und als Gesamtwerk letztlich mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet: Heinrich Bölls Romane stehen im Mittelpunkt seines literarischen Schaffens. Was sind die großen Themen, was sollte man unbedingt gelesen haben?

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Mit regelmäßiger schriftstellerischer Arbeit begann Heinrich Böll im November 1946. Er schrieb Romane wie «Kreuz ohne Liebe» oder «Der Engel schwieg», die erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden, sowie zahlreiche Kurzgeschichten, auch dramatische Versuche, Essays und Gedichte. Seine Arbeiten hatten die Erfahrungen der Nazi-Zeit, des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit zum Gegenstand, wie etwa die frühen Erzählungen und Kurzgeschichten «Der Zug war pünktlich» oder «Wanderer kommst du nach Spa …». 

Vom Rückblick auf den Krieg zur Analyse der Gegenwart

Im Jahr 1951 erschien der erste Roman: «Wo warst du, Adam?». Nach 1952 wandte sich Böll mehr und mehr den Gegenwartsproblemen der Bundesrepublik zu. In kurzer Folge erschienen weitere Romane wie beispielsweise «Haus ohne Hüter» (1954). Im Jahr 1959 veröffentlichte Böll den Roman «Billard um halb zehn». In ihm versuchte er die Gegenwart der Bundesrepublik als Fortsetzung und Ergebnis der deutschen Geschichte von der «Kaiserzeit» bis zur «Bonner Republik» zu zeigen.

Der Roman «Ansichten eines Clowns» (1963) sorgte für heftige Debatten. Heinrich Böll hat in seinem Leben etwa 1600 «Arbeiten» verfasst, davon ungefähr die Hälfte in den Jahren bis 1970, in denen das erzählerische Werk überwiegt. In der Zeit danach traten Interviews, Essays und Stellungnahmen zu aktuellen Ereignissen in den Vordergrund. Vor allem diese Beiträge haben sein öffentliches Bild als kritischer, engagierter Intellektueller und als Verteidiger der Meinungsfreiheit geprägt. 1971 erschien «Gruppenbild mit Dame», Bölls bedeutendster Roman.

Springer, RAF und die Terrorismus-Debatte

Als er 1972 den Nobelpreis für Literatur erhielt, erwähnte das Nobelpreis-Komitee dieses Buch ausdrücklich in seiner Begründung und nannte es die Krönung seines Werks. Für große mediale Aufmerksamkeit sorgte auch «Die verlorene Ehre der Katharina Blum» (1974), weil er darin, kaum verhüllt, die BILD-Zeitung kritisierte. Fünf Jahre später erschien «Fürsorgliche Belagerung» (1979) und postum «Frauen vor Flußlandschaft (1985). Bölls Werke sind in zahlreiche Sprachen übersetzt, und die meisten Romane wurden verfilmt. Alle Texte von Heinrich Böll sind im Verlag Kiepenheuer & Witsch in einzelnen Ausgaben veröffentlicht und wurden ab 2002 in einer kommentierten Böll-Werkausgabe mit 27 Bänden herausgegeben.

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