Studie: Fossile Industrie als Mitverursacher des Klimawandels soll zahlen

Studie: Fossile Industrie als Mitverursacher des Klimawandels soll zahlen

Das Ratcliffe-on-Soar Kohlekraftwerk von E.ON UK nimmt Platz Nummer 18 aller europäischen Kraftwerke in Sachen CO2-Ausstoß ein – Urheber/in: Rob. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Keine andere Energiequelle trägt so sehr zum Treibhausgasausstoß bei wie die Kohle. Weltweit war sie 2013 für den Ausstoß von 15,5 Milliarden Tonnen CO2 verantwortlich. Das entspricht etwa 43 Prozent der Emissionen aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe - und etwas mehr als einem Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen. Der Großteil der Kohle wird in Kohlekraftwerken und Öfen verbrannt, um Strom und Wärme zu erzeugen. Bereits jetzt befinden sich so viele Treibhausgase in der Atmosphäre, dass sie die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde um 1,5 Grad Celsius erhöhen werden.

Diese Grafik zeigt Fakten, die Richard Heede vom Climate Accountability Institute exklusiv für den Kohleatlas zusammengestellt hat. Es handelt sich um Daten aus seiner bahnbrechenden klimawissenschaftlichen Recherche für das Climate Justice Programme zu den größten fossilen Produzenten weltweit, den sogenannten Carbon Majors.

Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Die Zahlen sind erschreckend: Die 35 größten Produzenten von Kohle – dazu gehören Peabody Coal, RWE sowie staatseigene Konzerne in China, Russland und Indien – sind allein für ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen seit 1988 verantwortlich. Für RWE beispielsweise bedeutet das eine globale Klimaverantwortung von 0,44 % bzw. 3,3 Milliarden Tonnen CO2 (Äquivalent) seit 1988, also dem Jahr, in dem der IPCC gegründet wurde und bei der Klimakonferenz in Toronto die ersten Emissionsreduktionsziele gefordert wurden – spätestens seit dann können die Konzerne die Schädlichkeit ihrer Produkte nicht mehr leugnen.

Diese Unternehmen haben mit der Förderung und dem Verkauf der Kohle, die den Klimawandel anheizt, massive Profite erwirtschaftet. Für den Schaden, der dadurch entstanden ist und weiter entsteht, sind sie bisher nicht zur Rechenschaft gezogen worden – weder finanziell noch strafrechtlich. Das sollte sich aber ändern: Gemeinsam mit dem Climate Justice Programme fordert die Heinrich-Böll-Stiftung die Einführung einer Abgabe auf die Extraktion fossiler Rohstoffe. Die soeben erschienene dritte und überarbeitete Auflage der Carbon Majors-Studie mit dem Titel „Big Oil, Coal and Gas Producers Paying for their Climate Damage“ beschreibt ausführlich, wie eine solche Abgabe funktionieren und die Opfer des Klimawandels entschädigen würde.

Zusammenfassung der Studie (auf englisch):

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