Die Welt ins Haus holen

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Die Welt ins Haus holen

Eröffnungrede von Barbara Unmüßig und Ralf Fücks, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung

25. September 2008
Barbara Unmüßig und Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung
Ralf Fücks und Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung,
zur Eröffnung des neuen Stiftungshauses am 25. September 2008

Herr Bundespräsident,
Exzellenzen,
Sehr geehrter Herr Staatsminister Erler,
Sehr geehrter Herr Staatsminister Gloser,
Sehr geehrter Herr Staatssekretär Beus,
Verehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages und der Landtage,
Sehr geehrter Herr Dr. Vogel,
Sehr geehrte Frau Dr. Schwaetzer,
lieber René Böll,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung,
Verehrte Gäste!

Wir begrüßen Sie alle ganz herzlich zur Einweihung unseres neuen Hauses im Zentrum Berlins.
Wir freuen uns sehr, dass so Viele gekommen sind, um mit uns dieses Ereignis zu feiern  – und wir bitten alle um Verständnis, die keinen Platz im Festsaal gefunden haben.

Gut 20 Jahre nach Gründung der ersten politischen Stiftungen im Umfeld der Grünen, 11 Jahre nach dem Umzug in die Hackeschen Höfe in Berlin ist unser neues Haus  für uns ein Sprung in eine neue Dimension:
ein eigenes Gebäude, ein modernes Konferenzzentrum, eine neue Sichtbarkeit mitten in Berlin.

Wer ein solches Haus baut, gibt ein öffentliches Statement ab: Wir sind gekommen, um zu bleiben. Das gilt für die Grünen als eigenständige politische Kraft, und es gilt auch für die Heinrich-Böll-Stiftung.

Wir sind jetzt sichtbar als das, was wir sind: eine lokal und global arbeitende Organisation mit 27 Auslandsbüros und 16 Landesstiftungen, ein Netzwerk von Rostock bis Rio und von Köln bis Kapstadt.

Heute sind unsere Anliegen  - Ökologie, Selbstbestimmung, soziale Teilhabe – in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das öffnet die Tür für neue Allianzen.

Aber keine Sorge, wir werden nicht bequem.
Die Böll-Stiftung bleibt auch in Zukunft ein Ort für Weltverbesserer.

Wir wollen ein republikanisches Forum sein, ein Ort des internationalen Austauschs, eine Ideenwerkstatt, ein Haus der Kunst und eine erste Adresse politischer Bildung.
Wir streiten für Demokratie- und Menschenrechte, für Geschlechtergerechtigkeit  und nachhaltige Entwicklung und kooperieren  in mehr als 40 Ländern mit Partnerinnen und Partnern der Zivilgesellschaft.

Zu unseren langjährigen Freunden zählen beispielsweise die Friedensnobelpreis-Trägerin Wangari Maathai, die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und der afghanischen Außenminister Rangin Spanta – Menschen, die einen Unterschied machen.

Unser Haus steht für unsere Werte:  Weltoffenheit, Transparenz und Nachhaltigkeit.
Es ist funktional, es ist umweltfreundlich und es ist schön - alles Drei geht gut zusammen.
Architektur,  Material,  Technik,  Formensprache  verkörpern eine ökologische Moderne, die nicht so tut, als läge das Heil im Zurück in eine vorindustrielle Zeit.

Unser Neubau ist der Arbeitsplatz für knapp 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung – es ist EUER Haus, liebe Kolleginnen und Kollegen.

Wir vergessen nicht, wem wir die Möglichkeit zu verdanken haben, ein eigenes Gebäude zu errichten:
dem Deutschen Bundestag, der uns dafür Haushaltsmittel zu Verfügung gestellt hat, und den Steuerzahlern, die diese Mittel aufbringen.

Wir verstehen das als Verpflichtung, sparsam und effektiv mit diesen Mitteln umzugehen, und als Verantwortung, der Gesellschaft einen möglichst großen Gegenwert zurückzugeben.

Wir danken allen, die an diesem Werk beteiligt waren, insbesondere den  Architekten Eckert & Eckert  -  sie waren ein Glücksgriff -, den Bauleuten der Firma Kirchner,
den Fachplanern, dem Bundesverwaltungsamt und dem Bundesamt für Bauen und Raumordnung für die gute Zusammenarbeit.

Ein großes Dankeschön geht auch an die Baugruppe der Stiftung, die diese Riesenaufgabe geschultert hat, allen voran unsere Geschäftsführerin Birgit Laubach.
Dass wir zeitlich und finanziell im Plan geblieben sind, ist eine Meisterleistung, die uns nicht alle zugetraut haben. Man sieht: die Grünen können mit Geld umgehen.

Unser Dank gilt auch unseren politischen Treuhändern, Partei und Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, der Erbengemeinschaft Heinrich Böll sowie dem Aufsichtsrat der Stiftung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Wir hoffen, dass auch Sie ein wenig stolz auf dieses Gebäude sind!

Meine Damen und Herren, wir bitten Sie jetzt um Aufmerksamkeit für das Grußwort des Bundespräsidenten.

Lieber Herr Köhler, wir haben uns über Ihre Zusage, hier zu sprechen, sehr gefreut. Wir werten das als Zeichen der Anerkennung für die Arbeit der politischen Stiftungen im In- und Ausland.

Unlängst haben Sie eine Lanze für Bildung als Fundament von Chancengerechtigkeit und demokratischer Teilhabe gebrochen.

Wir sind so frei, auch die politische Bildungsarbeit zu den Quellen zu rechnen, aus denen sich eine lebendige Demokratie speist.

Herr Bundespräsident, Sie haben das Wort.

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