Veranstaltungsreihe
Bauen - Mieten - Wohnen
Perspektiven für bezahlbares Wohnen und nachhaltiges Bauen
Einleitung
Wohnen ist für alle Menschen eine Grundlage des Lebens. Hier spitzen sich unterschiedliche Problemlagen zu: In Großstädten und Wachstumsregionen finden immer weniger Haushalte bezahlbare Wohnungen. Es wird nicht genug erschwinglicher Wohnraum neu gebaut, aber Bürogebäude stehen leer. Gleichzeitig steigt der Wohnflächenverbrauch pro Kopf weiter. Auf der anderen Seite sind viele strukturschwache Regionen in Ost- und Westdeutschland von Abwanderung und Leerstand geprägt. Dennoch nimmt der Ressourcen- und Energieverbrauch für immer neue Siedlungsflächen zu. Wertvoller Boden geht für Landwirtschaft, Biodiversität und Klimaanpassung verloren.
Die Reihe beleuchtet die Herausforderungen für bezahlbaren Wohnraum und nachhaltiges Bauen, analysiert die bisherigen Fehlentwicklungen und diskutiert erfolgversprechende Lösungsansätze gemeinsam mit der Kommunalpolitik, der Wohnungswirtschaft, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft. Diese Seite dokumentiert die gleichnamige Veranstaltungsreihe der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Urbanistik. Hier werden in Zukunft auch weitere Formate zu diesem Thema zu finden sein.
Fachkontakt
E-Mail: drewes@boell.de
Telefon: +49(0)30 285 34 – 249
Difu: Ricarda Pätzold
Leiterin Forschungsbereich Stadtentwicklung, Recht und Soziales
E-Mail: drewes@boell.de
Telefon: +49(0)30 39001-190– 249
Kooperation mit:
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Einfacher und schneller Bauen: Hilft der Bauturbo zur Lösung der Wohnungskrise?
Auftaktveranstaltung, 24. März 2026
Einfacher und schneller Bauen: Hilft der Bauturbo zur Lösung der Wohnungskrise? - Heinrich-Böll-Stiftung
Hohe Baukosten, bürokratische Hürden und lange Genehmigungszeiten gelten als wesentliche Gründe für Wohnraummangel. Zwei aktuelle Gesetzesänderungen sollen Abhilfe schaffen, indem sie die Schaffung von Wohnraum beschleunigen und die Kosten senken: Der sogenannte „Bauturbo“ und das Gesetz für den „Gebäudetyp E“. Der Bauturbo wurde bereits verabschiedet. Er sieht Eingriffe in das Bauplanungsrecht vor mit dem Ziel, schneller Baugenehmigungen zu erhalten. Der Gebäudetyp E ist ein neuer Bauvertragstyp, bei dem auf verschiedene anerkannte Regeln der Technik oder der Ausstattung verzichtet werden kann. Auf Bundesebene wurde der Gebäudetyp E noch nicht Gesetz, Erfahrungen mit einfacheren Baustandards gibt es aber vereinzelt auf Landesebene (Bayern, „Hamburg Standard“).
Diese Veranstaltung beleuchtet die Auswirkungen dieser Änderungen auf Kommunen, Bauherren und die Bauwirtschaft und fragt, was sie für bezahlbaren Wohnraum und nachhaltiges Bauen beitragen. Wie verändert sich dadurch die kommunale Planungskultur? Tragen beide Instrumente zu mehr Wohnungsneubau bei? Welchen Effekt hat Wohnungsneubau überhaupt auf die Schaffung bezahlbarer Wohnungen? Braucht auch der Umbau bestehender Gebäude einen Turbo?
Input:
- Ricarda Pätzold, Deutsches Institut für Urbanistik
Panel:
- Karin Loosen, Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer
- Thomas Dienberg, Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau, Stadt Leipzig
- Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen
Moderation:
- Hanna Gersmann, Die Korrespondenten
Wie weiter im Gebäudebestand: Gehen Klimaschutz und bezahlbares Wohnen zusammen?
Veranstaltung am 25. Juni 2026
Bezahlbares Wohnen und energetische Modernisierung von Gebäuden gelten seit langer Zeit als Zielkonflikt. Die Debatte um das sog. Heizungsgesetz wurde emotional geführt, unter anderem deswegen, weil sich viele Eigentümer*innen mit der Umstellung auf eine erneuerbare Heizung überfordert sahen. Die Mieter*innen sind noch existenzieller betroffen: Energetische Modernisierung sorgt durch die gelten Regeln (Modernisierungsumlage) teilweise für starke Mietsprünge, die besonders für Mietende in angespannten Wohnungsmärkten kaum noch zu bewältigen sind. Wenn aber Gebäudehülle und Heizung nicht modernisiert bzw. auf erneuerbare Energie umgestellt werden, können sowohl Eigentümer*innen als auch Mieter*innen in fossilen Kostenfallen hängen bleiben. Nun soll das Heizungsgesetz zum Gebäudemodernisierungsgesetz werden, das einen steigenden Anteil grüner Gase in den Erdgasnetzen vorsieht. Können die Zielkonflikte aufgelöst werden?
Thema der Veranstaltung sind Vorschläge, wie sich energetische Modernisierung und Heizungsumstellung auf regenerative Wärme mit bezahlbarem Wohnen verbinden lassen und wie dabei sowohl die Interessen der Mietenden als auch der Vermieter*innen berücksichtigt werden. Unter die Lupe nehmen wir das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz ebenso wie die Modernisierungsumlage, die Wärmelieferverordnung und Förderprogramme.
Input:
- Sibylle Braungardt, Öko-Institut, Freiburg
Diskussion:
- Sebastian Bartels*, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins
- Corinna Kodim*, Geschäftsführerin Energie, Umwelt Technik, Haus & Grund
- Konstantin Karkos, Beratungsstelle Förderprogramm Sanierung, Bundesstadt Bonn
Moderation:
- Hanna Gersmann, Die Korrespondenten
Ländliche Räume beleben – Leerstand nachhaltig aktivieren
Veranstaltung am 16. September 2026
Wohnungsleerstand ist ein drängendes Problem in strukturschwachen Städten und Gemeinden und schrumpfenden Regionen. Wir diskutieren verschiedene kommunale Strategien zum Umgang mit temporärem und strukturellen Leerstand.
Input:
- Stephanie Bock, Deutsches Institut für Urbanistik
Mietenentwicklung in Ballungsräumen – Wie sichern wir bezahlbares Wohnen?
Veranstaltung am 26. November 2026
In Deutschland lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung zur Miete. 12 Prozent der Menschen müssen mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden und gelten als überlastet – Tendenz steigend. Die Mieten sind speziell in Ballungsräumen in den letzten 10 Jahren explodiert. Ist ein wirksamerer Mieterschutz als die derzeitige Mietpreisbremse notwendig und möglich? Welche weiteren Instrumente müssten außerdem optimiert werden? Wie können Investitionen auf dem Wohnungsmarkt angemessen refinanziert werden?
Finanzmarktorientierte Akteure und ihre Wirkung auf Wohnungs- und Immobilienmärkte
Veranstaltung am 25. März 2027
In den letzten 30 Jahren ist die Bedeutung von Finanzmarktakteuren auf den Wohnungsmärkten erheblich gestiegen. Welche wirtschaftlichen Interessen und Geschäftsmodelle verfolgen Finanzmarktakteure auf den Wohnungsmärkten? Welche Stellschrauben würden extreme Preisanstiege dämpfen? Wie kann sichergestellt werden, dass Wohnraumversorgung nicht nur eine Ware ist?
u.a. mit Franziska Eichstädt-Bohlig, Stadtplanerin und Buchautorin
Brauchen wir eine Neue Wohngemeinnützigkeit?
Veranstaltung am 24. Juni 2027
Bis 1990 wurde vermieteter Wohnraum zu einem großen Teil von gemeinnützigen Unternehmen bewirtschaftet. Inzwischen blicken wir auf eine 35 Jahre andauernde Privatisierungswelle im Wohnungssektor zurück; der Anteil sowohl von Sozial- als auch von anderen bezahlbaren Wohnungen sinkt stetig. Andere Länder, bei denen Wohnraum zu größeren Anteilen von gemeinwohlorientierten Unternehmen bewirtschaftet wird (Österreich, Schweiz) können mehr bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zur Verfügung stellen. Trägt eine neue Wohngemeinnützigkeit tatsächlich zu mehr bezahlbaren Wohnraum bei? Ist dieses Instrument geeignet, zukünftig bezahlbare Wohnungen in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen? Wie berücksichtigt die neue Wohngemeinnützigkeit die Eigentümerstruktur der Wohnungswirtschaft?
u.a. mit Jan Kuhnert, KUB Kommunal- und Unternehmensberatung GmbH, Hannover
Bodenpolitik und Wohnungsmarkt: Bodenpreise begrenzen, kommunale Spielräume sichern
Veranstaltung am 23. September 2027
Steigende Bodenpreise haben in angespannten Wohnungsmärkten einen erheblichen Anteil an der Preisdynamik sowohl von Mieten als auch von Wohnungs-Kaufpreisen. Die Veranstaltung konzentriert sich auf die Möglichkeiten der Kommunen, die Bodenpreisdynamik auf ihrem Gebiet zu beeinflussen– von Bodenankauf- und -bevorratung, Schaffung von Baurecht, städtebaulichen Verträgen, Konzeptvergabe von Grundstücken, Erbbaurecht. Welche Perspektiven hat eine Begrenzung von Bodenpreisen, welche politischen Prozesse sind dafür nötig? Welche Instrumente können unterschiedliche Kommunen anwenden?
Mit u.a.: Ricarda Pätzold, Deutsches Institut für Urbanistik
Passend wohnen – neue Instrumente für mehr Wohneffizienz
Veranstaltung am 25. November 2027
Einer der maßgeblichen Gründe für Knappheiten auf den Wohnungsmärkten ist die Verteilung von Wohnraum über den menschlichen Lebenszyklus. Diese Veranstaltung untersucht, welche Hemmnisse der Aktivierung des untergenutzten Wohnraums entgegenstehen (fehlenden Preisanreize, „kleinere Wohnungen sind nicht billiger“, aber auch psychologische Gründe – „einen alten Baum verpflanzt man nicht“.) Wie kann es dennoch gelingen, diesen Wohnraum zu mobilisieren? Beispiele zunehmend erfolgreicher Wohnungstauschbörsen, kommunale Anreize und Umzugshilfen, gemeinschaftliches Wohnen und das Modell „Wohnen für Hilfe“ kommen zu Wort.